Der „Herbst“ des Lebens

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Der „Herbst“ des Lebens

Im Herbst färbt sich das einheitliche Grün des Sommers leuchtendgelb, sattbraun und feuerrot. Fast scheint es, als zeige sich nun der wahrhaftige Charakter der Pflanzen. Und so ähnlich ist es wohl auch bei uns Menschen: Im Herbst des Lebens leuchten wir in unseren schönsten, unseren echten Farben. Und welche das sind, liegt ein Stück weit in unserer Hand.

 

Die Pflanzenwelt ist dem Wandel der Jahreszeiten hilflos ausgeliefert. Pflanzen bestimmen nicht darüber, wann die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden. Sie reagieren bloß, indem sie das grüne Chlorophyll in Wurzeln, Ästen und im Stamm einlagern, sodass nun andere Farben zum Vorschein kommen, die zuvor verdeckt waren. Doch während der Herbst für alle Pflanzen gleichermaßen einsetzt, hängt es bei uns Menschen weniger von unserem biologischen Alter ab, wann der Herbst des Lebens beginnt, wie wir ihn gestalten, welche Farben wir ihm verleihen, als von unserem gefühlten Alter.

 

Das Alter ist eine Zahl, das Leben ist ein Gefühl

Forscher, die sich speziell mit dem Prozess des Alterns auseinandersetzen, haben herausgefunden, dass es zwischen dem „tatsächlichen“ und dem „gefühlten“ Alter einen messbaren Unterschied von bis zu 23 Jahren geben kann. Am Spruch „Man ist immer so alt, wie man sich fühlt“ ist also durchaus etwas dran. Und dank der medizinischen Forschung funkt uns auch unser Körper seltener als in den vergangenen Jahrhunderten dazwischen. Viele Erkrankungen und Gebrechen, mit denen man damals leben musste, lassen sich heute therapieren. Außerdem wissen wir mittlerweile um die Auswirkungen unseres Lebensstils, um die Bedeutung, die eine bestimmte Ernährung, körperliche Aktivität oder aber auch unsere Psyche auf unseren Körper hat. Natürlich können wir nicht über alle möglichen Faktoren bestimmen, aber doch über einen kleinen Teil – der jedoch große Auswirkungen haben kann.

 

Sie haben keine Verpflichtung, sondern die Möglichkeit

Wir haben es also – zumindest in einem gewissen Sinne – selbst in der Hand, ob wir vor der Zeit altern oder bis ins hohe Alter jung bleiben. Das Wissen hierum ist da draußen, unzählige Male gesagt, gedruckt und wiederholt, widersprochen und erneut bekräftigt. Für manch einen mag diese Möglichkeit, dieses Potenzial, den sogenannten Herbst des Lebens selbst zu gestalten, da etwas einschüchternd oder gar erschreckend sein. Wie soll ich denn nun bloß leben? Wie darf ich mich verhalten? Verbaue ich mir gerade die Chance auf Gesundheit und Zufriedenheit? Ja, diese Fragen könnten Sie sich stellen. Letztlich geht es aber nicht darum, das letzte Quäntchen Saft aus dem Leben herauszupressen. Sie müssen ihm nichts abringen. Sie können, Sie dürfen sich entscheiden. Wie möchte ich leben? Was möchte ich erleben? Welche Möglichkeiten habe ich? Und was kann ich dafür tun, mir diese selbstgesteckten Ziele zu erfüllen? Oder ganz einfach: In welcher Farbe möchte ich leuchten: grün, gelb, braun oder feuerrot?     

 

 

 

 

 

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