Den Gelenken zuliebe: Warm anziehen und bewegen!

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Den Gelenken zuliebe:  Warm anziehen und bewegen!

Freude bereitet es den wenigsten, wenn die Tage dunkler, kälter und nasser werden. Für Menschen mit Gelenkbeschwerden kann der Winter aber auch mehr Schmerzen bringen. 

 

Mediziner vermuten die Ursache darin, dass der Stoffwechsel im Winter langsamer wird. Kälte vermindert die Durchblutung und führt auch zu Muskelverspannungen. Dazu kommt, dass kaltes und nasses Grau vielen Menschen auf die Stimmung drückt, sodass sie Schmerzen stärker wahrnehmen. Schließlich bestätigen Experten Zusammenhänge zwischen der Schmerzintensität und plötzlichen Wetteränderungen vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet, die mit abnehmender Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und sinkendem Luftdruck einhergehen.

 

Wer an Gelenkverschleiß leidet, bekommt besonders zu spüren, dass die Kälte die Viskosität der Gelenkflüssigkeit senkt, dass also die Gelenke dann nicht mehr so gut geschmiert sind wie bei Wärme. Dadurch nimmt die Reibung zu, und das schmerzt. Menschen mit entzündlichen Rheumaschüben dagegen können sogar von Kälte profitieren – aber nur, wenn sie trocken ist, zum Beispiel weil sie aus der Kältekammer kommt. Die übliche Winterluft hierzulande ist allerdings eher feuchtkalt und kann deshalb Rheumaschmerzen verschlimmern.

 

Gegen Kälteschmerz hilft vor allem eines: warm halten, etwa mithilfe von Handschuhen, Pulswärmern, dicken Pullovern und Jacken und ruhig auch langen Unterhosen, Wollsocken und Stiefeln. Denn nach draußen sollte es trotz allem gehen. Auch wenn die Schmerzen viele Betroffene im Winter zu einer Schonhaltung verleiten: Gelenke leben von Bewegung. Da Gelenkknorpel nicht durchblutet, sondern über die Gelenkflüssigkeit ernährt werden, verbessert jeder Wechsel von Be- und Entlastung ihren Stoffwechsel. Gelenke, die bewegt werden, produzieren mehr Gelenkflüssigkeit, und das lindert den Schmerz. In diesem Sinne ist ein täglicher Spaziergang – in warmer, wind- und wasserabweisender Kleidung – eine gute Möglichkeit, Gelenkschmerzen entgegenzuwirken oder sie zu lindern. Studien belegen: Auch auf rheumatische Gelenkversteifungen wirkt sich Bewegung positiv aus. Sie verhindert den muskulären Abbau und stärkt die Knochen. Starke Muskeln entlasten die beanspruchten Gelenke.

 

Nach der Bewegung im Freien tut den Gelenken ein Saunagang oder ein warmes, durchblutungsförderndes Bad gut. Hand- und Finger- gelenke freuen sich über ein warmes Handbad. Doch Vorsicht: Das gilt nur für verschlissene, nicht für entzündete Gelenke.

 

Als ideale Sportarten bei Gelenkbeschwerden gelten Schwimmen und Fahrradfahren. Sie ermöglichen, Gelenke unter Entlastung zu bewegen, und trainieren gleichzeitig die Muskulatur.

 

Wichtig: Anhaltende Gelenkschmerzen im Winter, die sich nicht auf bereits bekannte Erkrankungen zurückführen lassen, sollte man von einem Orthopäden abklären lassen.

 

Hausmittel gegen Gelenkschmerzen:

  • Kalte Quarkwickel auf das Gelenk streichen und ca. 20 Minuten einwirken lassen
  • Massagen der betroffenen Gelenke
  • Heizkissen oder Wärmflasche auf das Gelenk
  • Grünen Tee, Tee aus Brennnesseln oder Tee aus Weidenrinde trinken
  • Mehr Fisch (Lachs oder Makrele) essen – weniger rotes Fleisch
  • Möglichst viel Obst und Gemüse essen
  • Vollkornbrot statt Brötchen oder Toast essen

 

Gegen Arthrose im Anfangsstadium empfiehlt die Deutsche Arthrose Stiftung darüber hinaus, es auch einmal mit pflanzlichen Mitteln zu versuchen, die bei einigen Betroffenen entzündungshemmend und/oder schmerzstillend wirken. Dazu zählen Wirkstoffe aus A wie Arnika bis Z wie Zitterpappel – am besten in der Apotheke nachfragen! Heilen können pflanzliche Mittel den geschädigten Knorpel allerdings nicht, betont die Deutsche Arthrose Stiftung: „Sie können jedoch im Rahmen der Schmerztherapie und zur Linderung anderer rheumatischer Beschwerden im Einzelfall eine Alternative und Unterstützung sein.“

 

 

 

 

 

 

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