Die Ernährungspyramide

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Die Ernährungspyramide – Was, wovon und wieviel?

Wer sich für eine gesunde Ernährung interessiert, kommt um ein paar Schlagwörter nicht herum: „ausgewogen“ ist eines davon, „vollwertig“ ein anderes. Nun hat man beide zwar zur Genüge gehört und gelesen, aber was ist eigentlich damit gemeint? Vor einigen Jahren entwickelte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) daher die Ernährungspyramide. Anders als die ägyptischen Vorbilder, die seit Jahrtausenden unverändert aus dem Wüstensand ragen, geht die Ernährungspyramide jedoch mit der Zeit. Mittlerweile gibt es sogar eine digitale Version!

 

Als „vollwertig“ wird eine Ernährungsform bezeichnet, die den Organismus mit allen lebensnotwendigen Vitaminen, Mineralstoffen, Fetten, Kohlenhydraten sowie mit Eiweiß, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt. „Ausgewogen“ ist sie dann, wenn dabei auch auf einen abwechslungsreichen Speiseplan geachtet wird, auf dem alle Lebensmittelgruppen in der empfohlenen Menge vertreten sind. Außerdem sollte die Energiezufuhr über verschiedene Lieferanten abgedeckt und nicht zu hoch sein. Das klingt zunächst einmal sehr kompliziert, wird aber verständlicher, wenn man diese Empfehlung anhand eines Schaubilds erklärt. Das bekannteste Schaubild, das genau dieses Ziel verfolgt, ist die Ernährungspyramide. Durch einfache Symbole, die bekannten Ampelfarben und die Unterteilung der Ebenen in Portionsbausteine bietet das Modell eine klare und schnelle Orientierung im Alltag.

 

 

Von Schweden in die Welt

Die erste Ernährungspyramide wurde in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts in Schweden entwickelt. Dabei spielte neben dem Gesundheitsaspekt auch die Bezahlbarkeit der Lebensmittel eine große Rolle. Strukturiert war sie in drei Ebenen: Getreide- und Milchprodukte bildeten das Fundament. Darüber folgten Gemüse und Obst. An der Spitze thronten Fleisch und Geflügel. Anfang der 90er-Jahre griff die DGE die Pyramidenform auf und entwickelte auf Grundlage ihres damals schon lange gebräuchlichen Ernährungskreises die erste deutsche Version. Als Grundlage diente dabei eine flexitarische Ernährungsweise, die an die „10 Regeln der DGE“ angepasst wurde: Das Fundament bildeten Getränke, vorwiegend Mineralwasser; darüber folgten kohlenhydratreiche Getreideprodukte, Gemüse und Obst für Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, eiweißreicher Fisch und Milchprodukte, Fleisch und Eier sowie Süßigkeiten und tierische Fette.

 

Ein Bauwerk im Wandel der Zeit

Es liegt in der Natur der Wissenschaft, dass sie ständig neue Erkenntnisse hervorbringt. Das schlägt sich natürlich auch in den vielen Überarbeitungen der Ernährungspyramide nieder. So baute die DGE ihre Ernährungspyramide im Jahr 2005 um, nachdem Kritik laut geworden war, die bisherige Version würde der Zunahme von Zivilisationskrankheiten, vor allem Adipositas, keinerlei Rechnung tragen. In der Folge tauschten beispielsweise Obst und Gemüse den Platz mit den Getreideprodukten. Mittlerweile sind auch vegetarische und vegane Varianten der Ernährungspyramide, die von ProVeg Deutschland und PETA herausgegeben wurden, im Internet frei erhältlich. So kann insbesondere auch die wachsende Gruppe der Vegetarier und Veganer, für die eine ausreichende Nährstoffversorgung meist schwieriger als für Flexitarier zu erreichen ist, anhand des Modells die eigene Ernährung überprüfen und anpassen.

 

Die Pyramide im digitalen Zeitalter

Eine weitere echte Innovation, die sich nahtlos in den Trend zur zunehmenden Digitalisierung unseres Alltags einfügt, ist die Ernährungspyramide als App. Diese kostenlose Anwendung mit dem Namen „Was ich esse“ wird vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) herausgegeben und ermöglicht es jedem User, ein tages- oder wochenbasiertes Ernährungsprotokoll zu führen, das automatisch in die Form einer Ernährungspyramide übertragen wird. Abendliches Nachgrübeln, was man den Tag über so alles gegessen hat, gehört damit der Vergangenheit an. Außerdem können die Protokolle per E-Mail, WhatsApp oder SMS direkt an einen Ernährungscoach verschickt werden, der einem bei Bedarf auf die Finger klopft – oder zur Belohnung ein Zuckerl gibt.

 

 

 

 

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