Wintervorbereitung

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Der Kälte ein Schnippchen schlagen 

– Gesund und fit durch den Winter

So traumhaft schön kalte, aber sonnendurchflutete Winter-Wunder-Landschaften auch sein können, so unangenehm empfinden wir nasskalte Tage, an denen das Schmuddelwetter buchstäblich durch alle Knochen zieht.

 

Der Winter kann nicht nur unser Immunsystem, sondern auch den Bewegungsapparat und die Psyche auf eine harte Probe stellen. Das gilt im Corona-Jahr 2020 noch einmal mehr. Schutzlos ausgeliefert sind wir dem aber nicht. Besonders wichtig ist es, auch jetzt aktiv zu bleiben. Stubenhocker sind nämlich nicht nur anfälliger für zahlreiche Arten von Infektionskrankheiten, bei ihnen hat auch der Winter-Blues ein viel leichteres Spiel.

 

Dabei starten gerade in diesem Jahr viele Menschen mit einem ganz anderen Bewusstsein in die kalte Jahreszeit. Gehörte das Tragen von einem Mund-Nasen-Schutzes noch vor einem Jahr vor allem in asiatischen Staaten mit hoher Luftverschmutzung zur Grundausstattung für ein gesünderes Leben, haben sich diese Accessoires inzwischen auch bei uns durchgesetzt. Und weil dies weltweit der Fall ist, entdeckten inzwischen auch die Designer diesen Bereich für sich. 

 

Und weil immer mehr Menschen der Vernunft folgen und die Gesichtsmaske tragen, haben wir uns auch mittlerweile daran gewöhnt. Zum Jahr 2020 gehört die Maske als bunter Klecks in der eintönigen Zeit von Beschränkungen einfach dazu. Und das sollte wie auch die Abstandsregeln zumindest so lange so bleiben, bis ein wirksamer Impfstoff gegen Covid-19 für eine gewisse globale Entwarnung sorgen kann.

 

Rechtzeitig an Grippe- und Pneumokokken-Impfung denken

Dabei rückt zunächst eine andere Impfung in den Fokus. Experten haben bereits früh darauf hingewiesen, dass die Menschen auch in Deutschland durch die Pandemie viel mehr für Impfungen sensibilisiert sind als früher. Vor allem ältere Menschen und solche mit chronischen Grunderkrankungen sollten daher rechtzeitig an einen ausreichenden Schutz durch Impfungen gegen die Grippe oder gegen Pneumokokken-Infektionen denken – möglichst bevor es zu einem regelrechten Run auf die Arztpraxen und die ab diesem Jahr neu impfenden Apotheken kommt. Denn wer dies früh angeht, hat auch bessere Chancen, gesund durch den Winter zu kommen. 

 

Und dazu gehört natürlich auch ein guter Kälteschutz. Wenn wir frieren, werden auch unsere Schleimhäute weniger durchblutet. Sie können dann ihre wichtige Funktion für die Abwehr von Krankheitserregern nicht mehr so gut ausüben. Mütze, Schal, Handschuhe und warme Schuhe sind jetzt ein Muss. Denn Nase, Ohren, Zehen und Finger kühlen besonders schnell aus. 

 

Bewegung stärkt das Immunsystem

Neben warmer Bekleidung kann jeder aber auch noch mehr tun, um sein Immunsystem auf Trab zu bringen. Dazu gehört insbesondere eine ausreichende Bewegung. Wenn es draußen zunehmend ungemütlich wird, muss man dafür allerdings erst einmal den inneren Schweinehund überwinden und natürlich die passende Kleidung wählen.  Richtig ausgestattet kann Joggen oder auch nur Spazierengehen selbst im Winter richtig Freude machen. Für die Gesundheit ist das auf alle Fälle eine Wohltat. Denn Bewegung erhöht nicht nur die körperliche Fitness und senkt das Gewicht, sondern stärkt eben auch das Immunsystem. 

 

Beim Joggen beispielsweise wird das Herz so richtig auf Touren gebracht. Und mit dem Blut, das so vermehrt in die Gefäße gepumpt wird, werden auch die Immunzellen angeregt. Allerdings ist die richtige Sportkleidung in der kalten Jahreszeit mindestens ebenso wichtig wie im Sommer. Sie sollte zum einen atmungsaktiv sein und zum anderen den Schweiß vom Körper wegleiten. So kann die Körperwärme gespeichert und ein Auskühlen verhindert werden. Ein Zwiebellook mit mehreren übereinander  getragenen Kleidungsstücken hilft ebenfalls. 

 

Denn die Zwischenräume zwischen den einzelnen Kleidungsteilen wirken wie Luftpolster, in denen die Wärme erhalten bleibt. Je nach Außentemperatur sind auch eine Mütze und eventuell Handschuhe zu empfehlen. Gerade wenn man schwitzt, kann der Körper am Kopf sehr viel Wärme verlieren. So droht schnell eine Unterkühlung.

 

Beim Einatmen durch die Nase wird selbst frostige Außenluft angewärmt und angefeuchtet. Dass man schweißnasse Kleidung gerade im Winter sofort nach dem Sport wechseln sollte, ist dabei wohl fast selbstverständlich.

 

Wer nicht so gerne joggt, kann gerade im Winter natürlich auch auf die Langlaufski steigen. Durch die komplexen Bewegungsabläufe, in die sowohl die Arme als auch die Beine eingebunden sind, werden hier zudem noch einmal mehr Muskeln trainiert.

 

Das Gleiche gilt für das Schwimmen. Auch dabei wird neben Bein- und Oberköpermuskeln der Kreislauf trainiert und damit das Immunsystem gestärkt. Reines Plantschen hilft aber weniger. Wer gesunden Sport betreiben möchte, sollte versuchen, konsequent eine halbe Stunde, das heißt mehrere 100 Meter zu schwimmen. Eine Ansteckung mit dem Corona-Virus ist im Wasser nach Angaben des Umweltbundesamtes aufgrund der ständigen, standardisierten Wasseraufbereitung äußerst unwahrscheinlich. Da kein Mund-Nasen-Schutz getragen werden kann, sollte man aber die Abstandsregeln beachten. 

 

Gemeinsamer Sport macht mehr Spaß!

Vor allem Menschen, die schon lange keinen Sport mehr betrieben haben, ist aber auf alle Fälle zu empfehlen, sich vorab von einem Arzt untersuchen zu lassen. Dieser kann den Zustand des Kreislaufs und der Gelenke feststellen und dann eine passgenaue und möglichst gesunde Sportart empfehlen.

Übrigens: Sport und Bewegung machen umso mehr Spaß, wenn man mit Gleichgesinnten und Freunden auf die Piste geht. Man motiviert sich bei kleineren Durchgängen gegenseitig und hat sich in dieser aktiven Phase wahrscheinlich auch ganz viel zu erzählen. Und das ist unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln auch in Corona-Zeiten ohne größere Probleme möglich. Neben den positiven Seiten des Sports hat der Aufenthalt im Freien noch weitere Vorteile. Denn er ermöglicht es, in der dunklen Jahreszeit mit ihren kurzen Tagen zumindest ein wenig Sonnenlicht zu tanken. Das benötigt der Körper aber unbedingt, um Vitamin D zu bilden, von dem nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen bereits heute rund 90 Prozent der Deutschen zu wenig haben. Zudem hat die Sonne eine weitere sehr positive Wirkung auf die Psyche.

 

Man ist, was man isst

Wichtig für die Stärkung des Immunsystems ist natürlich auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Denn – wie heißt es noch so treffend: Man ist schließlich, was man isst! Wer seine Abwehrkräfte unterstützen möchte, sollte seinem Körper über die Nahrung viele Vitamine und Mineralstoffe zuführen. Dank der selbst im Winter gut gefüllten Obst- und Gemüseregale in den Supermärkten oder auf Marktständen stellt dies heute auch kein wirkliches Problem dar. Und wer auf regionale Produkte und kurze Lieferwege setzt, kann nun gut auf heimische Gemüse zurückgreifen. Jetzt ist es Zeit für alle möglichen Kohlsorten. Rotkohl, Wirsing und Grünkohl bieten unter anderem viel Kalium, Magnesium und Eiweiß. 

 

Zudem sind sie dank der kurzen Wege vom Feld in die Regale noch sehr frisch und haben deshalb auch viele Nährstoffe und Vitamine. Es sind Wurzelgemüse wie Karotten, Steckrüben, Rote Beete, Pastinaken oder auch Topinambur, für die es zahlreiche exzellente Rezepte gibt. 

 

Und die reichen von der extrem vitaminhaltigen und gesunden Rohkost bis hin zu deftigen Eintöpfen, Suppen oder Aufläufen. Achten sollte man allerdings darauf, möglichst salz- und fettarm zu kochen. Das fällt aber bei dem ohnehin intensiven und leckeren Eigengeschmack der heimischen Gemüse gar nicht so schwer.

 

„An apple per day keeps the doctor away“ – dieses sprichwörtliche Loblied auf das Lieblingsobst der Deutschen passt ebenfalls gut für den Winter. Denn gerade jetzt haben gut lagerfähige Äpfel und Birnen Saison. Wer es dann doch lieber ein wenig exotischer haben möchte, kann seinen 

 

Vitamin-C-Bedarf zusätzlich mit Zitrusfrüchten decken. Der Auswahl sind heute eigentlich kaum noch Grenzen gesetzt.

 

Stoßlüften sorgt für Sauerstoff und frische Luft

Wenn es draußen eisig kalt ist, kann natürlich niemand den ganzen Tag das Fenster offen haben. Denn das lässt die Wohnung nicht nur auskühlen, sondern auch die Energiekosten in die Höhe schießen. Stattdessen empfiehlt sich kurzfristiges Stoßlüften, bei dem die Fenster für kurze Zeit weit geöffnet werden. Das sorgt für mehr Sauerstoff in den eigenen vier Wänden und senkt die Keimbelastung in der Wohnung.

 

Allerdings ist kalte Luft deutlich trockener als warme. Während des Lüftens sinkt daher die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, die im besten Fall zwischen 40 und 60% liegen sollte. Zudem entzieht auch die Heizung der Innenraumluft Feuchtigkeit. 

 

Damit diese selbst im Winter nicht zu trocken wird, empfehlen Experten, entweder, großblättrige Pflanzen aufzustellen oder die Luft durch mit Wasser gefüllte Schalen anzufeuchten. Hilfe bieten natürlich auch Luftbefeuchter, die im entsprechenden Fachhandel angeboten werden.

 

Hautpflege jetzt besonders wichtig

Die allgemein trockenere Winterluft setzt auch unserem größten Organ zu. Etwas intensivere Hautpflege ist daher auf jeden Fall sinnvoll. Spezielle Cremes hierfür sind im Fachhandel oder in der Apotheke erhältlich. 

 

Erkältung, Grippe oder doch Corona?

„Ich habe eine Grippe“, sagen viele Menschen selbst dann, wenn sie einfach nur unter einer Erkältung oder einem grippalen Infekt leiden. Während ersterer nach rund einer Woche abklingen sollte, kann eine Grippe (Influenza) durchaus tückisch sein und zu einer Lungenentzündung führen. Jedes Jahr fordert sie auch in Deutschland zahlreiche Todesopfer. Wie kann man aber eine Grippe von einer Infektion mit dem Corona-Virus unterscheiden? Während die Symptome wie hohes Fieber und Abgeschlagenheit bei einer Grippe sehr plötzlich auftreten, entwickeln sich diese bei Covid-19 eher langsamer. Zudem geht Covid-19 wesentlich häufiger mit einem Schnupfen einher. Viele Corona-Patienten leiden schließlich unter einem schwerwiegenden Verlust des Geschmacks- oder auch des Geruchssinns.

 

Endgültige Klarheit kann aber nur ein Virentest bringen. Und den sollte man sowohl bei der Grippe als auch beim Corona-Virus ohnehin machen lassen.

 

Eigentlich ist es gar nicht so viel, was man im Winter zusätzlich tun sollte, um sich und seinem Körper etwas gesundes Gutes zu gönnen. Dazu gehört schlussendlich auch ein entspannendes Vollbad, das man mit Zusätzen wie Lavendel, Melisse oder im Erkältungsfall auch mit Eukalyptus oder Thymian anreichern kann. Das wärmt nicht nur Körper und Seele auf, sondern entspannt auch die gesamte Muskulatur. 

 

In diesem Sinne: Kommen Sie gut und gesund durch den Winter! 

 

 

 

 

 

 

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