Sonnentage

©alinamd_AdobeStock

 

Sonnentage

Kleine Tipps, damit Sie die schönen Tage

genießen können – egal wo …

 

Der Juni gehört, zumindest theoretisch, zu den drei sonnenreichsten Monaten des Jahres. Am längsten Tag, dem 21. Juni, steht sie bereits um kurz nach 5:00 Uhr über dem Horizont. Im Sommer können wir uns über schöne, lange Tage freuen.

 

In diesem Jahr werden viele Menschen Urlaub in Deutschland und damit quasi vor der eigenen Haustür machen. Warum auch nicht? Deutsche Küsten, Mittelgebirge und Berglandschaften lassen keine Wünsche offen.

Eine Auswertung des Online-Buchungsportals HomeToGo Anfang 2021 ergab, dass etwa 58% der Suchanfragen von Ferienhäusern für diesen Sommer auf Reiseziele innerhalb Deutschlands entfielen. Das entspricht einem Plus von 80% im Vergleich zum Vorjahr. Und da unberechenbare Zeiten flexible Lösungen erfordern, haben sich die Urlauber offensichtlich darauf eingestellt.

Beim Auswahlpunkt „flexible Reisedaten“ ergab sich eine Steigerung von 600% im Vergleich zu Anfang 2020. Bei der Anreise wollen Urlauber ebenfalls spontaner sein: Während vor der Corona-Pandemie der durchschnittliche Zeitraum zwischen Buchung und Anreise etwa 108 Tage betrug, verkürzte er sich in diesem Jahr auf 74. Beliebtestes Reiseziel: der Strand, beliebteste Unterkunft: das Ferienhaus. Am schönsten ist der Urlaub natürlich, wenn er nicht verregnet, sondern sonnig ist. Doch wo die Sonne scheint, ist meist auch der Sonnenbrand nicht weit.

 

Sonnenschutz ist immer angesagt

Zum Sommer gehört naturgemäß viel unbedeckte Haut. Die muss auch in Deutschland vor Sonne geschützt werden. Denn zu viel UV-Licht schädigt das Erbgut der Hautzellen. Zwar leben wir in gemäßigten Breiten, dennoch erkranken laut hautkrebs-netzwerk.de alljährlich 265.000 Menschen neu an Hautkrebs. Etwa 30.000 der Betroffenen bilden ein malignes Melanom aus, eine bösartige Hautkrebsform, auf deren Konto etwa 3.000 Todesfälle im Jahr gehen.

Wer im Sommer am Strand, im Garten, auf dem Balkon oder sonst wo im Freien sitzt, muss seine Haut schützen, auch in der Stadt. Warum ist die Sonnenstrahlung, die für uns Menschen so unverzichtbar für die Vitamin-D3-Bildung ist, gleichzeitig so problematisch für die Haut? 

 

Sengende Sonne

Zu den elektromagnetischen Strahlen, die von der Sonne ausgesendet werden, gehören unter anderem UVA- und UVB-Strahlen (UV=Ultraviolett). UVB-Strahlen sind kurzwelliger und energiereicher als UVA-Strahlen, dringen aber nur bis in die Oberhaut ein.

Dort führen sie zu einer „Hautschwiele“, eine Verdickung der Haut, die vor der Sonne schützt. Bei zu langer Bestrahlung lösen UVB-Strahlen schnell einen Sonnenbrand aus. UVB-Strahlen sorgen für eine langfristige Bräunung der Haut und werden für die Vitamin-D3-Bildung benötigt. Allerdings kann ein Zuviel in den Oberhautzellen auch Krebs auslösen.

UVA-Strahlen sind weniger energiereich, lösen kaum Sonnenbrand aus, dringen aber tiefer in die Haut ein. Da sie dort Kollagene (Eiweiße) schädigen, die normalerweise für eine glatte pralle Haut sorgen, führen sie zum sogenannten „Photo-Aging“, der sonnenbedingten Alterung der Haut. Auch an der Entstehung von Allergien wie der Mallorca-Akne sind sie schuld. Da sie außerdem freie Radikale bilden, sind sie für die Entstehung von Schwarzem Hautkrebs (Melanome) verantwortlich.

 

Sonnenschutz – eine Mengenlehre

Gute Sonnenschutzmittel enthalten sowohl Filter gegen UVA- als auch UVB-Strahlen. Angezeigt wird ihre Schutzwirkung durch den Lichtschutzfaktor (LSF). Das Verhältnis zwischen UVA- und UVB-Schutz sollte mindestens 1:3 betragen.

Je länger der Aufenthalt in der Sonne, umso höher sollte der Lichtschutzfaktor sein. Der derzeit höchste Lichtschutzfaktor beträgt 50+. Damit der Sonnenschutz auch wirklich leisten kann, was auf der Tube steht, muss er in ausreichender Menge aufgetragen werden. Für einen Erwachsenen lautet die Faustregel 7 Teelöffel:  Je einer für Gesicht, Arme, Beine, Oberkörper und Rücken.

Wer sich mit dem Lichtschutzfaktor 20 eincremt, kann 20-mal länger in der Sonne bleiben, als es der natürliche Eigenschutz seiner Haut erlaubt. Diese Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn beim Baden, beim Kontakt mit der Kleidung oder beim Abtrocknen kann der Lichtschutzfaktor nachlassen. Deshalb sollte tagsüber immer mal wieder nachgecremt werden. Allerdings lässt sich die Sonnenschutzzeit damit nicht verdoppeln oder verlängern. Egal wie oft man nachcremt, der Lichtschutz bleibt

immer gleich. Wer seine Haut effektiv vor Sonnenschäden schützen will, muss die Wahl seines Sonnenschutzes auf seinen Hauttyp abstimmen. Für besonders empfindliche, zu Allergien neigende Haut gibt es spezielle Sonnenschutzmittel.

 

Vorsicht auch an bedeckten Tagen

Da die UVA-Strahlung fast immer gleich ist, ist am Strand ein Sonnenschutz auch an bewölkten Tagen sinnvoll. Besonders empfindliche Haut-Typen müssen sich hier schützen, denn die Reflexion von Wasser und Sand erhöht die Strahlung. Für die Berge gilt: Mit jedem Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um 15 bis 20%. Auch in der frischen, kühlen Höhenluft ist an sonnigen Tagen ein UV-Schutz unverzichtbar.

 

Sonnen – auch eine Frage des Typs

1975 entwickelte der Dermatologe Thomas Fitzpatrick eine Einteilung sechs verschiedener Hauttypen, die bis heute verwendet wird. Sie orientiert sich an Haut- und Haarfarbe und erleichtert die Beurteilung der Eigenschutzzeit der Haut. Das Raster gibt gute erste Hinweise auf den Haut-Typ. Wer es allerdings ganz genau wissen will, sollte den Hautarzt um eine Messung des Eumelanin-Anteils seiner Haut bitten. Grundsätzlich lässt sich sagen, je heller die Haut, umso höher die Sonnenbrandgefahr und umso größer das Hautkrebsrisiko. Während Hellhäutige sich nur kurz in der Sonne aufhalten können und einen hohen Sonnenschutz benötigen, brauchen dunklere Hauttypen einen niedrigeren Sonnenschutz und verbrennen nicht so schnell, selbst wenn sie der Sonne etwas länger ausgesetzt sind.

 

Kopf und Augen vor der Sonne schützen

Unabhängig vom Hauttyp müssen empfindliche Stellen besonders geschützt werden. Dazu gehören Lippen, Nase und Nacken. Außerdem sollte jeder eine Kopfbedeckung tragen und seine Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Beim Kauf einer Sonnenbrille ist ein ausreichender UV-Schutz der Gläser wichtig sowie die richtige Blendschutzkategorie. Diese hat eine Einteilung von 0 bis 4, wobei die niedrigste Kategorie zwischen 80 und 100% Licht durchlässt, während es bei der höchsten nur noch 3 bis 8% sind. Normalerweise reicht im deutschen Mittelgebirgssommer die Blendschutzkategorie 2 gut aus, an Meer und Strand bietet 3 den besseren Schutz. Das CE-Zeichen auf der Bügelinnenseite der Brille spielt ebenfalls eine Rolle. Es belegt, dass das Modell den Sicherheitsrichtlinien entspricht und einen UV-Schutz bis 380 Nanometer erfüllt. Unabhängig von der jeweils angesagten Mode sollte die Brille immer so groß sein, dass sie die Augen optimal bedeckt und nicht zu viel Licht von oben oder der Seite in die Augen dringt.

 

Wie gut schützt Ihr Sonnenschirm?

Zwar funktioniert der Eigenschutz der Menschen mit dunklem Haar und dunkler Haut bei Sonne meist besser als bei hellhäutigen, blonden Typen, aber zwischen 12:00 Uhr und 15:00/16:00 Uhr ist es gesünder für jede Haut, die sengenden Strahlen zu meiden.  Statt in der Sonne zu brutzeln, empfiehlt sich der Aufenthalt im Schatten oder unter dem Sonnenschirm. Doch Vorsicht – auch der Sonnenschirm lässt UV-Strahlen durch.

Hier gibt der UPF-Wert an, wie stark das Schirmgewebe vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützt. Liegt er zwischen 15 und 24 bietet er einen mittleren Schutz, 25 bis 50 bieten hohen Schutz, ab UPF 50 ist der Sonnenschutz ausgezeichnet. Menschen mit sehr heller Haut und hoher Empfindlichkeit sollten sich unter einen Sonnenschirm mit einem UPF-Wert von 80+ zurückziehen.

Dunklere Schirme schützen dabei besser als helle oder ausgeblichene. Wer besonders lichtempfindlich ist, muss auch darauf achten, wo genau der Schirm aufgestellt wird. Denn reflektierende Materialien oder die Wasseroberfläche eines Pools können die Sonnenstrahlung verstärken.

Nicht immer wird der UPF angegeben. Bei Sonnenschirmen gibt es zwei geläufige UV-Standards, der UV Standard 801 und der AS/NZ. Beim UV-Standard 801 dienen der empfindlichste Hauttyp (Typ 1) und die maximale Strahlungsintensität eines Hochsommertags in Australien als Bemessungsgrundlage, ebenso Witterungseinflusse, Stoffabnutzung und Stoffalterung.

Beim AS/NZS 4399:1996 dient das Sonnenspektrum in Melbourne, Australien als Richtwert. Der UV-Schutz wird nach australischem/neuseeländischem Standard am trockenen, neuen Textil bewertet.

 

Sonnenschutz von innen?

Immer wieder wird dafür geworben, die Haut von innen durch die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel zu schützen. Aber: Einen sonnenschützenden Effekt, der das lästige Eincremen überflüssig macht, gibt es nicht. Auch das sogenannte „Vorbräunen“ mit Beta-Carotin, das der Haut einen bräunlich-orangenen Farbton gibt, bietet keinen Sonnenschutz.

Allerdings hat Beta-Carotin eine antioxidative Wirkung und beugt möglichweise Hautschäden vor, welche durch die von der UV-Strahlung gebildeten freien Radikalen entstehen. Jedoch sollten insbesondere Raucher bei der Einnahme von Beta-Carotin vorsichtig sein, denn eine Überdosierung kann ihr Lungenkrebsrisiko erhöhen.

Auch Calcium, Zink und Selen sind im Zusammenhang mit der Reparatur von Hautschäden und der Regeneration der Hautzellen möglicherweise von Nutzen.

 

Nach der Sonne – pflegen, pflegen, pflegen

Sogenannte „After-Sun-Produkte“ sollen die Haut nach der Sonne regenerieren, pflegen und kühlen. Oft enthalten sie Aloe Vera und Panthenol, um die Hautreizung zu lindern und Feuchtigkeit zu spenden. Wer die Ausgabe scheut, kann auch normale feuchtigkeitsspendende Lotionen verwenden, solange sie nicht zu fetthaltig sind. Denn Fette und Öle „versiegeln“ die Haut und behindern ihren Feuchtigkeitsaustausch, was zu Haut- reizungen und kleinen Pickeln führen kann. After-Sun-Produkte sind oft dünnflüssiger als normale Bodylotions und lassen sich besser verteilen und ziehen leichter ein.

Grundsätzlich sollten alle After-Sun-Produkte – wie übrigens auch Sonnenschutzprodukte – frei von schädlichen Zusatzstoffen sein und keine Emulgatoren, Parfüm-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Für Allergiker gibt es spezielle Produkte.

 

Sonne und viel Wasser – eine gute Kombination

An heißen Tagen wird ein kühles Nass benötigt, im Sommer hauptsächlich von innen. Erwachsene sollten grundsätzlich täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Im Sommer, wenn an heißen Tagen der Schweiß rinnt und die Verdunstung über die Haut steigt, weil der Körper gekühlt werden muss, wird deutlich mehr Flüssigkeit benötigt. Dann können es leicht zwei bis drei, Liter Flüssigkeit sein. Da beim Schwitzen nicht nur Wasser, sondern auch Mineralien verloren gehen, können Getränke diesen Elektrolytverlust sehr gut ausgleichen.

Es müssen nicht unbedingt isotonische Durstlöscher gekauft werden. Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees oder mit Wasser verdünnte, möglichst natürliche Frucht- und Gemüsesäfte tun es ebenso. Auch Gemüsebrühe ist gut geeignet. Wer nicht genug trinkt – und das betrifft häufig Ältere – wird schneller müde, bekommt Kopfschmerzen, fühlt sich schlapp und unkonzentriert und riskiert im schlimmsten Fall einen Hitzschlag mit Kreislaufkollaps.

Viel Flüssigkeit, Sonnenschutzlotion, Sonnenschirm, Sonnenhut und Sonnenbrille sind die Zutaten für einen hautgesunden Sommer, den wir Ihnen von Herzen wünschen – egal wo Sie ihn verbringen werden.

 

 Hauttypen:

 

Typ 1 – sehr helle Haut:

Sommersprossen, rötliches oder hellblondes Haar, blaue, grüne oder hellgraue Augen.

Sehr häufig Sonnenbrand – Eigenschutzzeit unter 10 Minuten

 

Typ 2 – helle Haut:

Oft Sommersprossen, blonde oder hellbraune Haare, blaue, graue oder grüne Augen.

Häufig Sonnenbrand – Eigenschutzzeit 10–20 Minuten

 

Typ 3 – mittelhelle Hautfarbe:

Dunkel- oder hellbraunes, dunkelblondes Haar, manchmal auch blondes oder schwarzes Haar, braune, blaue, grüne oder graue Augen, kaum Sommersprossen, selten Sonnenbrand.

Bräunt langsam, wird hellbraun – Eigenschutzzeit 20-30 Minuten

Typ 4 – bräunlicher oder olivfarbener Hautton: Braunes oder schwarzes Haar, braune Augen, keine Sommersprossen, bräunt schnell und wird mittelbraun.

Kaum Sonnenbrand – Eigenschutzzeit 45 Minuten

 

Typ 5 – dunkle bis hellbraune Haut:

Schwarzes Haar, braune Augen, bräunt schnell und wird dunkelbraun.

Kaum Sonnenbrand – Eigenschutzzeit 60 Minuten

 

Typ 6 – dunkelbraune oder schwarze Haut,

schwarzes Haar, braune Augen.

Kaum Sonnenbrand – Eigenschutzzeit 90 Minuten

 

 

 

 

 

 

Startseite