Wohnen im Alter: Selbstständig bleiben

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Wohnen im Alter: Selbstständig bleiben

Mit dem Alter ist es paradox: Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden. Damit wir das Alter positiv erleben, ist eines besonders wichtig: die Aufrechterhaltung unserer Selbstständigkeit. Und die spiegelt sich vor allem in unserer Wohnsituation wider.

 

Es kann verstörend sein, wenn in dem Haus oder der Wohnung, wo man jahrzehntelang gelebt hat, plötzlich ungeahnte Gefahren und Widrigkeiten auftauchen. Teppiche und Kabel werden zu Stolperfallen, Schränke sind ohne Tritt oder Hocker kaum noch zu erreichen und auch der Badewannenrand ist nur schwer zu überwinden. Um dennoch die Selbstständigkeit so Betroffener zu erhalten und das Leben im gewohnten Umfeld weiterhin zu ermöglichen, können verschiedene Maßnahmen hilfreich sein.

 

Sicherheit ist ein Teil der Selbstständigkeit

Viele ältere Menschen wünschen sich, in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Sie legen großen Wert auf ihre Eigenverantwortlichkeit, wollen nicht bevormundet werden und niemandem zur Last fallen. Und das ist gut so, denn Untersuchungen zeigen immer wieder, dass ein selbstständig geführtes Leben nicht nur die körperliche Mobilität erhalten kann, sondern auch die geistige. Dennoch ist manchmal schnelle medizinische Hilfe notwendig, beispielsweise wegen eines Schwächeanfalls. Hier können technische Notrufsysteme sinnvoll sein, zum Beispiel ein Hausnotruf samt Notrufsender. Wer sich häufig außerhalb der eigenen Wohnung aufhält, sollte stattdessen ein Mobiltelefon mit Notruffunktion und GPS-Ortung in Erwägung ziehen. In manchen Fällen lässt sich der Hausnotruf auch mit dem Handy kombinieren, sodass das Handy wie ein mobiles Notfallarmband funktioniert.

 

Im Alter kein Hürdenlauf mehr

Besonders wichtig ist auch die Barrierefreiheit. Denn ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, kann selbst die Verrichtung ganz alltäglicher Vorhaben zur Last werden. Um eine bereits bewohnte Wohnung oder gar ein Haus nachträglich barrierefrei zu gestalten, sind mitunter viel Planung und ein ausreichendes finanzielles Polster notwendig. Wer die Möglichkeiten hat, sollte Kosten und Mühen aber nicht scheuen – zumindest wenn feststeht, dass man in dieser Immobilie den Lebensabend verbringen möchte. Wer hierfür Geld benötigt, hat übrigens die Möglichkeit, durch das sogenannte Nießnutzrecht die Wohnung zu veräußern, das so erwirtschaftete Geld entsprechend zu verwenden, aber dennoch weiter in der Immobilie zu wohnen. Kleinere Anpassungen wie Haltegriffe im Bad oder auch ein Badewannenlift werden bei Notwendigkeit von der Pflegeversicherung übrigens meist bezahlt oder zumindest bezuschusst.

 

Möglichkeiten erkennen und nutzen

Manchmal sollte man die Lebenssituation auch komplett überdenken. Vielleicht kommt man zu dem Schluss, dass der Umzug in eine kleinere, eventuell schon barrierefrei geplante Wohnung wertvolle Vorteile mit sich bringt. Oder man beschließt, gemeinsam mit anderen Gleichaltrigen in einer Art WG zu leben. Auch ein Zimmer in einer Seniorenresidenz kann helfen, den Wunsch nach Selbstständigkeit mit dem Bedürfnis nach Gemeinschaft zu verbinden. Generell sollte man sich ruhig einmal die Zeit nehmen und sich Gedanken über die eigenen Wünsche und Vorstellungen machen – und sich überlegen, wie diese umgesetzt werden können.

 

 

 

 

 

 

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