Was tun bei hohen Morgenwerten?

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Diabetes – Was tun bei hohen Morgenwerten?

Normalerweise ist der Blutzuckerspiegel morgens eher niedrig. Bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern sind die Blutzuckerwerte nach dem Aufstehen jedoch häufig erhöht. Dies wird auch als „Zuckerhoch am Morgen“ bezeichnet. Für erhöhte Morgenwerte gibt es mehrere Ursachen.

 

Morgendämmerungsphänomen

Das Dawn-Phänomen oder auch Morgendämmerungsphänomen ist die Bezeichnung für eine morgendliche Überzuckerung (Hyperglykämie). Dabei kommt es zwischen drei und vier Uhr morgens zu einem deutlichen Blutzuckeranstieg. Dieses Phänomen ist bei Typ-1-Diabetikern und vor allem bei jugendlichen Diabetikern bekannt, da das Dawn-Phänomen in der Pubertät aufgrund der ausgeschütteten Wachstumshormone auftritt, die einen unerwarteten Blutzuckeranstieg auslösen.

 

Niedrige Dosierung und fehlerhafte Spritztechnik

Ein möglicher Grund für erhöhte morgendliche Blutzuckerspiegel ist auch eine zu geringe Medikamentendosis. Wird zu wenig Insulin gespritzt, steigt der Blutzuckerspiegel während der Nacht über den empfohlenen Wert an. Auch auf eine fehlerhafte Spritztechnik, z. B. durch eine zu lange Kanüle, kann zur Folge haben, dass keine ausreichende Insulindosis in den Organismus gelangt. Wird Insulin versehentlich in den Muskel gespritzt, gelangt das Insulin schneller ins Blut und wirkt infolgedessen nicht bis zum Morgen. Generell sollten die Spritzstellen überprüft werden, da sich dort bei wiederholtem Spritzen Verdickungen bilden können, die die Insulinwirkung beeinträchtigen.

 

In diesen Fällen sollten die Spritztechnik überprüft und die Einstichstelle regelmäßig gewechselt werden, um verdickte Einstichstellen zu vermeiden. Wenn trotz der Einnahme von blutzuckersenkenden Tabletten (Antidiabetika) die Morgenwerte oft zu hoch sind, muss evtl. die Dosis erhöht oder Insulin verabreicht werden – dies muss aber mit dem Arzt abgeklärt werden.

 

Früher Sport und spätes Essen

Auch durch Frühsport kann der Blutzuckerspiegel am Morgen bei Diabetikern erhöht sein, ebenso durch spätes Essen. Späte Mahlzeiten sollten daher vermieden werden – es wird empfohlen, etwa vier Stunden vor dem Schlafengehen das Abendessen zu sich zu nehmen. Dadurch ist die Mahlzeit größtenteils verdaut ist und die Blutzuckerwerte werden nicht noch zusätzlich über Nacht erhöht. Außerdem empfiehlt sich ein Spaziergang nach dem Abendessen statt morgendliches Training bzw. sollten sportliche Aktivitäten auf den Vormittag verlegt werden.

 

Verschiedene Krankheiten lassen den Blutzucker in die Höhe schnellen

Bei fieberhaften Erkrankungen braucht der Körper deutlich mehr Insulin zur Regulation des Blutzuckers, sodass die Blutzuckerwerte ansteigen. Dies betrifft vor allem Typ-1-Diabetiker, die ihre Werte im Falle einer Erkrankung alle zwei bis drei Stunden messen und die Diabetestherapie entsprechend anpassen sollten. Auch bei Erkrankungen wie Morbus Cushing steigt der Glukosewert im Blut an, da übermäßig viel Kortisol produziert wird.

 

Ursachenanalyse

Stellen Diabetiker häufig einen morgendlichen Anstieg ihrer Blutzuckerwerte fest, ist es wichtig, gemeinsam mit dem Arzt den exakten Grund herauszufinden, um ein sorgfältiges Diabetesmanagement zu ermöglichen. Grundsätzlich sollte ein zu hoher Blutzuckerspiegel stets vermieden werden, um Folgeschäden wie Schädigungen der Netzhaut des Auges, der Nieren und der Nerven zu verhindern.

 

 

 

 

 

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