Schwungvoll ins neue Jahr

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Schwungvoll ins neue Jahr

Kurz vor Silvester wächst bei vielen das Bedürfnis, im neuen Jahr so manches anders zu machen. Dann ist die Zeit für gute Vorsätze, die aber leider oft den Neujahrstag nicht überdauern. Was kann man im Interesse der eigenen Gesundheit ändern und wie kann gute Vorbereitung dazu beitragen, dass es diesmal auch tatsächlich klappt?

 

Mehr Bewegung, gesünder essen, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören und endlich mehr Zeit für Freunde und Familie. Diese Pläne gehören unzweifelhaft in die Top Ten der guten Vorsätze. Und so mancher hat sich das auch schon etliche Male vorgenommen. Spätestens nach der Völlerei der Weihnachtstage reift erneut der Wunsch, vieles davon im nächsten Jahr endlich einmal umzusetzen. Denn schon bald locken Frühling oder Sommer und damit die Zeit, in der man wieder erheblich aktiver werden will.

 

Klügere Menschen treiben Sport

Schon die alten Römer wussten, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohnt. Bei der Erreichung hilft Sport. Dabei muss es sich allerdings nicht um Leistungssport handeln. Schon regelmäßige und ausdauernde Bewegung fördert die Glücksgefühle und steigert die Konzentration. Wichtig ist, dass es auch Freude macht. Deshalb sollte man bei der Entscheidung für eine Sportart immer auch den Spaßfaktor berücksichtigen. Für Menschen, die sich gerne in der Natur aufhalten, eignen sich zum Beispiel Wandern, Radfahren, Joggen oder Rudern. Wer gerne etwas zusammen mit anderen macht, wird sich auf einem Heimtrainer kaum wohlfühlen. Er oder sie kann sich aber gut einem Verein anschließen, um dort entweder Ballsportarten auszuüben oder auch zu tanzen. Feste Trainingszeiten machen zudem den Einbau des neuen Hobbys in den Alltag leichter.  Generell empfehlen Experten Neueinsteigern, sich einen

Trainingspartner zu suchen. Denn gemeinsam macht Sport nicht nur mehr Spaß, der Partner hilft auch bei lustlosen Phasen dabei, den „inneren Schweinehund“ zu überwinden.

Vor allem Menschen, die schon lange keinen Sport mehr betrieben haben, sollten aber vor dem Trainingsbeginn mit einem Arzt sprechen, der aufgrund der körperlichen Situation auch von bestimmten Sportarten abraten kann. Denn der Sport soll ja der Gesundheit dienen und diese nicht – zum Beispiel bei einer beginnenden Herzkrankheit – gefährden. Übrigens: Die Weisheit der alten Römer beutetet nicht, dass Sport auch gleichzeitig klüger macht. Sportmediziner sind aber überzeugt davon, dass klügere Menschen Sport betreiben.

 

Unnötigen Stress abbauen

Regelmäßige Bewegung hilft auch dabei, Stress abzubauen. Und das ist wichtig. Denn wenn der Körper ständig „unter Strom“ ist, hat das durchaus auch negative gesundheitliche Konsequenzen. Und das gilt nicht nur für den sogenannten Burn-out, dessen Folgen den Beschwerden einer Depression gleichen können. Hierzu gehören zum  Beispiel Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, Müdigkeit oder auch das Gefühl der Leere und die oft vergebliche Suche nach dem Sinn. Wenn der innere Druck nie wirklich nachlässt, kann sich das zudem auf den gesamten Organismus auswirken. Einige Unternehmen haben dies bereits erkannt und stellen ihren Mitarbeitern eigene Fitness-Center zur Verfügung oder raten, in der Freizeit auf die Beantwortung von E-Mails zu verzichten.

Aber gestresste Menschen können auch selbst dazu beitragen, ihre innere Ruhe wieder stärker zu finden. So sollten sie Situationen, die sie besonders belasten, möglichst meiden. Bewährt hat sich zudem die Erstellung eines Wochenplans, der dabei hilft, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen. So werden vermeintliche Berge von Arbeit strukturierter und damit leichter zu lösen. Hilfreich ist es schließlich auch, Freunde und Familie über die Pläne zum Stressabbau zu informieren, damit diese gegebenenfalls auch einmal etwas mehr Rücksicht nehmen.

 

Mehr Zeit für sich und Freunde

In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht auch gleichzeitig die guten Vorsätze fassen, sich mehr Zeit für sich selbst sowie für Bekannte und Angehörige zu nehmen. Denn angenehme Termine oder das Beschäftigen mit Hobbys können ebenfalls dazu beitragen, zu entspannen und damit Stress abzubauen.

Regelmäßige Treffen erhalten nicht nur die Freundschaft, sondern sorgen auch für eine größere Lebenszufriedenheit bei allen Beteiligten. Das gilt natürlich ganz besonders für die eigene Familie. Viele Menschen, die sich intensiv auf Beruf und Karriere konzentriert haben, bedauern später sehr, nicht mehr Zeit mit den eigenen Kindern verbracht zu haben. Manche bekommen dafür auch von dem Nachwuchs im Nachhinein berechtigte Vorwürfe. Damit es erst gar nicht dazu kommt, könnte man beispielsweise feste Familientage mit einem Ausflugs- oder Spieleprogramm planen und in den Kalender eintragen. Der Termin ist dann für berufliche Meetings möglichst geblockt. Neben der eigenen Freude kann man dann auch die der Kinder und deren Lachen genießen, das wahrscheinlich zu den besten Faktoren für den Stress-  abbau gehört.

Gemeinsames Fernsehen sollte dabei allerdings die Ausnahme sein. Denn wer viel Zeit vor der Glotze verbringt, bewegt sich nachweislich weniger und schadet damit nicht nur seiner Gehirnleistung, sondern auch seiner gesamten Fitness. Das gilt für Kinder ebenso wie für ihre Eltern. Die Zeit lässt sich wirklich besser und mit gemeinsamen Aktionen verbringen.

 

Ausgewogene Ernährung  – gesund und lecker

Gerade nach den Weihnachtstagen verspüren viele Menschen auch das Bedürfnis, im neuen Jahr weniger, dafür  aber gesünder zu essen. Immerhin nähern sich ja nun auch die wärmeren Tage, in denen Frau und Mann auch eine bessere Figur abgeben wollen. In der Umsetzung kann – wenn richtig gemacht – dieser Vorsatz vielleicht der einfachste sein. Denn ausgewogene Ernährung ist nicht nur abwechslungsreich, sondern kann auch richtig lecker sein. Die Mischung und die Zubereitung machen es aus. Stimmen beide, kann man auch aus viel Obst, Gemüse, Fisch, fettarmer Milch und kalorienarmen Getränken schmackhafte Gerichte zaubern, von denen auch die Gesundheit und das Wohlbefinden profitieren.

Allerdings sollte man die Ernährungsumstellung gut vorbereiten und wenn möglich auch die Familie oder die Mitbewohner einbinden. Gemeinsam fällt es nicht nur leichter, es tut auch allen gut.

 

Schluss mit dem Rauchen

Daran, dass Rauchen schädlich ist, besteht nicht der geringste Zweifel. Es schadet Lunge und Herz, verkürzt die Lebenszeit und lässt auch die Haut älter aussehen. Damit aufzuhören ist der größte Gefallen, den man seiner Gesundheit und nicht zuletzt auch vielen Freunden und Bekannten machen  kann. Und anders als viele denken, ist es auch nie zu spät. Schon nach einiger Zeit bekommt man besser Luft, udie Risiken für Krankheiten der Lunge und Herz werden von Jahr zu Jahr kleiner. Zudem riechen auch Wohnung und Kleidung nicht mehr nach dem blauen Dunst, was vor allem die Nichtraucher in der Familie und dem Bekanntenkreis erfreut.

„Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft.“ So ähnlich wird Marc Twain zitiert. Der amerikanische Dichter beschreibt darin das Hauptproblem. Leicht ist die Tabakabstinenz für langjährige Raucher eben nicht. Zwar ist der rein körperliche Entzug nach einigen Tagen geschafft; danach wird es aber auch und vor allem eine Frage der Psyche. Denn Raucher verbinden viele – auch angenehme – Situationen mit dem Glimmstängel. Experten empfehlen daher, diesen Schritt gut vorzubereiten. Weil die Schlusspunktmethode nicht für jeden geeignet ist, hilft es auch, den Tabakkonsum nach und nach zu reduzieren. Für die gewohnten Raucherpausen sollte man sich zudem andere Beschäftigungen suchen, auf die man sich freuen kann. Unterstützen können zudem einfache Kaugummis oder Nikotinersatzprodukte. Allen gemeinsam ist aber die Erkenntnis: Erst der Wille, dann der Versuch. Denn Menschen, die nicht wirklich mit dem Rauchen aufhören wollen, werden es auch kaum schaffen. Antiraucherkurse bieten Krankenkassen an und auch die Apotheken können hier mit Rat und Tat helfen. Um noch sicherer zu gehen, sollte man möglichst viele Freunde und Angehörige in die Pläne einweihen. Auch das steigert den Ehrgeiz und damit das Durchhaltevermögen. Nicht nur die Fitness wird es danken!

 

Trinke mäßig  und nicht regelmäßig

Alkohol zählt zwar zu den gesellschaftlich akzeptierten Drogen; wer ihn aber regelmäßig trinkt, kann seinem Körper nachhaltig schaden. Daher gehört der Verzicht auf täglichen. Alkoholkonsum ganz sicher zu den guten Vorsätzen, von denen unser gesamter Organismus profitiert. Und das gilt nicht nur für die Gesundheit der Leber. Auch das Immunsystem wird entlastet. Das Krebsrisiko nimmt ab und die Gehirnleistung steigt, wenn man nicht immer wieder – vielleicht auch nur wenig – „beduselt“ ist.

Wer weniger Alkohol trinken möchte, kann dies durch eine weit weniger üppige Vorratshaltung im Haushalt unterstützen. Denn auch zu einem guten Essen muss nicht immer ein edler Tropfen serviert werden. Und falls dies doch einmal sein soll, kann man ja auch noch kleinere Gläser wählen.

 

Gute Vorsätze brauchen  geplante Strategien

Diese Liste der guten Vorsätze ließe sich beinahe beliebig erweitern. Ausreichender Schlaf oder ein paar Vorsorgetermine beim Arzt mehr könnten beispielsweise dazu gehören. Allerdings müssen diese dann auch alle umgesetzt werden, damit sie wirklich etwas nutzen. Psychologen wissen, dass zu viele Ziele oder zu allgemein gehaltene Pläne oft bereits in der Silvesternacht zum Scheitern verurteilt sind.

Deshalb raten sie zu realistischen Vorsätzen. Wenn ein übergewichtiger Kettenraucher, der gerne mal zwei oder drei Gläser Wein am Abend trinkt, sein komplettes Leben umkrempeln will, dann führt das im positivsten Falle zumindest zu sehr schlechter Laune, die weder seine Familie noch seine Freunde gut finden werden. Hier ist es sicher besser, sich ein Ziel nach dem anderen zu setzen und dabei auch daran zu denken, dass der Rauchstopp in den meisten Fällen auch das eine oder andere Kilo mehr auf die Rippen zaubert.

 

Der Vertrag mit sich selbst

Vielen Menschen hilft es, die guten Vorsätze auf Papier zu bringen und so einen Vertrag mit sich selbst zu schließen, den man in Momenten der Schwäche immer wieder hervorholen kann. Und wenn man dann nicht nur die Ziele, sondern auch die erhofften Ergebnisse aufschreibt, kann man schnell erkennen, welche Erfolge man schon erreicht hat. Fällt das Treppensteigen leichter oder loben Freunde, dass die Wohnung nicht mehr so wie früher nach blauem Dunst riecht? Alles das kann eine positive Verstärkung sein, die zum Weitermachen motiviert. Unterstützend ist es schließlich, Freunde über die Ziele zu informieren. Dann können diese dabei helfen, Schwächephasen zu überwinden.

 

Eines gilt aber für alle guten Vorsätze. Mann muss es wirklich selbst wollen! Wer nur mit dem Rauchen aufhört, weil der Partner es fordert, findet sich möglicherweise bald in dunklen Ecken wieder und steigert seinen Pfefferminzkonsum für das „Bonbon danach“. Damit wäre aber niemandem geholfen. Die Reihenfolge ist also wichtig: Erst der Wille, dann der Plan und am Ende erst die Umsetzung. Wir wünschen Ihnen ein schönes neues Jahr!

 

 

 

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