Selbstverständlich gut hören

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Selbstverständlich gut hören

Das Hupen eines Lkw dröhnt Ein funktionstüchtiges Gehör gilt als selbstverständlich. Dennoch hört jeder zehnte Mensch auf dieser Erde schlecht. Das Gros gesteht es sich jedoch nicht ein oder findet sich einfach damit ab.

 

„Ja, ja – schönes Wetter heute!“ – so der geflügelte Satz für all jene, die schwerhörig sind. Worüber man gerne lächelt, ist jedoch ein handfestes Problem, das oft zu sozialer Isolation führt bzw. im Alltag gefährlich werden kann, man denke nur an die Probleme im Straßenverkehr.

 

Ohren hören oft nicht hin

Hörverlust ist neben schlechtem Sehen die häufigste Beeinträchtigung der Sinnesorgane, Schätzungen zufolge werden bis zum Jahr 2020 bereits über 800 Millionen Erdenbürger an Hörminderung leiden. Doch könnten die meisten Betroffenen besser leben, stünde der Prävention und Behandlung von Schwerhörigkeit häufig nicht ein gesellschaftliches Phänomen im Wege: Im Gegensatz zur Brille bzw. Kontaktlinse, die ja völlig akzeptiert sind, werden Hörgeräte oft immer noch tabuisiert. Auch führt der meistens schleichende, allmählich fortschreitende Hörverlust zu einer Gewöhnung an den Missstand.  

 

Prävention ist wichtig

Ein Schlüssel zum Erhalt voller Hörfähigkeit bis ins hohe Alter heißt Prävention. Forschungsergebnisse belegen, dass Hörschäden sehr wohl vorgebeugt werden kann. Wir leben in einer lauten, hektischen Welt, gespickt von einem ständigen Geräuschpegel und Lärm – beides kann auf Dauer ein intaktes Gehör in Mitleidenschaft ziehen. Man muss also nicht jedes Wochenende in der Disko abtanzen bzw. ständig in voller Lautstärke Musik unter Kopfhörer genießen, um schwerhörig zu werden. Konsequent Lärm meiden, „Auszeiten“ nehmen, extrem lauten Geräuschen gezielt aus dem Weg gehen oder einen Hörschutz tragen, bringt bereits viel für die unter Dauerbeschuss lebenden Ohren (man kann ja nicht einfach die Ohren wie im Fall der Augen schließen).

 

Oft viel zu spät

Im Schnitt dauert es gut acht Jahre, bis ein Schwerhöriger den Weg zum HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker antritt – viele gehen nie. Das hat nicht nur eine erschwerte gesellschaftliche Integration zur Folge, schlechtes Hören ist auch ein Sicherheitsrisiko. Darauf macht auch die weltweite Aktion  „Hear the world“ (Höre die Welt) aufmerksam. Die globale Initiative wird von  weltbekannten Künstlern unterstützt, für die ein gutes Gehör zur Ausübung ihres kreativen Berufes unabdingbar ist. Prävention wie Lösungen für besseres Hören (Hörhilfen oder chirurgische Eingriffe) sollen dazu ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt werden.  

Zu diesem Punkt ein Zitat von Placido Domingo: „Musik hat keine Bedeutung, wenn sie niemand hört“.

 

 

 

 

 

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