Diabetes-Typ-2 – Besser abklären

©momius-AdobeStock

 

Könnte ein Diabetes in Ihnen schlummern? Oft dauert es Jahre, bis sich die Erkrankung bemerkbar macht. Nahezu genauso häufig sind dann bereits irreparable Schäden entstanden. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte deshalb mindestens einmal pro Jahr seinem Arzt einen Besuch abstatten.

Der Arzt wird Blut abnehmen, den Blutdruck messen und prüfen, ob und wie viel Übergewicht sowie ungünstige Lebensgewohnheiten vorliegen. Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte werden festgestellt, erstere zeigen, ob der Insulinhaushalt noch in Schuss ist, letztere geben Anhaltspunkte für eine mögliche Fettstoffwechselstörung. Zum Tests muss man „nüchtern“ erscheinen. Wichtig: es darf rund sechs Stunden zuvor nicht mehr gegessen werden, Getränke müssen kalorienfrei sein – und Raucher sollten für diesen Zeitraum die Zigarette in der Schachtel lassen.

 

Blutzucker okay?

Wird ein Blutzuckerwert unter 110 mg/dl gemessen, heißt die Diagnose: Kein Diabetes. Wer dennoch als Diabetes gefährdet gilt (siehe dazu Test im Kasten), sollte sich spätestens nach einem Jahr wieder bei seinem Arzt zur Untersuchung einfinden. Zeigt sich im Blutplasma ein Wert zwischen 110 und 125 mg/dl, besteht Verdacht auf einen sogenannten latent vorhandenen „schlummernden“ Diabetes (die Glukosetoleranz ist bereits gestört). Bei Werten jenseits der 125 mg/dl ist wiederum der Tatbestand „Typ-2-Diabetes“ so gut wie sicher. Bringt auch ein zweiter Blutzuckertest solch ein Ergebnis, steht die Diagnose fest.

 

Unter Verdacht?

Wer verdächtige Werte hatte, lässt zur genaueren Abklärung einen Zuckerbelastungstest machen, im Fachjargon oraler Glukosetoleranztest genannt. Dieser Check deckt Diabetes-Vorstadien auf. Er ist notwendig, da der Blutzuckerspiegel häufig noch nicht dauerhaft erhöht ist. Der Test verlangt dem Patienten ein wenig mehr Vorbereitung ab: Drei Tage vor dem Check muss man einige Ernährungsvorschriften einhalten, die letzten zehn Stunden bis zur Untersuchung darf nichts mehr gegessen werden. Der Arzt nimmt dann zunächst für den Nüchtern-Blutzuckerwert Blut ab, danach bekommt der Patient einen Traubenzuckerdrink (Wasser und 75 Gramm Traubenzucker). Nach zwei Stunden wird nochmals Blut entnommen. Auf Basis der beiden Werte kann der Arzt beurteilen, ob Diabetes bzw. ein Frühstadium oder – hoffentlich – nichts von beidem besteht.

 

Sind Sie gefährdet? 

Treffen drei oder mehr der folgenden Punkte zu, ist Ihr Risiko für einen Typ-2-Diabetes vermutlich hoch:

• Sie haben Übergewicht (Body- Mass-Index >25).

• Ihr Taillenumfang beträgt mehr als 80 Zentimeter (Frauen) oder 94 Zentimeter (Männer).

• Sie essen wenig Salat, Gemüse und Obst.

• Sie bewegen sich täglich kaum oder gar nicht.

• Sie sind älter als 50 Jahre.

• Mindestens ein Mitglied der (Blut-)Verwandtschaft hat Diabetes.

• Ihre Blutzuckerwerte waren bzw. sind erhöht.

• Ihnen wurden bereits Medikamente gegen Bluthochdruckverschrieben.

 

 Startseite