Partnerschaft und Diabetes

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Partnerschaft und Diabetes

Die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus beeinflusst nicht nur das Leben der betroffenen Patienten, sondern wirkt sich auch unterschiedlich auf das unmittelbare Umfeld aus – und kann gerade in einer Partnerschaft zu einer Belastungsprobe werden. Umso wichtiger ist deshalb ein offener Umgang mit der Krankheit, um sich mit der chronischen Erkrankung gemeinsam zu arrangieren.

 

Von der Diagnose „Diabetes mellitus“ sind viele Patienten erst einmal überfordert, denn nun kommen Fragen vor allem bezüglich Ernährung auf, denen man sich im gewohnten Alltag bislang nicht stellen musste. Hinzu kommt ein intensives Krankheitsmanagement. Leben mit Diabetes kann folglich eine enorme psychische Belastung darstellen und Studien haben gezeigt, dass Diabetiker verglichen mit gesunden Personen eine schlechtere Lebensqualität aufgrund von Komplikationen, Folgeerkrankungen sowie durch die Art der Therapie haben.

 

Auch der Partner wird mit der Krankheit konfrontiert

Die Krankheit betrifft somit nicht nur den Patienten selbst, sondern auch die Familie und nicht zuletzt den Partner, der über die Erkrankung informiert sein muss, um den an Diabetes erkrankten Ehepartner/Lebensgefährten bestmöglich helfen zu können, damit das Leben so normal wie möglich weitergeführt werden kann. Wer unter Diabetes leidet, braucht somit einen zuverlässigen und unterstützenden Partner, auf den er sich verlassen kann. Wichtig ist hierbei auch Verständnis für das Verhalten von Diabetikern, denn schwankende Blutzuckerwerte können u.a. zu Stimmungsschwankungen führen; so können Diabetiker bei sehr niedrigen Werten aggressiv reagieren, während zu hohe Werte eher Konzentrationsschwäche oder Unlust zur Folge haben, wobei diese Verhaltensweisen individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Der Partner sollte auch wissen, wie er im Notfall, z.B. bei einer Unterzuckerung, reagieren muss. Auch das Sexualleben spielt in der Beziehung mit einem Diabetiker eine besondere Rolle, denn Diabetes kann mit sexuellen Funktionsstörungen (erektile Dysfunktion) einhergehen. Ebenso kann die psychische Belastung durch die Erkrankung eine Ursache dafür sein, dass das Sexualleben beeinträchtigt ist. Auch wenn sexuelle Dysfunktion vielfach noch ein  Tabuthema ist, sollte darüber geredet werden – gemeinsam und mit dem Arzt.

 

Unterstützung ja, Bevormundung nein

Unterstützung, Diabetes-Wissen und Einfühlungsvermögen sind also wichtig, jedoch darf der an Diabetes erkrankte Partner nicht bevormundet werden, und auch Vorwürfe oder unangebrachte Bemerkungen sollten unterlassen werden, da dies in der Regel zu unnötigen Spannungen in der Beziehung führt. Grundsätzlich sollte der Erkrankte selbst die Kontrolle über seine Erkrankung haben und die Krankheit sollte nicht der Mittelpunkt des gemeinsamen Lebens sein.

 

Die Diagnose Diabetes kann sich schließlich auch durchaus positiv auswirken: So überdenken Menschen, deren Lebenspartner unter Diabetes leidet, ihren Lebensstil und achten gemeinsam auf einen gesunden Lebenswandel mit ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung.

 

 

 

 

 

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