Herzinfarkt bei Frauen

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Herzinfarkt bei Frauen:

Bauchschmerzen können ein Warnzeichen sein

Obwohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen sind, sind gerade ältere Frauen oft allzu zögerlich, wenn es darum geht, den Notruf 112 zu wählen. „Dabei ließen sich viele Todesfälle vermeiden, würden die Herzinfarkt-Symptome richtig gedeutet – und entsprechend schnell eine Ärztin gerufen“, sagt Prof. Dr. med. Christiane Tiefenbacher vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefärztin der Kardiologie am Marien-Hospital Wesel. „Beim Herzinfarkt zählt jede Minute nach dem Prinzip: Zeit ist Herzmuskel.“

 

Da ältere Frauen oft alleine leben, ist es für sie umso wichtiger, Symptome eines Herzinfarktes deuten zu können. Was gar nicht so einfach ist, denn bei Älteren fehlt oft der starke Schmerz im Brustkorb, den viele mit einem Herzinfarkt verbinden. „Ältere Herzinfarkt-Patientinnen empfinden häufiger eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust“, erklärt Prof. Tiefenbacher. Begleitet ist dieses häufig von Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Rückenschmerzen, Kurzatmigkeit und Müdigkeit. Fälschlicherweise deuten Betroffene Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zunächst als harmlose Magenverstimmung. Deshalb rät die Kardiologin Frauen, beim geringsten Verdacht auf einen Herzinfarkt den Rettungsdienst unter der 112 zu rufen oder das Hausnotrufsystem auszulösen, wenn sie an eines angeschlossen sind. Den meisten Frauen, die einen Herzinfarkt erleiden, passiert das etwa zehn Jahre nach der Menopause – dann sind die Herzkranzgefäße nicht mehr wie früher durch die Geschlechtshormone (Östrogene) geschützt.

 

Allerdings können auch jüngere Frauen gefährdet sein, besonders wenn sie rauchen. Neben Rauchen gehören Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress zu den Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder dessen Vorstufe, die Koronare Herzkrankheit. Dabei verstopfen Ablagerungen aus Fett und Kalk (Plaques) die Herzkranzgefäße, sodass sie das Herz nicht mehr so gut mit Blut versorgen können. „Der beste Schutz vor dem Herzinfarkt ist und bleibt ein gesunder Lebensstil“, betont Prof. Tiefenbacher. „Darüber hinaus sollten Frauen regelmäßig ihr Herz checken lassen und die dafür vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Wird die Koronare Herzkrankheit frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich dem Herzinfarkt vorbeugen.“

 

Vorbeugen heißt es auch im Rahmen der gerade angelaufenen bundesweiten Herzwochen vom 1. bis 30. November. Sie stehen dieses Jahr unter dem Motto „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ Während der Herzwochen beantworten Spezialisten in Herz-Seminaren, bei Gesundheitstagen sowie in Telefon- und Online-Aktionen der Deutschen Herzstiftung häufige Fragen von Patienten und informieren mit Kurz-Schulungen in Kliniken. Die Herzwochen bieten Betroffenen und Angehörigen sowie Fachkreisen und Medien die Möglichkeit, sich rund um das Herz kompetent und laienverständlich zu informieren.

 

 

 

 

 

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