Harmlos, aber schmerzhaft

©-Nobilior_AdobeStock

 

Sie sind klein, befallen die Menschen aus heiterem Himmel und verursachen hässliche Schmerzen: Aphthen in der Mundhöhle sind verbreitet, aber nicht ansteckend. Was hilft: Abwarten und Mund spülen.

Eine Aphthe ist eine milchig schimmernde Entzündung am Zahnfleisch, an der Innenseite von Wange oder Lippe oder auch an Gaumen oder Zunge. Ihren Namen hat sie von dem griechischen Wort „Aphtha“ für „Mundausschlag“. Meist ist das Gewebe um die Aphthe herum gereizt und rot und immer tut es weh, erläutert Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer und Präsident der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern.

Aber er beruhigt: „In der Regel sind die Entzündungen völlig harmlos. Diese sogenannten Minor-Aphthen sind höchstens linsengroß und klingen im Laufe von ein, zwei Wochen von allein wieder ab.“ Die wesentlich seltener auftretenden Major-Aphthen dagegen werden deutlich größer, graben sich tiefer in die Schleimhaut ein und brauchen manchmal Wochen, um zu verheilen. Noch seltener passiert es, dass mehrere kleine Aphthen zur selben Zeit sprießen. Diese dritte Form nennt man herpetiforme Aphthe. „Sie sehen ein bisschen aus wie Herpes, sind aber nicht durch Herpesviren verursacht.“

 

Gemeinsam ist allen drei Formen, dass ihre Ursachen noch immer nicht erforscht sind. 

Vor allem, wenn Aphthen immer wiederkehren, könnte ein Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, beispielsweise Eisen, Folsäure oder Vitamin B 12, dahinterstecken, berichtet Dietmar Oesterreich. Möglich sind auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Auch Vererbung und bestimmte Medikamente könnten eine Rolle spielen. Beobachtet wird auch, dass Stress ein Auslöser sein kann, denn er schwächt ganz allgemein das Immunsystem. Schließlich kann auch aus kleinen Verletzungen im Mund, zum Beispiel durch eine Zahnspange oder schlecht sitzenden Zahnersatz, eine Aphthe entstehen.

Ist sie dann einmal da, gilt es vor allem die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern. Viele Mundspülungen, aber auch Gele und Pasten enthalten hilfreiche Wirkstoffe, erklärt Zahnmediziner Dietmar Oesterreich: „Im Vordergrund steht dabei die schmerzstillende Wirkung. Darüber hinaus können antibakterielle Mundspülungen verhindern, dass sich das Gewebe um die Aphthe herum noch weiter entzündet.“

Einige Nahrungsmittel, beispielsweise scharfe Gewürze, Zitrusfrüchte, Obstsäfte oder auch alkoholische Getränke, können dagegen den Schmerz im Mund verstärken und sollten möglichst gemieden werden. Gleiches gilt für sehr harte Speisen. Zahnarzt Dietmar Oesterreich rät aber unbedingt: „Wenn die Aphthe nach zwei Wochen nicht verschwunden ist, gehen Sie zum Zahnarzt und lassen Sie abklären, ob möglicherweise eine andere Erkrankung dahintersteckt.“

 

Startseite