Diabetiker nicht generell Risikopatienten

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Diabetiker sind nicht generell COVID-19-Risikopatienten

In Zeiten von COVID-19 (coronavirus disease 2019 bzw. Coronavirus-Krankheit 2019) gibt es viele Unsicherheiten. Davon sind auch Menschen betroffen, die mit einer Diabetes-Diagnose konfrontiert werden, oder Diabetiker, die sich bereits einer Therapie unterziehen.

 

Menschen über 65 Jahre, Asthmatiker, Herz-Kreislauf-, Bluthochdruck- und Krebspatienten sowie eben auch Diabetiker gehören zwar zur Risikogruppe, es gibt jedoch derzeit keine eindeutigen Hinweise für eine besondere Infektionsgefährdung von Diabetikern durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass Patienten mit einem gut eingestellten Diabetes mellitus nicht häufiger an COVID-19 erkranken als die Durchschnittsbevölkerung.

 

Bei einer Infektion mit dem (bislang noch wenig erforschten) Coronavirus SARS-CoV-2 wird, ähnlich wie bei der Influenza (Grippe), davon ausgegangen, dass eine ausgeglichene Stoffwechsellage das Risiko für Komplikationen deutlich vermindern bzw. sogar verhindern kann. Das bedeutet also, dass das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 bei Diabetikern nicht wesentlich erhöht ist, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist.

 

Einhaltung der Maßnahmen, die für alle gelten

In Zeiten der Corona-Pandemie ist es demnach vor allem wichtig, noch intensiver als sonst auf die Blutzuckerwerte zu achten und natürlich alle Hygieneregeln einzuhalten, sprich: Mundnasenschutz, Handhygiene und Abstand halten. Da die Ansteckungsgefahr bei Menschenansammlungen besonders hoch ist, sollten große Menschenmengen und öffentliche Verkehrsmitteln verstärkt vermieden werden, ebenso Gebiete, in denen Infektionsfälle bekannt sind. Wenn das nicht immer möglich ist, ist das Tragen einer FFP2-Maske sinnvoll.

 

Kein Hinweis für ein erhöhtes Infektionsrisiko

Diabetes mellitus wird fälschlicherweise pauschal als Risikofaktor angesehen, was viele Diabetiker verunsichert. Die aktuelle Datenlage rechtfertigt jedoch keinesfalls, dass Menschen mit Diabetes mellitus allein aufgrund ihrer Erkrankung vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden sollten. Wie die meisten anderen Patienten, die in Deutschland an COVID-19 starben, waren auch die verstorbenen Diabetes-Patienten in der Regel alt und hatten Vor- bzw. Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck.

Es ist demnach auch bei Diabetes die Kombination aus  Alter und Begleiterkrankungen, die mit einem schweren Verlauf einhergehen kann. Grundsätzlich muss die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen gegeben sein und bei einer stabilen Infektionssituation sind dauerhafte Einschränkungen auch für „Risikogruppen“ nicht sinnvoll und zudem nicht zulässig. Auch für diese gelten die Lockerungen aus dem Lockdown, wenn die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen und gute Blutzuckerwerte gewährleistet sind. Mögliche Einschränkungen sollten Betroffene in Absprache mit dem Arzt, der Schule und am Arbeitsplatz festlegen.

 

Wichtig ist jedoch:

Bei einer Verschlechterung des Allgemeinzustands oder der Stoffwechsellage, z.B. bei plötzlich steigenden Blutzuckerwerten, muss umgehend ein Arzt oder die Notfallambulanz aufgesucht werden.

 

 

 

 

 

 

 

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