Arthrose ganzheitlich behandeln

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Arthrose ganzheitlich behandeln

4 Fragen an Dr. Edmund Schmidt
Facharzt für Allgemeinmedizin, Chirotherapie, Schmerztherapie und Reisemedizin in Ottobrunn.

 

Wie behandeln Sie als Allgemeinmediziner und Ernährungsberater das Thema Arthrose?
Da eine Arthrose immer mit einer Schädigung des Gelenkes durch starke Entzündungsreaktionen einhergeht, sind neben den bekannten schulmedizinischen Therapien auch Enzyme, Antioxidantien und andere Vitalstoffe gute, natürliche Therapiemittel. Diese packen die Entzündung an der Wurzel und erhalten die schützende Knorpelflüssigkeit aufrecht.

Warum sind Enzyme besonders wichtig?
Fast alle Enzyme fungieren im Organismus als Biokatalysatoren von Stoffwechselprozessen. Ihre Aufgabe ist es, Grundbausteine aus der Nahrung zu erschließen und stoffwechselaktive Stoffe aufzuspalten oder zu verändern, um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden.

Von den über 10.000 Enzymen im menschlichen Körper konnten Wissenschaftler bisher nur etwa ein Drittel genauer beschreiben. Dennoch lässt sich die positive Wirkung wissenschaftlich mit Studien belegen, die zeigen, dass Enzyme bei Arthrose genauso gut wirken wie nicht-steroidale Antirheumatika, sogenannte NSAR (Schmerzmittel ohne Kortison).

Sind Enzyme über die Nahrung nicht schwer aufzunehmen?
Das stimmt. Oft reicht die Zufuhr von Enzymen über die Nahrung nicht aus und sie müssen ergänzt werden. Hier besteht – wie auch bei der Enzymzufuhr über die Nahrung – das Problem, dass die zumeist sehr langkettigen Enzyme nicht oder nur schlecht von der Darmf lora aufgenommen werden können.

Es gibt jedoch auch Enzyme in Form kurzkettiger Bestandteile, sogenannte Stammenzyme. Diese sind in der Lage, sich in die entsprechend langkettigen Bestandteile umzubauen. Im Falle der Arthrose benötigt man vor allem entzündungshemmende, schmerzstillende und abschwellende Enzyme.

Neben den Enzymen setzen Sie auch auf Vitalstoffe. Welche genau sind das?
Da sind vor allem solche, die dem sogenannten oxidativen Stress entgegenwirken. Oxidativer Stress entsteht durch freie Radikale. Das sind Atome, Moleküle oder Ionen, denen ein Elektron fehlt, die deshalb besonders reaktionsfreudig oder radikal sind. Um ihren Elektronenhaushalt auszugleichen, „stehlen“ sie den Körperzellen ein Elektron, was zu einer Schädigung der Körperzellen führt. Freie Radikale entstehen massiv in entzündetem und verletztem Gewebe. Der Körper kann dem Prozess nur mit sogenannten Antioxidantien entgegenwirken, die direkt oder indirekt über Enzymsysteme wirken.

Sie sind in der Mehrzahl vom Spurenelement Selen abhängig sind, einem Hauptbestandteil der meisten antioxidativen Enzymsysteme. Deshalb darf Selen bei der Behandlung einer Arthrose nicht fehlen, ebenso wie die direkten Radikalenfänger Vitamin E und Vitamin C. Weil Stammenzyme den Energielevel im Körper steigern, sind sie bei der Behandlung einer Arthrose enorm wichtig. Ihr Effekt lässt sich deutlich verbessern, wenn bei der Behandlung zusätzlich Coenzym Q10 zum Einsatz kommt.

Coenzym Q10 oder Ubichinon ist eine vitaminähnliche Substanz, die bis zum vierzigsten Lebensjahr vom Körper selbst gebildet werden kann. Danach nimmt die Fähigkeit der Eigenproduktion immer mehr ab. Bei Arthrose darf eine Ergänzung mit Coenzym Q10 in der Behandlung nicht fehlen. MSM (Dimethylsulfon) als Kombinationspräparat mit Glucosamin sind weitere Vitalstoffe, auf die ich in der Arthrosetherapie setze. In Studien zeigte die Kombination bei der Arthrose eine erhebliche schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung.

 

 

 

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