Infektionsbedingte Neuropathien

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Infektionsbedingte Neuropathien

Bei neuropathischen Schmerzen ist das Nervensystem nicht bloß Überträger eines Schmerzreizes, sondern der Urheber. Hervorgerufen werden solche Schmerzen durch eine Schädigung oder Erkrankung von Nervenstrukturen, beispielsweise durch eine Operation, Multiple  Sklerose oder einen Diabetes.

 

Manchmal entwickeln sie sich auch in Folge einer Infektion mit bestimmten Viren oder Bakterien. Die zwei bekanntesten infektionsbedingten Neuropathien sind die postzosterische Neuropathie und die Neuroborreliose. Deutschlandweit leiden rund 6 Prozent der Bevölkerung an Nervenschmerzen, also circa 5 Millionen Menschen. Betroffene haben häufig einen echten „Ärztemarathon“ hinter sich, da neuropathische Schmerzen nur schwer diagnostiziert und erfolgreich therapiert werden können. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Neuroborreliose. Dabei handelt es sich um eine Erscheinungsform der Lyme-Borreliose, die durch eine Infektion mit Borrelien ausgelöst wird und das zentrale und periphere Nervensystem befällt. In der Folge klagen Betroffene über heftige Schmerzen, die nicht selten mit Lähmungserscheinungen einhergehen. Die Diagnose einer Neuroborreliose erfolgt in der Regel durch eine Untersuchung des Nervenwassers, Liquor genannt.

 

Nervenschmerzen nach Gürtelrose

Etwas leichter kann eine postzosterische Neuralgie (PZN) diagnostiziert werden. Sie kann infolge einer Gürtelrose auftreten, auch Herpes zoster genannt. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch das Varicella-zoster-Virus verursacht wird. Dieses Virus gehört zur Familie der Herpes-Viren und ist ebenfalls der Erreger der Windpocken. Eine Gürtelrose entsteht, wenn das Virus, das nach einer Windpocken-Erkrankung dauerhaft im Körper verbleibt, aufgrund geschwächter Abwehrkräfte wieder reaktiviert wird. Bei circa jedem zehnten Betroffenen treten neben den leider üblichen Schmerzen auch starke Nervenschmerzen auf, die unbehandelt zu einer PZN führen können.

 

Diese PZN wird als ein brennender, einschießender Schmerz beschrieben, der schon durch leichte Reizungen ausgelöst wird und eine deutliche Minderung der Lebensqualität zur Folge hat. Weil unbehandelt eine Chronifizierung der Schmerzen droht, ist eine schnelle Diagnose mit anschließender Therapie äußerst wichtig.

 

 

 

 

 

 

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