Diabetes: Risiko für die Nieren

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Diabetes: Risiko für die Nieren

Diabetes mellitus ist eine weltweit verbreitete Stoffwechselkrankheit, die vielfach mit Begleit- und Folgeerkrankungen einhergeht, da ein hoher Blutzucker Organe und die Gefäßwände langfristig schädigen kann. Häufig führt Diabetes zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

 

Die häufigste chronische Nierenerkrankung ist die sogenannte „diabetische Nephropathie“, d.h. eine Erkrankung der Nieren als Folge von erhöhtem Blutzucker. Durch die Zunahme von Diabeteserkrankungen und die Alterung der Bevölkerung gibt es folglich immer mehr Diabetiker mit einer Nierenschädigung.

 

Nierenschädigung durch  zu hohen Blutzucker

Ursache ist ein länger bestehender, zu hoher Blutzuckerspiegel, der in den Nieren die feinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen schädigt. Durch zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Rauchen kann dieser Zustand noch zusätzlich gefördert werden. In den Gefäßinnenwänden bilden sich Entzündungen und Ablagerungen. Im weiteren Verlauf kommt es durch eine Schädigung der Filtermembran zu einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin. Zeigen sich bereits Schädigungen im Gewebe der Nieren, spricht man von diabetischer Nephropathie.

 

Bei Fortschreiten der Erkrankung ist ein weiterer Verlust der Nierenfunktion bis hin zu Nierenversagen (Niereninsuffizienz) und Dialysepflichtigkeit möglich. Eine diabetische Nephropathie entwickelt sich bei 20 bis 30% der Diabetiker und ist eine häufige Ursache einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz. So sind 40 bis 50% der Dialysepatienten Diabetiker. Das Risiko für die Entstehung einer Nephropathie ist beim Typ-2- und Typ-1-Diabetes etwa gleich hoch. Oft wird die diabetische Nephropathie von anderen Folgekrankheiten wie der diabetischen Retinopathie (Netzhauterkrankung) begleitet.

 

Frühzeitige Diagnose

Frühzeitiges Erkennen einer Nierenerkrankung ist äußerst wichtig, weil zerstörtes Nierengewebe keine Regenerationsfähigkeit hat. Zur Diagnose einer diabetischen Nephropathie wird die erhöhte Eiweißausscheidung herangezogen. Diese kann mittels Teststreifen schon in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden (sogenannte Mikroalbuminurie). Auch eine Urin-Testung sowie eine Bestimmung der Nierenwerte (Serumkreatinin) sind routinemäßig mindestens einmal im Jahr zu empfehlen.

 

Auf optimale Werte beim Blutzucker und Blutdruck achten

Eine Nierenerkrankung muss behandelt werden, bevor irreversible Funktionseinschränkungen eintreten. Eine optimale Blutzuckereinstellung ist hier von wesentlicher Bedeutung, da es dann seltener zu Komplikationen  aufgrund der beeinträchtigten Nierenfunktion kommt. Ebenso ist die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks ist maßgeblich, um das Fortschreiten einer Nierenschädigung zu verzögern.

Durch eine gute Blutdruckeinstellung kann die Rate an Folgekrankheiten vermindert werden. Bei den Blutdruckwerten gelten für Diabetiker strengere Richtlinien als bei stoffwechselgesunden Personen: So liegt die obere Blutdruckgrenze bei 130/85 mm Hg, bei einer Nephropathie sogar bei 125/75 mm Hg. Solange es sich um eine Nephropathie im Frühstadium handelt, kann damit der Verlauf aufgehalten oder zumindest gebremst werden.

 

Grundsätzlich gelten des Weiteren die üblichen Empfehlungen für Diabetiker: auf Rauchen und Alkoholkonsum verzichten, Gewichtskontrolle, Bewegung und eine Diabetes-gerechte ausgewogene Ernährung.

 

 

 

 

 

 

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