Wenn es nur noch tröpfelt…

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Männer gehen seltener zum Urologen als Frauen. Warum?

Frauen haben weniger „Berührungsängste“, sie übernehmen die Verhütung, sie gehen also schon früh zum Gynäkologen wegen der Pille oder stellen sich dort vor, wenn sie Menstruationsbeschwerden haben. Bei Männern gibt es diese Probleme nicht. Wenn der Mann keine Beschwerden hat, wird er vor 45 Jahren nicht zum Urologen geschickt.

 

Männer haben seltener eine Blasenentzündung als Frauen. Haben sie insgesamt auch weniger Blasenprobleme als Frauen?

Das natürlich nicht. Je älter ein Mensch wird, umso infektanfälliger wird er. Beim älteren Mann kann beispielsweise eine Verkühlung zu einer Prostataentzündung führen. Bei jüngeren Männern nehmen die sexuell übertragbaren Erkrankungen zu, die auch Blasenprobleme verursachen. Seit HIV „nur noch“ eine chronische Krankheit ist, kommt das Kondom beim Sex seltener zum Einsatz. Dann sind Männer genauso oft beim Urologen wie Frauen.

 

Welches sind die häufigsten Männerthemen beim Urologen?

Bei Männern macht sich meist um die 40 das Prostatawachstum bemerkbar. Es kann dann zu Blasenentleerungsstörungen, zu einem schwächeren Harnstrahl oder zum Nachtröpfeln kommen. Der Harndrang kann zunehmen, auch nächtlicher Harndrang, oft mit nur geringen Ausscheidungsmengen. Es treten auch Entzündungen auf, Ausfluss oder Reizbeschwerden mit und ohne Prostataentzündung. Raucher z. B. haben ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko, der ebenfalls zu Harndrang führen kann oder zu Blut im Urin.

 

Welche Symptome sind ein Fall für den Urologen?

Alle Beschwerden, die länger als vier Wochen andauern, ebenso wenn sie mit Fieber verbunden sind oder mit starken Schmerzen; wenn nur noch unter Schwierigkeiten Urin gelassen werden kann oder wenn er nur noch tropfenweise kommt. Und immer wenn Blut im Urin ist, auch ohne Schmerzen.

 

Ab welchem Lebensalter empfehlen Sie regelmäßige Urologenbesuche und warum?

Die normale Krebsvorsorgeuntersuchung der Prostata ist ab 45 Jahren Kassenleistung, ab 50 dann noch zusätzlich mit einer Darmkrebsvorsorge. Auch ohne Beschwerden ist es aus urologischer Sicht sinnvoll, zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr den Restharn zu machen und die Prostatagröße mit Ultraschall bestimmen zu lassen, bevor Beschwerden oder Schäden auftreten. Eine Prostata vergrößert sich langsam und schmerzfrei und manchmal bemerken Betroffene nicht, dass ihre Blase nicht vollständig entleert ist.

Dadurch kann eine Blasenüberdehnung und in Folge eine Überlaufinkontinenz entstehen. Auch ein Ultraschall der Niere ist ratsam, denn zwischen 40 und 50 steigt das Risiko für Nieren- und Blasenkrebs, insbesondere bei Rauchern.

 

Übrigens sollten auch Jungs, die einen Hodenhochstand haben, spätestens im Alter von einem Jahr einem Urologen gezeigt werden. Denn wenn der Hoden in der Leiste verbleibt, kann er entarten oder die Funktion verlieren.

 

 

 

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