Auch die Haare verändern sich im Alter

 

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Auch die Haare verändern sich im Alter

Spätestens Ende 40 zeigt sich das Alter auch an den Haaren. Obwohl sich vor allem Frauen zunächst an weißen Strähnchen und Geheimratsecken stören, findet Naturfriseurin Nadine Seiboth*: Dass sich die Haare mit den Jahren verändern, hat auch sein Gutes. 

 

Was machen Sie, wenn Sie ein weißes Haar in Ihrem Schopf erblicken?

Ich rupfe es auf jeden Fall nicht aus, wie einige meiner Kundinnen! Denn ich freue mich über jedes Haar, das auf meinem Kopf wächst. Zumal die Haare in und vor allem nach den Wechseljahren ohnehin weniger werden –denn dann produziert der weibliche Körper weniger haarwuchsförderndes Östrogen.

 

Heißt das, man kann gegen Haarausfall gar nichts tun?

Jedenfalls nicht so, wie viele meinen. Denn so gut wie immer stecken die Hormone dahinter. Das zeigt sich auch ganz deutlich in der Schwangerschaft. Werdende Mütter bekommen oft fantastisch glänzende und dichte Haare. Nach der Geburt bzw. in der Stillzeit sind dann viele entsetzt, dass ihnen die Haare massenweise ausfallen. Beides ist völlig normal – Hormonsache eben. Bei Älteren spielt außerdem die erbliche Veranlagung eine große Rolle.

 

Wie lässt sich das Haarwachstum denn auf gesunde Weise ankurbeln?

Da gibt es einige Dinge, die helfen. Erstens bürsten, möglichst mit einer Naturhaarbürste. Das regt die Durchblutung der Kopfhaut an, die ja schließlich die Haare versorgt. Zweitens die Kopfhaut frei von Belägen halten, die ihr die Luft zum Atmen rauben – also beispielsweise nur Shampoos ohne Silikone verwenden. Straffe Frisuren wie etwa ein fester Pferdeschwanz reißen unnötig an den Haaren – also lieber nicht machen. Schließlich spiegelt sich in den Haaren ganz allgemein unser Gesundheitszustand wider: Ernähren wir uns gesund, profitiert davon auch unser Schopf.

 

Haare werden mit den Jahren aber nicht nur weniger, sondern oft auch weiß, spröde und manchmal kraus.

Weiße Haare haben meist eine andere Struktur als farbige, das stimmt. Manchmal sind sie aber sogar dicker als zuvor, und fast immer fetten sie nicht mehr so schnell – das Ganze hat also auch Vorteile! An dieser Stelle möchte ich aber auch betonen, dass sich mit den Jahren ja nicht nur unsere Haare verändern, sondern auch unsere Gesichtszüge und unsere Haut. Mein Eindruck ist, dass helle Strähnen und später auch weiße Haare so gut wie immer besser zu einem älter werdenden Gesicht passen als gefärbte. Das optische Zusammenspiel ist einfach harmonischer. Ich rede aber von Färbung, nicht Tönung. Mit Naturfarben gepflegte, also getönte Haare verändern sich ja nur graduell und passen deshalb gut auch zu reiferen Gesichtern. Letztlich ist alles aber auch eine Frage der Selbstwahrnehmung: Frauen, die sich in ihrem Körper wohlfühlen, stehen oft zu ihren weißen Haaren – was ihnen wiederum gut steht. Im Übrigen bewahren selbst komplett weiße Haare ihren Glanz, wenn sie mit Naturkosmetikprodukten gebürstet und gepflegt werden. 

 

* Die Fragen stellten wir Nadine Seiboth. Sie ist seit 1997 Friseurmeisterin, seit 2004 selbstständig und zertifizierte Naturfriseurin in Frankfurt am Main.

 

 

 

 

 

 

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