Intelligente Insulinpumpentechnologie

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Typ-1-Diabetes: Intelligente Insulinpumpentechnologie ermöglicht  mit Telemedizin optimierte Therapiebegleitung in Zeiten von Corona

Die aktuelle COVID-19-Situation ist eine enorme Herausforderung für die Gesundheitsversorgung in der Klinik oder der ärztlichen Praxis. Gerade chronisch kranke Patienten wie Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen aber eine regelmäßige ärztliche Kontrolle und Therapie. Innovative Versorgungsansätze wie die Telemedizin können hier helfen, die Behandlungsqualität sicherzustellen und die individuelle Therapieanpassung zu verbessern.

 

In Deutschland leiden rund 340.000 Menschen an Typ-1-Diabetes. Bei der Stoffwechselerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder nur sehr wenig Insulin. Ohne Insulin kann der Zucker im Blut nicht genutzt werden. Die daraus resultierende hohe Blutzuckerkonzentration verursacht Beschwerden und schwerwiegende Folgeerkrankungen, wie etwa diabetische Retinopathie oder Nephropathie oder kardiovaskuläre Erkrankungen.

 

Für Menschen mit Typ-1-Diabetes erfordert die Erkrankung tägliche Aufmerksamkeit und Disziplin, um eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen. Die kontinuierliche Technologieentwicklung hat dabei in den vergangenen Jahren die Therapiesituation und Lebensqualität der Patienten entscheidend verbessert: Wesentliche Schritte waren die Einführung der Insulinpumpentherapie, das kontinuierliche Glukosemonitoring (CGM) und schließlich die Verbindung beider Systeme mittels mathematischer Kontrollalgorithmen.

 

Die Entwicklung des weltweit ersten „Hybrid closed loop“- System war vor Kurzem ein weiterer Meilenstein in der Therapieentwicklung: Die weltweit erste Insulinpumpe mit automatischer basaler Insulinabgabe passt sich an die individuellen Bedürfnisse jedes Menschen mit Typ1-Diabetes an und nimmt ihm viele tägliche Entscheidungen ab.  Indem die Technologie wichtige Funktionen einer gesunden Bauchspeicheldrüse imitieren kann, kann sie das Diabetesmanagement näher an die natürliche Insulinausschüttung heranbringen und die Zeit im Zielbereich erhöhen (die Zeit im Zielbereich gibt an, wie lange die Glukosewerte prozentual in einem Bereich von 70-180 mg/dl liegen). Das aus Sensor, Algorithmus und Pumpe bestehende System misst alle fünf Minuten die Gewebsglukose und passt die Insulinzufuhr automatisch an den Bedarf an. Es unterbricht sie, wenn sich die Werte dem Bereich einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) nähern, und führt sie automatisch fort, wenn sich die Werte wieder normalisieren. Die Informationen des Pumpendisplays können auch auf einer Smartphone-App eingesehen und auch mit Personen geteilt werden.

 

Die Daten des Insulinpumpensystems können mit der entsprechenden Software in leicht verständliche Berichte umgewandelt werden, sodass der Arzt sie leichter analysieren und die Therapie damit noch schneller und gezielter individuell auf den Patienten abstimmen kann. Als telemedizinische  Lösung erlaubt die Software, die Daten digital an den Arzt zu übertragen, sodass Patienten ergänzend zur regulären Betreuung in der diabetologischen Ambulanz oder Praxis auch aus der Ferne betreut werden können: Im Rahmen von Videosprechstunden kann der Behandler die Daten  gemeinsam mit dem Patienten anschauen und die Therapie anpassen. Vor dem Hintergrund der aktuellen COVID-19-Situation kann dies zum Infektionsschutz beitragen und helfen, die Behandlung und Therapiebegleitung zu optimieren.

 

 

 

 

 

 

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