Richtig essen für die Zahngesundheit

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Gesunde, schöne Zähne wünscht sich jeder. Wie Ernährung die Zahngesundheit beeinflusst, erklärt Roja Tarkian, Assistenz-Zahnärztin aus Frankfurt/Main.

 

Frau Tarkian, an apple a day keeps the doctor away  – gilt das auch in der Zahnmedizin?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Zahn- und Mundgesundheit entstehen immer im Zusammenspiel von gesunder Ernährung, adäquater Mundhygiene, regelmäßigen Routinekontrollen und professioneller Zahnreinigung beim Zahnarzt.

 

Wirkt sich die Fruchtsäure im Apfel oder in anderem  Obst negativ auf die Zähne aus?

Ein Apfel enthält zwar Zucker und Fruchtsäure, die den Zahnschmelz angreifen können, aber solange Obst in normaler Menge gegessen wird, ist das kein Problem.

Man sollte aber nach dem Verzehr von säurehaltigem Obst eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten, um den Schmelz zu schonen. Wer sofort etwas für die Zahngesundheit tun will, kann den Mund mit klarem Wasser spülen.

 

Wie sieht eine „zahnförderliche“ Ernährung aus?  Muss auf Zucker verzichtet werden?

Was gesund ist für den Körper, ist auch gesund für die Zähne. Die Ernährung sollte ausgewogen und abwechslungsreich sein. Auf Zucker kann kaum verzichtet werden, denn er steckt in Obst, Gemüse und Getreide. Diese enthalten aber auch lebensnotwendige Vitamine, wie Betacarotin, Vitamin A und C, die Zahnfleischerkrankungen vorbeugen. Obst und Gemüse sollten möglichst roh verzehrt werden: Durch das Kauen wird sowohl die Zahnoberfläche gereinigt als auch der Speichelfluss angeregt, dessen Mineraliengehalt die Zähne remineralisiert.

Gleiches gilt für Vollkornprodukte. Kalzium und Vitamin D aus tierischen Lebensmitteln und Fleisch können die Zähne härten. Mein Tipp: Fluoridiertes Speisesalz. Speisesalz benutzen. Das Fluorid wird in die Zähne eingelagert und remineralisiert sie.

 

Und Getränke?

Die Auswirkung von Zucker in Getränken wird oft unterschätzt. Fruchtsäfte oder Limonaden enthalten in einem sehr hohen Maß sowohl Zucker als auch Säure. Beim Trinken werden die Zähne werden von dieser Flüssigkeit auch noch umspült. Wesentlich zahnfreundlicher ist Wasser oder ungesüßter Tee. 

 

Ist es eigentlich besser einmal ausgiebig zu naschen  als immer wieder zwischendurch?

Ja. Es ist nicht nur die Zuckermenge entscheidend, die man zu sich nimmt, sondern auch die Häufigkeit, mit der die Zähne dem Zucker ausgesetzt werden. Karies entsteht ja nicht direkt durch Zucker, sondern deshalb, weil Bakterien im Mund ihn verstoffwechseln und dabei eine zahnschädigende Säure entsteht. Wenn man tagsüber immer wieder zwischendurch nascht, bekommen die Bakterien ständig Nachschub. Zucker trägt außerdem dazu bei, dass die Bakterien überhaupt auf den Zahnoberflächen haften können, besonders, wenn er klebrig ist, wie in Bananen oder bei Karamell. Das gibt Bakterien sehr gute Chancen, über einen längeren Zeitraum hinweg diesen Zucker zu verstoffwechseln. Bei einmaligem Naschen bleibt der Zucker nicht so lange auf der Zahnoberfläche..

 

  

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