Besser Schlafen kann man lernen

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Besser Schlafen kann man lernen

Zugegeben: Irgendwann wächst man wohl aus Schlaf, Kindlein, schlaf heraus. Dennoch erfüllen Schlaflieder eine ausgesprochen sinnvolle Funktion: Sie beruhigen uns und bereiten uns auf eine erholsame Nachtruhe vor. Die geht uns nämlich zunehmend ab, meinen Schlafmediziner, und geben Tipps, wie wir selbst ohne Wiegenlied schnell ins Reich der Träume gelangen.

 

Stress auf der Arbeit, Ärger im Privatleben, Sorge um die Gesundheit und die Rente, düstere Aussichten für das globale Klima und den Weltfrieden – es gibt viel, was uns um den Schlaf bringt. Schätzungen zufolge leiden 25 Prozent der Männer und sogar 50 Prozent der Frauen hierzulande an Schlafstörungen, d.h. sie haben Probleme beim Ein- oder Durchschlafen und wachen nachts immer wieder oder morgens zu früh auf. Die Folge ist nicht nur eine andauernde Tagesmüdigkeit, sondern eventuell sogar eine höhere Anfälligkeit für Infekte – denn ein erholsamer Schlaf ist die Basis für unsere Gesundheit.

 

Wieviel Schlaf soll es denn sein?

Natürlich ist das Schlafbedürfnis individuell unterschiedlich. So gibt es durchaus Menschen, die nicht mehr als fünf Stunden Schlaf benötigen. Medizinisch gesehen, gelten jedoch weniger als 42 Stunden Schlaf pro Woche, also sechs Stunden pro Nacht, als Schlafmangel. An einer medizinisch relevanten Schlafstörung leidet, wer länger als einen Monat lang drei Mal pro Woche weniger als fünf Stunden Schlaf abbekommt, vor dem Einschlafen länger als eine halbe Stunde wach liegt, oder nachts häufiger als vier Mal aufwacht und danach nur schlecht wieder einschlafen kann.

 

Anleitung für erholsame Nächte

Um einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten, empfehlen Mediziner einige simple Verhaltensregeln: 1. Folgen Sie möglichst einem gleichbleibenden Tagesrhythmus, damit die innere Uhr nicht durcheinander kommt. 2. Legen Sie sich nur schlafen, wenn Sie auch müde sind. Wenn Sie grübeln, sollten Sie sich durch eine andere Tätigkeit ablenken und es danach noch einmal mit dem Einschlafen probieren. 3. Verzichten Sie ab dem späten Nachmittag auf koffeinhaltige Getränke, essen Sie nicht zu spät zu Abend und trinken Sie Alkohol nur in Maßen. 4. Vermeiden Sie die gängigen „Einschlafrituale“ wie Fernsehen und Computerspiele. Ein Buch oder Musik eignet sich besser, um Körper und Geist „herunterzufahren“. Auch Entspannungsübungen, ein heißes Bad oder ein kurzer Spaziergang können helfen.

 

Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch

Wer trotz dieser Maßnahmen noch immer unter Schlafproblemen leidet, sollte nicht einfach zur Schlaftablette greifen. Die verschafft zwar kurzfristig Linderung, kann auf Dauer aber zu einer Abhängigkeit führen. Außerdem löst sie nicht die Probleme, die der Schlafstörung möglicherweise zugrunde liegen. Versuchen Sie es lieber mit rezeptfreien Produkten wie Tees und reden Sie mit Ihrem Hausarzt. Der kann Sie bei Bedarf an ein Schlaflabor, einen Neurologen oder einen Psychotherapeuten vermitteln, damit Sie Ihre Schlafbeschwerden dauerhaft in den Griff bekommen.

 

 

 

 

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