Länger (Auto-)mobil?

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Länger (Auto-)mobil?

In Deutschland besitzen rund 57 Millionen Menschen einen Führerschein. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gilt diese Fahrerlaubnis theoretisch unbegrenzt, eine Nachprüfung oder eine gesundheitliche Untersuchung der Fahrtüchtigkeit in fortgeschrittenem Alter ist nicht nötig. Wohl auch deshalb haben Senioren am Steuer bei uns manchmal einen schweren Stand.

 

Für viele Jugendliche ist der Führerschein das Symbol für den Eintritt in die Welt der Erwachsenen: Endlich bei den Großen mitspielen! Ein paar Jahre später folgt dann meist das erste eigene Auto und damit neben der lange ersehnten Unabhängigkeit auch der Stolz auf das neue Statussymbol. Danach wechseln die Marken, Modelle und Farben einige Male, aber im Grunde begleitet uns unser Auto den gesamten Lebensweg bis ins hohe Alter hinein. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, denn neben den Fahranfängern sind es vor allem Senioren, die statistisch betrachtet besonders häufig die Hauptschuld an Verkehrsunfällen tragen. Der Hauptgrund: das Alter.

 

TÜV für den Menschen?

Beispiele dafür, wie eine altersbedingte Überprüfung der Fahrtüchtigkeit aussehen könnte, findet man in Europa zuhauf. Ob, wann und in welcher Form sie auch hierzulande tatsächlich kommt, steht jedoch in den Sternen. Die Verantwortung liegt also bei jedem Einzelnen. Um ganz sachlich entscheiden zu können, ob wir der Unübersichtlichkeit, Reizüberflutung und Hektik des Straßenverkehrs weiterhin gewachsen sind, können folgende Fragen helfen: Höre und sehe ich schlechter als früher? Habe ich ein Unsicherheitsgefühl beim Autofahren? Bin ich beim Autofahren mittlerweile schneller gestresst als früher? Habe ich irgendwelche körperlichen Einschränkungen, die mich beim Autofahren beeinflussen oder sogar behindern? War ich in den letzten Jahren zunehmend in Unfälle verwickelt? Je öfter die Antworten auf diese Fragen positiv ausfallen, desto dringender sollten wir uns fragen, ob die Zeit für eine Alternative zum eigenen Auto gekommen ist.

 

Alternative Mobilitätskonzepte

Noch ist autonomes Fahren Zukunftsmusik. Der unkomplizierteste Ersatz für das eigene Auto ist daher der Öffentliche Personennahverkehr, zumindest im urbanen Raum, denn auf dem Land ist das Streckennetz häufig lückenhaft. Praktischer sind hier die sogenannten Bürger- und Rufbusse, die ganz flexibel und individuell die gewünschten Ziele anfahren. Ganz ähnlich funktionieren auch die regionalen Mitfahrgelegenheiten, die über Apps und Homepages gebucht werden können. Natürlich erfordern all diese Alternativen ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft, dafür schont man jedoch die Nerven und hat keinen Ärger wegen der Parkplatzsuche. Und rechnet man einmal Anschaffungs- und Unterhaltskosten wie Steuer und Sprit zusammen, dann spart man ohne eigenen fahrbaren Untersatz sogar noch ordentlich Geld – das man dann auch einmal in ein Taxi investieren kann, wenn es besonders schnell und stressfrei gehen soll.

 

 

 

 

 

 

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