Wird / Ist Burnout eine Volkskrankheit?

© Black Brush – AdobeStock

 

Wird / Ist Burnout eine Volkskrankheit?

 

Alles, was brennt, erlischt irgendwann. Im übertragenen Sinn gilt das auch für jedes Lebewesen – also auch für uns Menschen. Nur haben wir noch eine ganz eigene Form des Abgebranntseins: das Burnout-Syndrom. Zwar führt das nicht unbedingt dazu, dass unser Lebensweg endet, aber zumindest lässt es unsere Lebenslust allmählich versiegen.

 

Müdigkeit, innere Anspannung, Schlafstörungen und Lustlosigkeit sind alles typische Symptome eines Burnouts. Die Hauptursachen für ein solches Verglimmen der eigenen Reserven sind ein ständiger Termindruck gepaart mit Stress und Ärger am Arbeitsplatz. Dabei kommt es nicht so sehr auf den ausgeübten Beruf an. Burnout kann jeden ereilen. Allerdings liegt der Anteil der Menschen mit geringem Einkommen, die schon einmal therapeutische Hilfe in Anspruch genommen haben, bei satten 30 Prozent.

DAS DILEMMA MIT DER ANGST, ABGESTEMPELT ZU WERDEN
In Deutschland liegt die Quote der Burnout-Erfahrenen bei beachtlichen 50 Prozent. Am häufigsten sind Menschen betroffen, die Kind und Karriere unter einen Hut bringen müssen. Und: Frauen erleiden häufiger einen Burnout als Männer. Im Gegenzug gehen sie aber offener damit um und scheuen auch nicht den Therapeuten. Männer fürchten hingegen, dass sie durch den Besuch beim „Seelenklempner“ stigmatisiert werden könnten. Der internationale Vergleich zeigt jedoch vielmehr, dass gerade in jenen Ländern weniger Menschen therapeutische Hilfe suchen, in denen unvoreingenommen mit dem Thema „Therapie“ umgegangen wird.

OSTEUROPA IM ABSEITS?
Je weiter man im Ländervergleich nach Osten schweift, desto gravierender scheint das Problem der chronischen Überlastung zu werden: Über 70 Prozent der Russen, 66 Prozent der Serben und noch 62 Prozent der Polen haben Erfahrung mit Burnout. Das Mittelfeld, in dem rund 50 Prozent der Befragten Burnout-geplagt sind oder waren, setzt sich aus Belgien, Großbritannien, Spanien und Italien zusammen – und natürlich Deutschland. Keinesfalls resistent, aber doch am seltensten betroffen sind mit 44 Prozent die Franzosen – vielleicht ein Überbleibsel des einst kultivierten savoir-vivre? Zumindest fordert man in Sachen Stressreduktion nirgendwo in Europa so vehement ein Nachsteuern seitens der Arbeitgeber wie in Deutschland.

 

 

 

 

 

Startseite