Auch jetzt mal rausgehen!

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Auch jetzt mal rausgehen!

Wenn’s draußen kalt, nass und dunkel ist, beneidet manch einer die Tiere um ihren Winterschlaf. Denn für Herz und Gelenke ist diese Jahreszeit ganz schön anstrengend. Aber, anders als bei Igel und Co, hilft maßvolle Bewegung gegen Winterbeschwerden!

 

Niedrige Temperaturen belasten das Herz. Sinkt die Thermometersäule unter den Gefrierpunkt, verengen sich die Gefäße – auch die Herzkranzgefäße – und die Versorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff wird schlechter. Gleichzeitig muss das Herz stärker arbeiten, um Blut durch die verengten Gefäße zu pumpen, und der Blutdruck steigt. Vor allem Menschen mit Bluthochdruck oder einer Herzschwäche sollten deshalb bei Minusgraden starke körperliche Anstrengungen vermeiden, warnt Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Stattdessen rät er zu weniger anstrengender Bewegung wie Spaziergängen oder Walkingrunden, die den Organismus in Schwung bringen. „Bei Minusgraden legen sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal über Mund und Nase, so gelangt die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege.“ Einzelne Studien deuten zudem darauf hin, dass auch eine kühle Wohnung den Blutdruck erhöhen und das Herz gefährden kann. Koronarpatienten sollten deshalb die Wohnung angenehm warm halten, ohne sie zu überheizen – am besten sind ca. 22 Grad Celsius.

 

Aber nicht nur das Herz, auch die Gelenke freuen sich über Bewegung und angenehm warme Zimmertemperaturen, bemerkt Dr. med. Andreas Helfenstein, Vorsitzender des Berufsverbandes der Orthopäden und Unfallchirurgen in Essen, Mülheim und Oberhausen. Wem im Winter verstärkt die Gelenke schmerzen, der leidet gewöhnlich unter verschleißbedingten Veränderungen oder entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Auch grippale Virusinfekte können mit Gelenkschmerzen einhergehen.

 

Bewegung und Sport (natürlich nicht während eines Infektes) helfen, die Gelenke besser zu durchbluten, betont der Orthopäde: „Auch wenn das Wetter nicht ideal und die Motivation gering ist: Wer jetzt regelmäßig körperlich aktiv ist, kommt besser durch den Winter.“ Darüber hinaus helfen Saunabesuche dem Körper, sich gegen die Kälte zu wappnen, und wirken anti-entzündlich. Der Wechsel zwischen kalt und warm entkrampft zudem die Muskeln, die oft durch eine Schutzhaltung gegen Schmerzen verspannen.

 

Nicht zuletzt sollten Menschen mit der Neigung zu Gelenkschmerzen auf ihre Vitamin-D-Versorgung achten. „Unser Körper gewinnt dieses lebensnotwichtige Vitamin zumeist durch das Sonnenlicht. Wer wenig an die Sonne kommt, wie das im Winter der Fall ist, sollte sich vom Arzt über Zusatzpräparate mit Vitamin D beraten lassen.“

Anhaltende Gelenkschmerzen im Winter, die sich nicht auf bereits bekannte Erkrankungen zurückführen lassen, sollte man von einem Orthopäden abklären lassen.

 

 

 

 

 

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