Wandern mit dem Lama

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Wandern mit dem Lama

Mensch und Tier sind füreinander geschaffen. Das wird besonders bei einem Lama-Trekking durch die Lienzer Dolomiten (Osttirol) spürbar. Was gibt es schließlich Schöneres, als sich im Einklang mit der Natur und einem Lama zu befinden?

 

Ganz allmählich gerate ich in eine Art angenehmen Trancezustand. Schon seit Stunden geht es über Stock und Stein, entlang sattgrüner Täler und über blühende Wiesen, und nun auf einem sandigen Pfad bergauf. Zum einen ist hier in den Osttiroler Dolomiten die Natur noch intakt, nahezu unberührt, jede Hektik fällt da ohnehin von einem ab.

Zum anderen ist daran im durchweg positiven Sinne mein Begleiter Emil schuld. Denn er hat mir meine Last für die gesamte mehrtägige Tour abgenommen, trägt mein komplettes Gepäck, das inklusive Schlafsack und Spirituskocher immerhin mehr als zehn Kilogramm wiegt. Außerdem ist Emil ein sehr angenehmer, da durchweg friedlicher und entspannter Begleiter. Ein zotteliger Freund, der mir bei dieser alpinen Tour nicht von der Seite weicht.

 

Raus aus dem Alltagstrott

Emil ist ein ausgewachsenes, männliches Lama mit kuscheligem, weißgrauem Fell. Er ist eine Art Entschleuniger für alle, die sich auf ihn einlassen, mit ihm reden und ihm mit Streicheleinheiten signalisieren: Ich mag dich so, wie du bist.

Im kontinuierlichen Trott der Lamas kommt man aus dem eigenen Alltagsstress heraus, Schritt für Schritt. „Die Gelassenheit und Ruhe der Tiere ist ansteckend“, so unser Bergführer und Lama-Trekking-Experte Karl-Peter Schneeberger (Informationen unter www.Dolomitenlama.at). Für ihn sind Lamas die beste Zurück-zur-Natur-Methode, sofern man mit ihnen und ihrer Ruhe in Resonanz geht.

Es geht mit den Bergkamelen angenehmerweise ohne Ballast auf dem Rücken die Berge hinauf wie hinunter. Dennoch schmelzen bei den stunden- bis taglangen Touren die Pfunde nur so weg. Das liegt nicht zuletzt auch am Rhythmus der Lamas, denn das relativ langsame, aber gleichmäßige Gehen verbrennt nachhaltig Fett. Die wildromantischen Lamatrekkings sind vor allem deshalb auch „wild“, weil man sich voll und ganz in der Natur befindet, auf alpinen Schutzhütten, aber auch in Gasthöfen übernachtet und sauberes Bergquellwasser direkt aus der Quelle trinkt. Meinen Emil stört dies alles nicht im Mindesten. Luxus bedeutet im nichts, Hauptsache er ist an der frischen Bergluft und bekommt genügend frische Gräser zu fressen. Er hat ja so recht.

 

„Camel-Light“

Lamas gehören zur Familie der Kamele. In den Anden Südamerikas sind die Paarhufer weit verbreitet. Dort werden sie vorwiegend als Lasttiere eingesetzt. Lamas sind kleiner als ein Kamel oder Dromedar. Sie erreichen eine maximale Schulterhöhe von 1,40 Meter, bringen es dabei auf bis zu drei Zentner Gewicht, Höcker übrigens Fehlanzeige. Wer es in Rage bringt, wird von dem sonst sehr friedlichen

Bergkamel zur Strafe gerne einmal angespuckt.  

 

Mit dem Lama durch Deutschland

Keine Frage, die putzigen Tierchen sind im Trend: Von Nord bis Süd gibt es zahlreiche Angebote für Wandern oder Trekking bis hin zum Lama-Malkurs. Dabei werden auch die kleineren Verwandten Alpakas stets beliebter. Fündig von Brandenburg bis zu den Alpen wird man im Lama-Netzwerk www.trekking-lamas.de.

 

 

 

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