Wie Corona Gewohnheiten verändert

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Wie Corona Gewohnheiten verändert

Wahrscheinlich war es zu Beginn der Corona-Pandemie für kaum einen von uns vorstellbar, wie sehr sich unser Leben durch das Virus ändern würde. Die Schließung von Geschäften und Schulen und Abstandsregeln haben vor allem für ein neues Freizeitverhalten gesorgt. Angesichts der laufenden Impfungen und einer hoffentlich baldigen Entspannung der Lage bleibt aber abzuwarten, ob wir zumindest einen Teil dieses neuen Lebensstils, vielleicht sogar Lebensgefühls, auch nach der Pandemie beibehalten werden.

Konzerte, Restaurantbesuch, Stadion oder Kirchmesse – all das und noch viel mehr war während der Hochphase der Pandemie kaum oder gar nicht möglich. Manche dachten, der Lockdown dauere nur wenige Tage, vielleicht Wochen. Andere bereiteten sich auf einen Stillstand von mehreren Monaten vor. Doch egal wie der Erwartungshorizont aussah, verlagerten die meisten Menschen ihre Aktivitäten in der darauffolgenden Zeit auf das private Umfeld. Unterstützt wurden und werden sie dabei von der Politik, deren Vertreter immer wieder darauf hinweisen, dass die Beschränkung der sozialen Kontakte und der Verzicht auf Reisen ein notwendiges Opfer für den Schutz der Allgemeinheit sind. Und nicht alle waren unglücklich über diese verordnete Ruhephase. Manch einer fand in ihr auch eine Art heilsamer Entschleunigung.

 

Stillstand als Möglichkeit der Neuorientierung

In der Isolation sind wir näher zusammengerückt, zumindest im kleinen Kreis. Insgesamt haben sich das soziale Miteinander und die Aktivitäten innerhalb der Familie während der Pandemie-Maßnahmen verstärkt. Mehr Familien verbringen ihre Zeit gemeinsam, spielen Gesellschaftsspiele oder unternehmen zusammen kleinere Ausflüge. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK haben viele Menschen die Möglichkeit auch genutzt, um endlich lang aufgeschobene, als lästig empfundene Aufgaben anzugehen. Endlich sind Dachboden und Keller also wieder aufgeräumt. Auch Heimwerken ist angesagt – jedenfalls solange die Baumärkte geöffnet sind. Und manch einer oder eine hat die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und entweder einem längst aufgegebenen Hobby wieder Leben eingehaucht oder gleich etwas Neues gemacht, wie zum Beispiel eine Sprache lernen.

 

Probleme sind nicht offensichtlich, aber vorhanden

Ungeachtet dessen sollten wir aber nicht vergessen, dass die auferlegten Beschränkungen auch negative Folgen hatten und haben: Institutionen und Gruppen, die auf freiwillige Teilnahme und soziales Engagement angewiesen sind, erleben eine Durststrecke, weil ihnen die Mittel und Menschen fehlen. Frauenhäuser geraten an ihre Kapazitätsgrenzen, weil Gewalt innerhalb von Beziehungen zunimmt. Psychische Probleme nehmen zu, weil die Menschen auf sich selbst zurückgeworfen sind und keinen Ausgleich finden. Was für den einen Freiheit bedeutet, ist das Gefängnis des anderen – und umgekehrt. Da überrascht es nicht, dass sich rund  77 % der Teilnehmer der GfK-Studie eine Rückkehr in den alten Alltag wünschen. Da kann man zumindest selbst entscheiden, auf wie viel soziale Interaktion man sich denn nun wirklich einlassen möchte.

 

 

  

 

 

 

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