Das wirkt gegen Reiseübelkeit

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Schwindel, Übelkeit, kalter Schweiß auf der Stirn: Reiseübelkeit kommt auf, wenn das Gehirn von verschiedenen Sinnesorganen widersprüchliche Informationen bekommt. Zum Beispiel wenn das auf Buch oder Smartphone gerichtete Auge Ruhe meldet, das Gleichgewichtsorgan im Innenohr aber Schaukelbewegungen.

Deshalb hilft es, die aufgenommenen Reize möglichst miteinander in Einklang zu bringen: Etwa im Zug in Fahrtrichtung zu sitzen, auf Schifffahrten den Horizont oder die Küste zu fixieren oder bei Autofahrten nicht zu lesen, sondern Lageveränderungen durch die Vorderscheibe mitzuverfolgen. Darüber hinaus hilft gegen leichte Übelkeit oft hochdosiert Ingwer: pur von der Wurzel oder auch als Kapseln, Tropfen oder Pulver. Wer mehr braucht, dem empfiehlt Prof. Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin, den rezeptfreien Wirkstoff Dimenhydrinat – als Kaugummi, Tablette oder Zäpfchen. „Er unterdrückt Übelkeit und Schwindel, indem er im zentralen Nervensystem Schaltungen blockiert. Deshalb macht er aber auch müde – ein Fahrzeug kann man
so nicht mehr lenken.”

Ohne Nebenwirkungen und gleichzeitig sehr effizient sind auch Scopolamin-Pflaster, die allerdings verschreibungspflichtig sind. „Sie werden mindestens sechs Stunden vor der Reise aufgeklebt und wirken bis zu drei Tage”, erklärt Gerhard Boecken, Leiter des Gesundheitsdienstes im Auswärtigen Amt. Bei bestimmten Erkrankungen wie etwa Glaukom oder Herzrhythmusstörungen dürfen sie allerdings nicht verwendet werden. 

 

 

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