Sonne, Strand und Mehr

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Sonne, Strand und Mehr
Kleine Tipps, um den Urlaub noch besser genießen zu können …

Als Christoph Kolumbus am 1492 mit drei Segelschiffen in See stach, um den Seeweg nach Indien zu finden, musste er wegen eines Mastbruchs zunächst einen vierwöchigen Zwischenstopp auf den Kanarischen Inseln einlegen. Von dort benötigte er einen weiteren Monat und sechs Tage bis er das nächste Mal an Land gehen konnte. In Indien, wie er glaubte, tatsächlich war er aber auf den Bahamas gelandet – erst lange unterwegs und dann an der falschen Stelle eingetroffen. Aber zu dieser Zeit konnte man froh sein, überhaupt irgendwo heil  anzukommen.

 

Wer heute in Frankfurt Richtung Indien ins Flugzeug steigt, kommt zuverlässig acht Stunden später in Bombay an. Irrfahrten und Mastbrüche haben Urlaubsreisende also nicht mehr zu fürchten. Aber die gute Erreichbarkeit entlegener Erdteile und der schnelle Wechsel von Klimazonen werfen andere Probleme auf. Innerhalb weniger Stunden wird der Organismus mit ungewohnten Temperaturen, fremdem Essen und unbekannten Erregern konfrontiert. Auch die Anreise ist häufig eine Strapaze – denn die beengte  sitzende Haltung im Flugzeug belastet die Venen, weil das Blut  in den Beinen nicht richtig zirkulieren kann. Das gilt übrigens auch für lange Autofahrten. Wer schon bei der Anreise auf seinen  Körper achtet, kommt entspannter an und hat mehr vom Urlaub.

 

Hier sind unsere wichtigsten Tipps:

 

Reiseübelkeit vorbeugen

Übelkeit entsteht bei den meisten Menschen dann, wenn der Reiserhythmus unregelmäßig wird: beispielsweise durch „Luftlöcher“ beim Fliegen, Stop and Go und Serpentinenfahrten im Auto oder starken Wellengang bei einer Schiffsreise. Es gibt viele Tipps: zum Horizont schauen, Augen schließen, sich hinlegen … Bei manchen hilft das, bei anderen nicht. Wer zur Reiseübelkeit tendiert und  auf Nummer sicher gehen will, sollte vorher ein entsprechendes  Medikament einnehmen.

 

Auf Hygiene achten

Verdauungsprobleme mit Durchfall trüben am häufigsten das Urlaubsvergnügen. Mit der entsprechenden Hygiene lassen sie sich vermeiden. Beim Essen sollte auf alles verzichtet werden, was mit Keimen verseucht sein könnte. Dazu gehören Salate, Speiseeis, Eiswürfel im Getränk, nicht durchgebratenes Fleisch, roher Fisch und alle Speisen, die entweder nicht richtig gekühlt oder zu lange bei mittlerer Temperatur warmgehalten werden. Das bietet potenziellen Krankheitserregern gute Vermehrungsmöglichkeiten. Wasserflaschen sollten grundsätzlich nur ungeöffnet gekauft werden. In Ländern mit sehr schlechter Wasserqualität ist auch Zähneputzen mit Mineralwasser sicherer. Häufiges Händewaschen schützt vor Infektionen. Barfuß laufen kann in tropischen Ländern ebenfalls riskant sein, denn man kann sich Parasiten einfangen.

 

Verdauung unterstützen

Ungewohntes Essen und verschobene Essenszeiten, fremde Gewürze, ein überreiches Hotelbuffet, eine größere Menge Alkohol und vielleicht auch weniger Bewegung als gewöhnlich können die Verdauungsroutine durcheinanderbringen. Bei Verstopfung ist Flüssigkeit wichtig, also viel trinken. Außerdem braucht der Darm Ballaststoffe, um in Bewegung zu kommen. Hier helfen frisches Obst (waschen und schälen), Trockenfrüchte, Gemüse, Hülsenfrüchte oder, wenn das nicht ausreicht, ein bis zwei Löffel Weizenkleie oder Leinsamen am Morgen, die mit Joghurt eingenommen werden können. Dazu muss dann viel  getrunken werden. Mit regelmäßiger Bewegung dazu sollte das Problem bald gelöst sein.

 

Viele Urlauber leiden allerdings eher unter dem Gegenteil – gerne auch „Montezumas Rache“ genannt, aber nicht nur in Südamerika zu Hause. Vorbeugend gelten die bereits erwähnten Hygiene-Tipps. Bei Durchfall verliert der Körper schnell viel Flüssigkeit und auch wertvolle Mineralien. Mit einem selbstgemachten Getränk aus einem Liter abgekochtem Wasser, Mineralwasser oder schwarzem Tee und jeweils einem halben Teelöffel Salz und zwei Esslöffeln Zucker kann man sich helfen. Die Mischung sollte in kleinen Schlucken getrunken werden. Ebenfalls geeignet: Gemüsebrühe. Wer in Asien unterwegs ist, kann die Flüssigkeit einer grünen Kokosnuss zu sich nehmen. Sie sollte aber erst unmittelbar vor dem Verzehr geöffnet werden. Außerdem helfen Bananen und geriebene Äpfel sowie Reisschleim, der mit Wasser gekocht wurde. Lassen sich weder Durchfall noch Verstopfung mit den genannten Mitteln beseitigen, hilft nur der Gang zum Arzt, in die Apotheke oder der Griff in die – hoffentlich gut ausgestattete – Reiseapotheke. Was dort hineingehört, können Sie unserer Liste auf Seite 10 entnehmen.

 

Ausreichend Trinken

Nicht nur bei Verdauungsproblemen müssen Urlauber auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten. Gerade im Sommerurlaub verliert der Körper selbst ohne Belastung viel Flüssigkeit und Mineralien. Wer dazu noch körperlich aktiv ist, wandert, joggt oder Fahrrad fährt, schwitzt noch mehr. Eine ausreichend große Flasche Wasser (oder auch zwei) gehört deshalb bei allen Aktivitäten in den Rucksack oder Strandkorb. Wem Wasser zu langweilig ist, kann auf Tee oder Schorle ausweichen. Gezuckerte Limonaden sind weniger geeignet. Hastig abgekippte, eiskalte Getränke können einen Durchfall provozieren, deshalb lieber weniger kalt und in kleinen Schlucken trinken. Die Trinkmenge muss der Temperatur und der körperlichen Aktivität angepasst werden.

Übrigens: Bei Flugreisen ist die Kabinenluft immer sehr trocken. 1 bis 2 Gläser Wasser pro Stunde decken den Flüssigkeitsbedarf.

 

Richtig vor der Sonne schützen

Sommerurlaub verlangt Sonnenschutz, eigentlich egal, in welche Region die Reise führt. Auch in Deutschland kann ein wolkenloser Hochsommertag rasch zu einem Sonnenbrand führen. Im Süden ist die UV-Strahlung noch intensiver. Hellhäutige, blonde, blauäugige Menschen vertragen in der Regel weniger Sonne als dunklere Hauttypen mit braunem Haar und braunen Augen. Der Sonnenschutzfaktor muss deshalb dem Typ entsprechen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich des benötigten Schutzfaktors hilft der Apotheker gerne weiter. Idealerweise wird die Sonnencreme etwa eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien großzügig aufgetragen und gegebenenfalls nach dem Schwimmen erneuert. An den ersten Urlaubstagen sollte man es trotzdem nicht übertreiben. Sobald die Haut anfängt zu brennen oder sich sogar rötet – raus aus der Sonne! Ein Sonnenbrand ist schmerzhaft, schädigt die Haut und schmälert das Urlaubsvergnügen. Zur Hautpflege nach der Sonne gibt es sogenannte  After-Sun-Produkte. Sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und wirken kühlend. Grundsätzlich ist es besser, die Mittagssonne zu meiden und sich zwischen 12.00 und 16.00 Uhr einen kühlen Schattenplatz für eine  Siesta zu suchen. Zum richtigen Sonnenschutz gehören außerdem ein luftiger Hut für den Kopf und eine Sonnenbrille mit geprüften Gläsern, um die Augen zu schützen.

Auch mal an die Venen denken

Bei Hitze versackt das Blut schnell in den Beinen, weil sich die Gefäße weiten. Bei Venenproblemen empfehlen sich während langer Anreisen mit beengten Sitzverhältnissen Thrombosestrümpfe. Um die Blutgefäße zu entlasten, hilft es, unterwegs zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und einige Male zwischen Zehen- und Fersenstand zu wechseln. Das geht zur Not auch im Sitzen, wenn man die Waden dabei schön anspannt. Bei der Anreise mit dem Auto ist es einfacher, die Fahrt alle zwei Stunden zu unterbrechen, um sich die Beine zu vertreten oder den verspannten Körper ein bisschen zu dehnen. Im Urlaub ist Venenpflege dann einfacher – regelmäßige Bewegung, ausgiebig schwimmen und zwischendurch Beine hochlegen. Und das ist ja genau das, was man im Urlaub am liebsten macht.

 

Impfschutz überprüfen

Es kann nicht schaden, den eigenen Impfstatus im Auge zu behalten, denn Impfungen, die auch in Deutschland wichtig sind, wie Tetanus, Polio und Diphterie, müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Vor Reisen werden dann die sogenannten Indikationsimpfungen durchgeführt. Sie richten sich nach Reisezeit, Reiseziel und Reiseart. Bei einer Rucksackreise durch Asien wird eine andere Prophylaxe benötigt, als bei einer Städtereise in die USA. Und in Länder, in den streunende Tiere zum Alltag gehören, empfiehlt sich vorsichtshalber Tollwutimpfung.

 

Fernreisende müssen rechtzeitig an notwendige Impfungen denken, denn manche Immunisierung benötigt einen gewissen Vorlauf, weil mehrere Impfdosen erforderlich sind, bis der volle Schutz erreicht ist. Stehen mehrere Länder auf der Reiseroute, ist eine gründliche Vorbereitung umso wichtiger. Denn auch wenn bei der Einreise aus Deutschland gewisse Impfungen nicht erforderlich sind, so können sie doch zwingend verlangt werden, wenn eine Einreise aus Drittstaaten erfolgt. Bei einem frühzeitigen Gespräch mit einem Reisemediziner lassen sich diese Punkte klären. Bei Wanderurlauben innerhalb Europas kann es ebenfalls sinnvoll sein mit einem Reisemediziner zu sprechen. Viele schöne Wanderregionen sind Zeckenhochburgen und ausgewiesene FSME-Risikogebiete. Hier macht eine Impfung ebenfalls Sinn.

 

Bei Diabetes – Wichtiges  ins Handgepäck

Mit Diabetes zu reisen ist grundsätzlich kein Problem, sofern die Reise entsprechend vorbereitet wird. Außerdem werden die Messgeräte immer kleiner und komfortabler und damit das Gepäck immer leichter. Wer mit dem Auto fährt, kann eine Kühlbox an den Zigarettenanzünder anschließen oder eine Kühlbox mit tiefgekühlten Akkus benutzen, um Teststreifen, Insulin und Messgerät kühl zu halten. Wer fliegt, nimmt seinen Diabetesbedarf am besten mit ins Handgepäck. So geht nichts verloren, wenn der aufgegebene Koffer aus unerfindlichen Gründen verspätet oder gar nicht das Ziel erreicht. Insulin muss bei der Sicherheitskontrolle auch nicht in den Beutel mit den Flüssigkeiten, sondern darf mit einer Kühltasche transportiert werden. Allerdings sollte man sich vorher von seinem Arzt ein Attest auf Deutsch und Englisch ausstellen lassen. In heißen Ländern bewahrt man seinen Diabetesbedarf am besten im Kühlschrank auf. Fernreisen sollten vorab mit dem Arzt besprochen werden, weil die Zeitverschiebung bei den Injektionen berücksichtigt werden muss und weil sich bei Hitze der Insulinbedarf verändern kann. Es ist ratsam, in den ersten Urlaubstagen häufiger den Blutzucker zu messen und ihn auch während der Flug- reise regelmäßig zu kontrollieren.

 

Was ist bei Medikamenten  im Handgepäck zu beachten?

Nicht verschreibungspflichtige Medikamente für den persönlichen Gebrauch können ins Handgepäck, die Menge pro Medikament darf maximal einem Dreimonatsbedarf entsprechen. Sind die Medikamente flüssig, dann dürfen sie pro Flasche oder Tube die 100-ml-Obergrenze für Flüssigkeiten nicht überschreiten. Idealerweise sollten auch die Beipackzettel bzw. Originalverpackungen eingepackt werden. Für verschreibungspflichtige Medikamente gelten bei Reisen von Bürgern des Schengen-Raums innerhalb der Länder des Schengener Abkommens einheitliche Regeln. Bei Reisen bis zu 30 Tagen können verschreibungspflichtige Arzneimittel und sogar Betäubungsmittel mitgenommen werden. Allerdings wird bei Betäubungsmitteln eine englischsprachige Bescheinigung des behandelnden Arztes verlangt, aus der die Medikamentendosis, die Wirkstoffgruppe und die Reisedauer hervorgehen.

Außerhalb des Schengen-Raums wird die Sache komplizierter und es empfiehlt sich für Urlauber, die Bestimmungen des Landes direkt bei der jeweiligen Einreisebehörde zu  erfragen. Kontaktadressen finden sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amts. Ist die Einfuhr eines verschreibungspflichtigen Medikaments nicht erlaubt, sollten Reisende klären, ob es im Urlaubsland ein vergleichbares Produkt gibt. Falls nicht, ist die Mitnahme in ein Nicht-Schengen-Land nur über eine Ein- und Ausfuhrgenehmigung möglich, die bei der Bundesopiumstelle beantragt werden muss.

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Urlaub!

 

 

An alles gedacht?

 Unsere Checkliste für Ihre Reiseapotheke!

 

  • ausreichend starker Sonnenschutz
  • Mittel gegen Sonnenbrand
  • Verbandsmaterial (Pflaster werden oft gebraucht)
  • Wund- und Heilsalbe
  • Mückenrepellent und Mittel zur Mückenstichbehandlung
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Schere, Pinzette

 

Medikamente gegen:

  • Reisedurchfall
  • Verstopfung
  • Schmerzen (häufig: Zahn- und Kopfschmerzen,            Menstruationsbeschwerden)
  • Fieber
  • Erkältung, Sommergrippe (Schnupfen, Husten)
  • Reiseübelkeit

 

Wer dazu neigt, sollte auch daran denken:

Medikamente gegen:

  • Sodbrennen
  • Vaginale Pilzinfektionen
  • Blasenentzündung
  • Lippenherpes
  • Ohrenentzündungen (kommen beim Baden häufiger vor)

 

Wer Sport treibt:

  • Elastische Binden, Tape
  • Kalt-/Warm-Kompressen
  • Desinfektionsmittel

 

Außerdem:

  • Augen-, Nasentropfen oder Sprays gegen trockene Schleimhaut
  • Individuelle Medikamente, die regelmäßig

            eingenommen oder angewandt werden müssen

             (Diabetes, Herz-Kreislauf, Pille, Fuß- und Nagelpilz etc.)

  • Fieberthermometer
  • Hygieneartikel
  • Kondome
  • Feuchte Tücher

           

Bei schwerwiegenden Erkrankungen und hohem Fieber           

sollte am Urlaubsort ein Arzt aufgesucht werden!

 

 

 

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