Der Urologe ist auch ein Frauenarzt!

 

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Der Urologe ist auch ein Frauenarzt!

Frauen leiden aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre häufiger unter Blasenentzündungen als Männer, trotzdem gehen Frauen seltener zum Urologen als Männer.

 

Tritt das typische Brennen beim Wasserlassen auf, wenden sich die meisten Frauen zunächst entweder an ihren Hausarzt oder an ihren Gynäkologen. Das kann dazu führen, dass urologische Probleme zu spät erkannt werden. Oft wird der Urologe als „Männerarzt“ verstanden, doch grundsätzlich ist er ein Facharzt, der sich um die Harnblase, die Nieren, die Harnröhre und um die Harnleiter kümmert. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Mann oder um eine Frau handelt. Deshalb sollten sich Frauen bei Problemen des Urogenitaltraktes ebenso an den Urologen wenden wie Männer. Da es auch viele Urologinnen gibt, muss keine falsche Scham hinderlich sein.

 

Häufige Blasenentzündungen?

Blasenentzündungen können Nierenbeckenentzündungen (Pyelonephritis) nach sich ziehen. Frauen sind davon zwei- bis dreimal häufiger öfter betroffen als Männer, da sie öfter an einer Blasenentzündung leiden. Die Bakterien gelangen über das Blut oder über die Harnleiter in die Niere. Bei den in den Harnwegen aufsteigenden Keimen handelt es sich meistens um Dickdarmbewohner. Sie gelangen beispielsweise durch falsche oder ungenügende Analhygiene und beim Geschlechtsverkehr in die Blase.

 

Eine andere Ursache für Nierenbeckenentzündungen können angeborene Verengungen sein, aber auch Nierensteine oder Tumore, die dazu führen, dass die Blase nicht vollständig entleert wird. In der Schwangerschaft behindert z.B. die vergrößerte Gebärmutter den Harnabfluss aus der Blase. Ein Grund, warum Schwangere in der zweiten Schwangerschaftshälfte von Nierenbeckenentzündungen betroffen sein können.

 

Beckenbodenprobleme?

Bei Funktionsstörungen im Beckenbodenbereich, die häufig beim Gynäkologen thematisiert werden, ist der Urologe ebenfalls der richtige Ansprechpartner. Bei einer vorliegenden Inkontinenz kann er beispielsweise durch spezielle Untersuchungen abgrenzen, ob es sich um eine Drang- oder eine Belastungsinkontinenz handelt, und dann eine entsprechende Therapie einleiten.

 

Neben Urinuntersuchungen können zur Abklärung der Probleme Ultraschallmessungen und urodynamische Messuntersuchungen eingesetzt werden. Dazu gehören etwa Blasendruckmessung, Harnflussmessung oder Elektromyographie (EMG). Mit einer EMG lässt sich feststellen, ob die Blasenstörung möglicherweise durch eine Fehlfunktion der Blasenmuskulatur hervorgerufen wird.

 

Blut im Urin?

Blut im Urin ist ein Alarmsignal. Neben einer Blasenentzündung können Nierensteine, Nierenerkrankungen oder Tumore ursächlich sein. Hier kann der Urologe neben den verschiedenen Blut- und Urinuntersuchungen zusätzlich eine Blasenspiegelung vornehmen. Bei dieser Untersuchung hat die kurze Harnröhre von Frauen Vorteile, denn sie vereinfacht das Verfahren und ist weniger unangenehm als bei Männern. Da Blasenkrebs, Nierentumore oder Nieren- und Harnleitersteine bei Frauen und Männern fast genauso häufig auftreten, dient ein Termin beim Urologen der sicheren Abklärung von Problemen des Urogenitaltrakts. In der urologischen Facharztpraxis können weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden, die der Haus- oder Frauenarzt nicht anbieten kann.

 

 

 

 

 

 

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