Vorsicht: Unterzuckerung!

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Fällt der Zuckergehalt im Blut unter 40 bis 50 mg/dl oder 2,8 mmol/l, spricht man von Unterzuckerung. Die starke Unterzuckerung bei Diabetes mellitus ist ein Notfall.

 

Ursachen für Unterzucker

Eine zu hohe Dosis von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten wie Sulfonylharnstoffe oder Glinide können eine Unterzuckerung verursachen. Der Verzicht auf eine Mahlzeit, körperliche Belastung, Stress oder Aufregung können ebenfalls Auslöser für eine Hypoglykämie sein ebenso wie größere Mengen Alkohol, Magen-Darm, Nieren- und Lebererkrankungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten.

 

So erkennen Sie  Unterzucker

Typische Symptome sind Konzentrations-, Sprech- und Sehstörungen, Verwirrtheit, Benommenheit sowie Kopfschmerzen oder Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit.

 

Es werden drei Schweregrade  unterschieden:

Hypoglykämie Grad I: Der Patient kann sich durch die Einnahme von schnell verfügbaren Kohlenhydraten selbst helfen.

Hypoglykämie Grad II: Der Patient benötigt aufgrund der Schwere der Unterzuckerung Hilfe von anderen.

Hypoglykämie Grad III: Schwere Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit und ggf. Krampfanfällen: Notfall!

 

Erste Hilfe mit Kohlenhydraten

Diabetiker, die die Unterzuckerung bewusst erkennen, können einer Unterzuckerung mit der Aufnahme von Kohlenhydraten entgegenwirken. Geeignet sind dafür zum Beispiel Traubenzucker, Fruchtsäfte und gezuckerte Limonade, da diese vom Körper rasch aufgenommen werden. Kekse oder Schokolade brauchen dagegen zu lange, um den Blutzucker anzuheben. Auch Diätgetränke wie Coca Cola light sind ungeeignet.

 

Besondere Vorsicht in der Nacht und bei einem hypoglykämischen Schock

Hypoglykämien, die nachts auftreten, werden meistens nicht bemerkt. Mögliche Hinweise sind feuchte Bettwäsche und Schwindel. Bei Verdacht sollte der Blutzucker deshalb auch nachts zwischen 2 und 3 Uhr gemessen werden.Der hypoglykämische Schock geht mit schwerer Unterzuckerung und Bewusstseinsstörungen einher. Diabetiker benötigen in diesem Fall sofort notärztliche Hilfe. Einem Patienten, der noch bei Bewusstsein ist, sollte schnellstmöglich eine Traubenzuckerlösung oder ein zuckerhaltiges Getränk eingeflößt werden. Bewusstlose Menschen werden in die stabile Seitenlage gebracht und es muss darauf geachtet werden die Atemwege freizuhalten. Am schnellsten hilft eine Spritze mit dem Hormon Glucagon. Diese Maßnahme muss jedoch unter der Anleitung von  Experten erlernt werden.

 

Tipps: Unterzuckerung vermeiden

Diabetiker und idealerweise auch deren Angehörige müssen Warnzeichen einer Hypoglykämie rechtzeitig erkennen und richtig reagieren. Mit regelmäßigen und häufigen Blutzuckermessungen können sinkende Blutzuckerwerte frühzeitig entdeckt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Diabetespatienten sollten immer eine Packung Traubenzucker bei sich tragen. Wichtig ist zudem der Diabetiker-Ausweis, der in der Tasche bzw. im Geldbeutel und auch am Arbeitsplatz aufbewahrt werden sollte.

  

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