Reale Erfahrungen sind wichtiger als digitale

 

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Reale Erfahrungen sind wichtiger als digitale

Schon seit Jahren sorgen sich viele Eltern um den Medienkonsum ihrer Kinder. Die Pandemie hat es nicht besser gemacht. Zeit für eine digitale Entwöhnung.

 

Um zu beurteilen, ob Kinder eine Mediensucht entwickeln, sollten Eltern nicht nur darauf achten, wie lange sie digitale Bildschirmmedien nutzen, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte im Netz. Wichtig ist vor allem zu beobachten, welchen Einfluss der Medienkonsum auf die Kinder hat. „Wenn der Umgang mit Medien andere Lebensbereiche einschränkt oder/und keinen Raum mehr für andere Aktivitäten zulässt, handelt es sich um ein gesundheitsgefährdendes Verhalten.“

 

Für einen gesunden Umgang mit digitalen  Medien empfehlen die Kinderärzte allen Eltern:

  • Je kleiner Ihre Kinder sind, desto größer sollte der bildschirmfreie Raum in ihrem Leben sein. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter drei Jahren sollten Bildschirmmedien gar nicht zum Einsatz kommen.
  • Sie sind als Eltern Vorbilder! Nutzen Sie technische Geräte zielorientiert und nicht aus Langeweile.
  • Essen Sie ohne Bildschirmmedien und nutzen Sie Bildschirmmedien, ohne zu essen.
  • Ermöglichen Sie gesunden Schlaf: Bildschirmfreie Einschlafrituale und bildschirmfreie Schlafräume sind dafür notwendig.
  • Ermöglichen Sie sich und Ihren Kindern reale Erfahrung mit anderen Menschen und allen Sinnen.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind und hören Sie ihm aufmerksam zu.
  • Ermöglichen Sie Ihrem Kind, kreativ zu werden, indem Sie ihm weniger vorgeben.
  • Sorgen Sie in der Freizeit für mehr Bewegungszeit als Bildschirmzeit.
  • Sorgen Sie für eine sexuelle Aufklärung Ihres Kindes, bevor es sich diese aus dem Internet holt.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Datenschutz, soziale Medien, Gewalt, Pornografie, Glücksspiel; beginnen Sie damit, bevor Sie ihm einen eigenen Internetzugang ermöglichen.
  • Lassen Sie sich auch von Ihrem Kind zeigen und erklären, was es im Internet interessiert.
  • Erlauben Sie sich und Ihrem Kind, auch unerreichbar zu sein.
  • Bestärken Sie Ihr Kind, unabhängig vom Smartphone zu bleiben.
  • Unterstützen Sie Kommunikation ohne elektronische Geräte.
  • Wenn Ihr Kind das reale Leben vernachlässigt: Suchen Sie professionelle Hilfe!
  • Nutzen Sie Bildschirmmedien nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung.
  • Begleiten Sie Filmerfahrungen Ihres Kindes: Unterbrechen Sie anfangs bei Rückfragen, sprechen Sie mit Kindern über Gesehenes.
  • Wählen Sie ruhige, altersgerechte Fernsehsendungen ohne Gewalt aus; überlassen Sie die Fernbedienung nicht Ihren Kindern.
  • Machen Sie den Werbeblock zur Pause; schalten Sie den Ton aus.
  • Stellen Sie klare Regeln auf und begrenzen Sie die Bildschirmmediennutzungszeit vor dem Einschalten.
  • Halten Sie Altersbeschränkungen für Computerspiele,  Filme und soziale Medien ein.

 

 

 

 

 

 

 

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