Wundheilung bei Diabetikern

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Wundheilung bei Diabetikern

Von Wundheilungsstörungen spricht man, wenn Hautdefekte innerhalb von sechs Wochen trotz Behandlung nicht abheilen.  Zu den häufigsten chronischen Wunden gehören Dekubitus, das Diabetische Fußsyndrom und Geschwüre wie offene Beine (Ulcus cruris).

 

Menschen mit Diabetes haben ein besonders hohes Risiko, chronische Wunden zu entwickeln. Vor allem die Füße sind aufgrund der mechanischen Belastung gefährdet. Die Neuropathie als Spätfolge des Diabetes führt zu einer Gefühlsstörung mit fehlender Schmerz-, Druck- und Temperaturempfindung an den Füßen.  Darüber hinaus ist die Schweißsekretion beim diabetischen Fuß vermindert, was mit trockener Haut, Fissuren und Rissen einhergeht. Zudem besteht sehr oft eine arterielle Durchblutungsstörung der Füße mit schlechter Wundheilung oder Infektionen. Dies kann zusammen mit unzureichender oder fehlender Fußpflege im schlimmsten Fall eine Zehen- oder gar Fußamputation zur Folge haben. Hinzu kommt, dass die bei Diabetikern überschießende Hornhautbildung dazu führt, dass das Ulcus häufig von Hornhaut überwachsen ist und in seiner Größe unterschätzt wird. Kleinere  Verletzungen, z. B. beim Schneiden der Zehennägel, werden oftmals nicht wahrgenommen, sind aber eine ideale Eintrittspforte für Keime, die eine sekundäre Infektion verursachen können. So kann aus einer Bagatellverletzung ein Geschwür werden oder eine schwere Phlegmone entstehen.

 

Füße täglich kontrollieren

Damit es erst gar nicht so weit kommt, müssen die Füße täglich auf Druckstellen, übermäßige Verhornung, Rötungen oder Verletzungen inspiziert werden. Wird eine Verletzung entdeckt, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Um chronische Wunden zu verhindern, spielt die Fußpflege bei Diabetikern daher eine vorrangige Rolle. Die Füße sollten täglich mit einer milden Seife gewaschen und abgestorbene Hautzellen mit einem Bimsstein entfernt werden; scharfe Klingen dürfen dagegen nicht eingesetzt werden, ebenso keine Salben und Hühneraugenpflaster, die Salicylsäure enthalten, da diese das Gewebe auflöst. Fußbäder sollten maximal fünf Minuten dauern, damit keine Bakterien in das aufgeweichte Gewebe eindringen. Übermäßige Hornhaut muss vor allem bei der Erstbeurteilung der Wunde vom Arzt abgetragen werden. Die Füße sollten täglich eingecremt werden, um neue Risse zu verhindern. Barfuß laufen empfiehlt sich für Diabetiker grundsätzlich nicht.

 

Moderne Wundversorgung   

Das Diabetische Fußsyndrom wird wie andere chronische Wunden behandelt: Nach der Wundreinigung erfolgt die Wundspülung und der Wundrand wird durch das Auftragen eines geeigneten medizinischen Hautschutzes gepflegt. Das Anbringen von wirkstofffreien feuchten Wundauflagen dient zur Aufrechterhaltung eines feuchtwarmen Milieus im Wundbereich. Diese Maßnahmen erfolgen im akuten Fall täglich.

 

Wichtig ist die ausführliche Beratung durch Podologen, wie die Füße am besten gepflegt werden. Und natürlich ist ein gut eingestellter Blutzucker stets die Grundvoraussetzung bei der Behandlung von Hauterkrankungen bei Diabetikern.

 

 

 

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