Nervenfutter ja, aber gesundes!

 

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Nervenfutter ja, aber gesundes!

Wenn der Alltag stressig wird, greifen viele Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zu „Nervenfutter“. Das kann helfen  – aber anders, als viele meinen.

 

Stress bedeutet meist nichts Gutes. Wer „im Stress“ ist, fühlt sich angespannt und (zu) stark belastet. Und greift oft erst mal zu Schokolade, Chips und Co. Dieses Verlangen nach einer kurzfristigen Energiespritze geht bis in die Steinzeit zurück. Denn Stress versetzt den Körper in Alarmbereitschaft: Puls und Blutdruck erhöhen sich, der Mensch atmet schneller, die Muskeln spannen sich an, die Blutgefäße verengen sich und die Nebenniere schüttet die anregenden Hormone Adrenalin und Noradrenalin aus.

Vor Jahrtausenden musste der bedrohte Mensch in Sekundenschnelle handeln – fliehen oder kämpfen. Für beides brauchte er möglichst schnell möglichst viel Energie. Eben die führen wir uns auch heute noch in Stresssituationen zu, gern in Form von Zucker und Fett. Das Problem ist nur: Körperlich brauchen wir diese Energie meist gar nicht mehr – wir kämpfen eher am Bildschirm als gegen wilde Tiere. Dazu kommt, dass unsere heutigen süßen und fetten Snacks kaum mehr Nährstoffe enthalten. Ernährungswissenschaftler bezeichnen die darin enthaltenen Kalorien oft als „leer“: Sie führen langfristig eher zu Übergewicht und/oder Herz-Kreislauf-Problemen als zu gesunder Stressbewältigung.

 

Erhöhter Nährstoffbedarf

Dabei kann der Körper durchaus Nährstoffe gebrauchen, wenn er unter Anspannung steht, denn sie helfen gegen Müdigkeit und Erschöpfung. Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder Kartoffeln etwa sind ein unverzichtbarer Treibstoff für Muskeln und Gehirn. Sie liefern wichtige Vitamine und Ballaststoffe wie beispielsweise Magnesium oder Kalium.

 

Vitamin C wiederum kann die freien Radikale neutralisieren, die der Körper in Stresszeiten vermehrt freisetzt und die die Zellen schädigen können. Als beruhigende Stresskiller gelten viele Vitamine der B-Gruppe, die vor allem in Milchprodukten, Fisch oder Haferflocken stecken und die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren können.

 

Wer sich gestresst fühlt, darf und soll also durchaus zu „Nervennahrung“ greifen. Aber die sollte möglichst aus viel frischem Obst und Gemüse, Nüssen, Fisch, magerem Fleisch und Vollkornprodukten bestehen – und aus reichlich Flüssigkeit.

 

Da beim Essen nicht nur das Was, sondern auch das Wie unseren Stress beeinflussen kann, raten die Wissenschaftler des Bundeszentrums für Ernährung darüber hinaus:

  • Essen Sie regelmäßig.
  • Achten Sie dabei auf eine möglichst angenehme Atmosphäre (Wenn’s geht z.B. nicht „zwischen Tür und Angel).
  • Versuchen Sie, sich im Augenblick des Essens eben darauf zu konzentrieren und nicht schon wieder an etwas anderes zu denken.
  • Wenn es keine Mahlzeit, sondern nur etwas zum Knabbern sein soll, greifen Sie möglichst zu kalorienarmen Lebensmitteln.
  • Entwickeln Sie Alternativen für stressbedingte Essanfälle (statt sich mit Essen zu belohnen oder gegen den Kummer anzuessen).
  • Trinken Sie regelmäßig ungesüßte Tees oder Wasser trinken (als Faustregel 1 Glas in der Stunde).

 

 

 

 

 

 

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