HÉVÍZ: Der größte natürliche Thermalsee der Welt

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Berühmte Heilbäder in Europa

HÉVÍZ

Der größte natürliche Thermalsee der Welt

 

Ein heilendes Bad im dampfenden Wasser, inmitten von leuchtenden Seerosen, und durch den Nebel schimmert am Ufer der Wald. Das kann man wohl nur im ungarischen Kurort Hévíz erleben. Denn hier sprudelt aus gut 38 Metern Tiefe heilendes Quellwasser in den mit 4,4 Hektar größten natürlichen und biologisch aktiven Thermalsee der Welt.

Der im Westen Ungarns gelegene Ort Hévíz hat gerade einmal um die 5.000 Einwohner. Trotzdem ist er weit über die Landesgrenzen ein Begriff: Jedes Jahr strömen rund 900.000 Gäste hierher, um sein einzigartiges Kurbad zu erleben. Dessen Nutzung reicht bis in die Steinzeit zurück. Zum echten Kurbad wurde der See aber erst vor etwa 200 Jahren ausgebaut, als der ungarische Arzt Ferenc Szláby die heilende Wirkung des Wassers bestätigte. Daraufhin ließ die hiesige Adelsfamilie der Festetics gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach und nach einen Kurbetrieb aufbauen.

EIN BESUCH LOHNT DAS GANZE JAHR ÜBER
Diese Tradition wurde und wird fortgesetzt: Das heutige Thermalbad, dessen Architektur an eine Art Wasserschloss erinnert, wurde zwar bereits in den 60er-Jahren erbaut. 2006 wurde es jedoch erweitert und modernisiert, sodass es heute über alle modernen Annehmlichkeiten verfügt. Kurgäste können die heilende Wirkung des Wassers aber auch in zahlreichen Kurhotels genießen, die ihre verschiedenen Therapien und Einzelanwendungen wie Ayurveda, Thalasso, Salzbad oder Eissauna im hauseigenen Spa-Bereich anbieten. Der Betrieb läuft dank des Thermalwassers ganzjährig: Während die Temperaturen im Sommer schon einmal die 38° Celsius erreichen, sinken sie im Winter nie unter 23° Celsius. Das Quellwasser des kraterförmigen Sees durchdringt auf seinem Weg eine sieben Meter starke Torfschicht, wodurch eine ganze Reihe heilsamer chemischer Verbindungen gelöst wird. Vor allem enthält das Wasser Schwefel, Kohlendioxid, Kalzium, Magnesium, Hydrogenkarbonat und Radium, weswegen es auch leicht radioaktiv ist. Als Bade-, Trink- oder Schlammkur soll dieses Wasser vor allem bei Magenbeschwerden und Verdauungsproblemen sowie bei Gelenkrheumatismus, Arthritis, Arthrose und vielen anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats Linderung verschaffen. Die empfohlene Badedauer beträgt pro Tag eineinhalb Stunden, aufgeteilt auf dreimal 30 Minuten.

ALTER CHARME UND NEUES WOHLBEFINDEN
Im direkten Umland laden in den Weinbergen kleine Gaststuben Wanderer zum Verweilen ein. Und die quirlige Universitätsstadt Keszthely mit ihren schönen Cafés und dem Barockschloss Festetics ist genauso nah wie der geschichtsträchtige Balaton. Manche Urlauber kommen daher auch nur für einen Tag nach Hévíz. Dem Ort selbst tut das gut: Viele Besucher schätzen das ursprüngliche, bodenständige Flair. So kann es beim Stadtbummel schon einmal passieren, dass ein Trabant über das Pflaster rattert. So viel Nostalgie findet man nur noch selten – vor allem in einem Kurort.

 

 

 

 

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