Auf Mundhygiene achten

 

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Auf Mundhygiene achten

Eine der wichtigsten Maßnahmen, um Erkrankungen zu vermeiden, ist die Hygiene. Dazu gehört nicht zuletzt die richtige Pflege im Mund-Rachen-Bereich die Mundhygiene. Denn wird die vernachlässigt, drohen nicht nur Mundgeruch und lückenhaftes Lächeln, sondern eine  ganze Reihe ernsthafter Erkrankungen.

 

„Ich bin nicht mehr vollkommen, ein Zahn ward mir genommen!“ So wehmütig klagte der Dichter und Zeichner Robert Gernhardt über den Verlust eines Zahns. Nun weiß man nicht genau, woran es lag: War es ein Sturz, der ihm den Verlust bescherte? Gar ein Boxkampf, der den Zahn entwurzelte? Oder vielleicht doch einfach nur mangelnde Mundhygiene? Fest steht, dass unsere Zähne von der regelmäßigen Pflege profitieren und uns länger erhalten bleiben. Doch nicht nur die Gesundheit unserer Kau- und Beißwerkzeuge hängt maßgeblich von unserer Sorgfalt ab. Vernachlässigen wir die Hygiene im Mund-Rachen-Bereich, soll sich auch das Risiko für Lungenentzündungen und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Aber wie sieht die richtige Hygiene genau aus?

 

Der beste Freund, die Zahnbürste

Wichtigstes Werkzeug der Mundhygiene ist das regelmäßige Zähneputzen. Das lernt man im Idealfall schon im Kindergarten. Allerdings hat man danach noch reichlich Gelegenheiten, die richtige Technik wieder zu verlernen. Generell empfiehlt die Bundeszahnärztekammer, die Zähne zweimal am Tag für zwei bis drei Minuten mit einer Zahnbürste und einer Zahnpasta zu putzen. Für den besten Erfolg empfehlen sich kurze, kreisförmige Bewegungen. Moderne elektrische Zahnbürsten machen das automatisch. Zusätzlich können manche Modelle sogar die richtige Dauer signalisieren und vor zu großem Druck warnen.

 

Seide ist kein Luxusgut

Für besonders enge Zahnzwischenräume eignet sich Zahnseide. Drücken Sie den Faden dabei fest gegen den Zahn, aber nicht gegen das Zahnfleisch. So wird Zahnbelag entfernt, ohne das Zahnfleisch zu verletzen. Alternativ können Sie auch sogenannte Interdentalbürsten verwenden. Die sehen so ähnlich wie Zahnbürsten aus, haben im Großen und Ganzen aber denselben Effekt wie Zahnseide. Beim Putzen können Sie übrigens nach der KAI-Regel vorgehen. Dabei putzen Sie zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen und zum Schluss die Innenflächen.

 

Spülen und Gurgeln gegen Keime

Auch spezielle Spülungen können einen wichtigen Beitrag zur Mundhygiene leisten. Denn Mundhöhlenbewohner wie Bakterien oder Viren haben ihrer keimtötenden Wirkung nicht viel entgegen zu setzen. Einige Studien machen sogar Hoffnung, dass manche Mundspülungen das Übertragungsrisiko bei Corona senken könnten. In der aktuellen Situation natürlich ein mehr als willkommener Mehrwert. Auch aus diesem Grund hat sich die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene dafür ausgesprochen, ergänzend zu den AHA+L-Regeln, also Abstand, Hygiene, FFP-2-Maske und Lüften, zu gurgeln.

 

Nicht direkt nach dem Essen putzen

Hat man gerade etwas Saures gegessen, sollte man jedoch insbesondere mit dem Putzen per Bürste mindestens 30 Minuten warten. Denn durch die Säure wird der Zahnschmelz etwas angeätzt. Putzt man nun trotzdem die Zähne, bürstet man sich einen Teil des Schutzmantels weg. Gleiches gilt für zuckrige Süßspeisen. Denn bei deren Verzehr bilden sich ebenfalls Säuren, die die Zahnoberfläche angreifen können. Um die Remineralisierung des Zahnschmelzes zusätzlich zu unterstützen, können Sie außerdem fluoridhaltige Zahncremes verwenden. Wenn Sie die nach dem Zähneputzen nicht vollständig ausspülen, kann das Fluorid besonders gut „einziehen“.

 

Gönnen Sie sich alle paar Monate neue Borsten

Alte Besen kehren gut, da ist man sich einig. Für Zahnbürsten gilt das aber nicht. Zum einen nutzen sich die Borsten allmählich ab, wodurch sie nicht mehr so schonend oder nur noch unzureichend funktionieren. Zum anderen können sich auf den Borsten Bakterienkulturen ansiedeln. Auch wenn der kleine Schrubber nach dem Putzen nicht trocken gelagert wird, können sich solche Keime bilden. Deshalb die Bürste am besten aufrecht in den Zahnputzbecher stellen oder in eine Halterung einhängen. Geschlossene Schutzhüllen sind weniger empfehlenswert.

 

Unsere Empfehlung

Häufig merkt man erst, was man hat, wenn man es verliert. Bei den Zähnen ist es ganz ähnlich. Erst wenn sie schmerzen, rücken sie in den Fokus. Schließlich wusste schon Wilhelm Busch: „Ein Zahn, ein hohler, macht mitunter sogar die faulsten Leute munter.“ Damit nicht plötzlich Zugzwang entsteht, sollte man deshalb nicht zu wenig Zeit auf die Mundhygiene verwenden. Denn wie wichtig Hygiene für die Gesundheit ist, haben uns die letzten Monate eindringlich aufgezeigt. Und wer selbst Hand anlegt, dem muss der Zahnarzt auch seltener auf den Zahn fühlen.

 

 

 

 

 

 

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