WOHNEN IM ALTER: Das Mehrgenerationenhaus

© NDABCREATIVITY – Adobe Stock

 

WOHNEN IM ALTER

Das Mehrgenerationenhaus

Nicht nur mit Ehepartner und Kindern unter einem Dach leben, sondern auch noch mit den (Schwieger-)Eltern? Was für die einen wie ein Albtraum klingt, ist für die anderen die ideale Wohnsituation. Damit die aber auch langfristig funktioniert, sind vor allem zwei Dinge gefragt: Gesprächs- und Kompromissbereitschaft.

In Deutschland ist die Zahl der Mehrgenerationenhaushalte seit Jahrzehnten rückläufig. Alleine zwischen 1995 und 2015 ist die Zahl der Haushalte mit drei oder mehr Generationen unter ein und demselben Dach um 40,5% von 351.000 auf 209.000 gesunken. Mittlerweile leben gerade noch 0,5 % aller bundesdeutschen Haushalte den Mehrgenerationenhaushalt in den eigenen vier Wänden.

Mehrgenerationenhaus und -wohnen
Wohnen Eltern mit den Kindern und Großeltern oder gute Freunde aus mehreren Generationen unter einem Dach, sprechen wir in der Regel von einem Mehrgenerationenhaus. Die Politik folgt jedoch ihrer eigenen Sprachregelung und nennt das Ganze dann ein Mehrgenerationenwohnen. Den Begriff Mehrgenerationenhaus behält sie sich vor für einen Treffpunkt, der für alle Menschen in der Nachbarschaft offen steht und Möglichkeiten der Begegnung, Betreuung und Hilfestellung bietet. Diese Unterscheidung ist aber eigentlich nur wichtig, wenn Sie sich über die steuerlichen Vorteile Ihres eigenen Mehrgenerationenhaushalts informieren möchten.

Dabei bietet das Modell gegenüber dem Alleinewohnen deutliche Vorteile. Neben dem Know-how, das auf die Schnelle generationenübergreifend weitergegeben werden kann, ist der größte Vorteil wohl die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen. Gerade berufstätige Eltern mit Kindern profitieren von der Nähe der Großeltern, die meist gerne die eine oder andere Betreuungszeit übernehmen. Andersherum bleiben die Älteren länger geistig fit und können im Fall der Fälle einfacher gepflegt werden, ohne dass hohe Zusatzkosten für einen Platz im Pflegeheim anfallen. Kosten lassen sich aber auch durch die gemeinsame Anschaffung und Nutzung von Haushaltsgeräten weiter senken. Außerdem winken bei der richtigen Konstellation erkleckliche Steuervorteile. Wie die im Einzelnen aussehen, sollten Sie mit einem hierfür qualifizierten Steuerberater einmal durchrechnen.

Spaß und Stress liegen nah beieinander
In einem Mehrgenerationenhaushalt ist es ein bisschen wie in einer Studenten-WG: Trotz allerlei gemeinsamem Spaß schlummert da auch immer ein gehöriges Konfliktpotenzial. Dieses Konfliktpotenzial ist umso kleiner, je deutlicher die Wohnbereiche der einzelnen Parteien voneinander abgegrenzt sind. Trotzdem liegt es in der Natur der Sache, dass es Reibungspunkte gibt und daraus Konflikte entstehen können, sei es wegen vermeintlicher Besserwisserei, die eigentlich nur ein Hilfsangebot ist, wegen der Lautstärke der Kinder oder des Fernsehers, wegen des Zeitpunktes, um mit der Heckenschere den Buchsbaum zu züchtigen oder einfach bloß wegen der Zimmertemperatur. Hier sind Verständnis für die jeweilige Lebenssituation und Kompromissfähigkeit gefordert. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn bzw. den verschiedenen Generationen.

 

 

 

 

Startseite