Bewegung hilft den Gelenken

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Wer rastet, rostet:

Bewegung hilft den Gelenken

„Rust never sleeps“ war der Titel eines legendären Albums von Neil Young Ende der 1970er. Rost ist immer aktiv, jeder Stillstand führt dazu, dass Rost ansetzen kann. Was für Eisen gilt oder für das Leben im übertragenen Sinne, betrifft besonders die Gelenke. Sie sind auf Bewegung angewiesen, um geschmeidig zu bleiben. Ansonsten werden sie steif.

 

Rund einhundert Gelenke des menschlichen Körpers wollen bewegt werden. Denn sie sind die Scharniere zwischen den Knochen. Genau wie ein altes Fensterscharnier quietscht und klemmt, wenn es nach langer Zeit mal wieder geöffnet wird, verhalten sich Gelenke. Was das Tröpfchen Öl für das eingerostete Scharnier, ist die Gelenkschmiere für den Gelenkspalt. Ein paarmal hin und herbewegt und schon funktioniert alles schon viel reibungsloser.

 

Eine tolle Konstruktion – auf Bewegung ausgelegt

In den Gelenken befindet sich sogenannter hyaliner Knorpel, eine besonders druckfähige, elastische Masse, die wie ein Schwamm funktioniert. Der Knorpel wird bei Belastung zusammengepresst und dehnt sich bei Entlastung wieder aus. Dabei saugt er alle Nährstoffe, die er benötigt, aus der Gelenkflüssigkeit auf. So bleibt er elastisch und ist in der Lage, die Gelenkinnenflächen zu schützen und Stöße abzufedern. Ohne Bewegung muss der Knorpel hungern. Dann trocknet er aus und wird abgerieben. Irgendwann ist er so dünn oder gar verschwunden, dass sich die Gelenkflächen berühren und bei Bewegung Knochen an Knochen reibt. Man kann sich gut vorstellen, dass das nicht lange gut geht – das Gelenk schmerzt, entzündet sich und schwillt an. Da Gelenkverschleiß ohnehin zum natürlichen Alterungsprozess gehört, ist es umso wichtiger, den Knorpel so lange wie möglich optimal zu unterstützen.

 

Bewegung ist Prophylaxe

Regelmäßige, möglichst gelenkschonende Bewegung erhält die Gesundheit der Körperscharniere. Auch dann, wenn die Bewegung schon nicht mehr ganz beschwerdefrei ist. Und natürlich ganz besonders dann, wenn man noch keine Schmerzen hat. Es gibt zahlreiche Bewegungsarten, welche die Gelenke fordern, ohne sie zu überfordern. Dazu gehören viele Ausdauersportarten, die parallel auch noch das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen und das Immunsystem stärken: Walking oder flottes Spazierengehen, Wandern, Radfahren und Schwimmen. Das Meiste lässt sich auch sehr gut im Freien ausüben – mit entsprechender Kleidung sogar ganzjährig. Das hat außerdem positive Effekte auf den Vitamin-D-Spiegel, der im Hinblick auf stabile Knochen wichtig ist. Er sorgt dafür, dass der Knochenbaustein Calcium eingelagert werden kann.

 

Alltagsbewegung steigern

Das Auto und die moderne Technik haben uns bequem gemacht. Wenn wir heute hören, welche Wege früher von Erwachsenen und Kindern in Deutschland – besonders im ländlichen Raum – zu Fuß zurückgelegt werden mussten, um in die Schule oder an den Arbeitsplatz zu kommen, können wir das kaum glauben. Und das zweimal am Tag, bei jedem Wetter! Deshalb – Auto mal stehen lassen, die Treppen nehmen statt den Lift oder mal eine Haltestelle früher austeigen und ein Stück zu Fuß gehen. Die Gelenke wird’s freuen.

 

 

 

 

 

 

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