Neurodermitis: Cremes und Arzneien für eine gesündere Haut

 

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Neurodermitis: Cremes und Arzneien für eine gesündere Haut

Fast jedes fünfte Kind und jeder 20. Erwachsene haben Probleme mit Neurodermitis. Von der Corona-Impfung profitieren auch sie, allerdings können einige Neurodermitis-Medikamente die Impfantwort schwächen.

 

Gerötete Haut, starkes Jucken, und wenn der Ausschlag vorbei ist, ist die Haut schwielig, trocken und rissig – Menschen mit Neurodermitis haben es nicht einfach. Vor allem Kinder leiden häufig an der Hautkrankheit, die nicht ansteckend ist. Bei Säuglingen tritt Neurodermitis vor allem auf den Wangen auf sowie an den Außenseiten der Arme und Beine. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind vor allem Kniekehlen, Ellenbeugen und Nacken betroffen.

Oft bessern sich die Beschwerden mit den Jahren oder verschwinden sogar ganz. Wer aber dauerhaft mit Juckreiz, Ekzemen und trockener Haut zu tun hat, weiß, dass sie Schlaf und Konzentration ernsthaft stören können und außerdem nur allzu sichtbar sind: Manch ein Betroffener wagt sich deshalb kaum noch in die Öffentlichkeit. Die gute Nachricht: Durch umfassende Hautpflege, Medikamente und das Vermeiden persönlicher Auslöser wie etwa  bestimmte Kosmetika oder auch Temperaturunterschiede lässt sich die Krankheit meist in den Griff bekommen.

 

Umfassend pflegen

Neurodermitis ist eine chronische Krankheit, das heißt sie muss auch dann behandelt werden, wenn die Haut symptomfrei ist. Immer gilt es, die geschwächte Haut gegenüber Bakterien und Schadstoffen zu stärken, etwa durch rückfettende und feuchtigkeitsbindende Cremes und Salben, die sie vor Austrocknen, Juckreiz und Verdickungen bewahren. Akute Neurodermitis-Schübe werden zusätzlich mit Kortisonsalben behandelt, die Juckreiz und Entzündung lindern können. Längerfristig kommen oft Cremes oder Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus zum Einsatz.

 

Diese wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern unterdrücken auch das Immunsystem. Das ist wichtig, denn Neurodermitis-Schüben liegt nicht nur eine besondere Empfindlichkeit der Haut zugrunde. Betroffene leiden meist auch unter einer überschießenden Immunabwehr, das heißt ihre Haut reagiert auf eigentlich harmlose Stoffe mit Abwehr – und damit mit Entzündung. Auch Tabletten können in schwereren Fällen bestimmte Immunreaktionen unterdrücken.

 

Eben weil derlei Mittel auf die Unterdrückung des Immunsystems zielen, sind Impfungen – wie beispielsweise die SARS-CoV-2 Impfung – bei Menschen, die Neurodermitis-Medikamente nehmen, nicht ganz so wirksam. Eine Gegenanzeige für eine Impfung ist Neurodermitis deshalb aber nicht, betont die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Die Impfung ist trotzdem wichtig und empfehlenswert.

 

Warum nur?

Bei Menschen mit Neurodermitis erfüllt die Hornschicht, also der sichtbare Teil der Haut, ihre Schutzfunktion nicht richtig, weil sie durch Entzündungsherde innerhalb der Haut geschädigt ist. Unerwünschte Bakterien und Stoffe gelangen so leichter in und unter die Haut und können dort Reizungen oder Allergien auslösen. Auch die Gene spielen eine Rolle, vor allem das sogenannten FLG-Gen. Dieses hemmt die Produktion des Eiweißes Filaggrin. Fehlt es daran, verändert sich die Zusammensetzung der Fette und die Haut verliert viel Feuchtigkeit.

Bei einer allergisch bedingten Neurodermitis reagiert das Immunsystem auf Allergene wie etwa Hausstaubmilben, Pollen oder auch bestimmte Nahrungsmittel, indem es Antikörper bildet, die Entzündungen auslösen. Auch Umwelteinflüsse können die Haut reizen, so beispielsweise raue Textilien wie grobe Wolle, Zigarettenrauch oder starke Hitze oder Kälte.

 

 

 

 

 

 

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