Diabetes und Augen

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Diabetes und Augen

Eine mögliche Langzeitfolge von dauerhaft erhöhtem Blutzucker ist die sogenannte diabetische Retinopathie. Diese krankhafte Veränderung der Netzhaut bedeutet für die Betroffenen häufig eine massive Einschränkung ihrer Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität.

 

Die diabetische Retinopathie gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen bei Erwachsenen. Durch regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt können Augenveränderungen bei Diabetikern rechtzeitig erkannt und das Sehvermögen geschützt werden.

 

Durch einen über einen längeren Zeitraum erhöhten Blutzuckerspiegel bzw. eine schlechte Blutzuckereinstellung entwickeln sich in vielen Fällen diabetische Komplikationen. Von klinischer Bedeutsamkeit sind dabei auch Folgeschäden an den Augen, die sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetikern auftreten können. Es wird angenommen, dass

  1. jeder dritte Diabetiker infolge der Erkrankung Netzhautveränderungen entwickelt. Dies kann zu Blutungen in den Glaskörper des Auges und drohender Erblindung führen. Das Risiko zu erblinden ist für Diabetiker im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 15- bis 20-mal höher.

 

Definition Diabetische Retinopathie

Damit ist eine Verschlechterung der Durchblutung der Netzhaut im Auge gemeint, die zur Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führen kann.

 

Diabetes beeinträchtigt die Sehkraft:

  • Im Anfangsstadium bemerken die Betroffenen meist noch nichts von ihrem Augenleiden. Wenn Symptome auftreten, ist die diabetische Retinopathie oft bereits fortgeschritten.

 

Warnhinweise für diabetische Veränderungen am Auge:

  • verzerrtes oder verschwommenes Sehen insbesondere beim Lesen
  • vor allem beim Nahsehen eine plötzliche und massive Sehverschlechterung durch Blutung in den Glaskörper
  • dunkle Flecken/Schatten im Sehfeld durch Netzhautablösung

 

Darüber hinaus kann ein unbehandelter Diabetes grauen Star (Katarakt) verursachen. Allgemein werden die Entstehung von grauem Star durch Diabetes und die damit einhergehenden Blutzuckerschwankungen begünstigt und beschleunigt. Auch kann sich als Spätfolge eine Augendruckerhöhung (Glaukom, grüner Star) entwickeln. Weitere Folgen für die Augen aufgrund von Diabetes können u.a. trockene Augen (Keratokonjunktivitis sicca) und eine Entzündung der Augendrüsen (Hagelkorn) sein. Das Risiko für Augenschäden nimmt mit der Dauer und dem Ausmaß der Blutzuckererhöhung zu.

 

Behandlung der diabetischen Netzhauterkrankung

Wesentliche Ziele der Therapie sind die Erhaltung oder Verbesserung des Sehvermögens und die Vermeidung einer gravierenden Sehbeeinträchtigung oder gar Erblindung. Entscheidend ist grundsätzlich die optimale Einstellung des Blutzuckers. Dies wird durch Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, körperliche Aktivität und Diabetes-Medikamente (Antidiabetika) erreicht. Besonders wichtig ist die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

 

Abhängig vom Stadium der diabetischen Retinopathie gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie die Lasertherapie oder die Injektion von Medikamenten in den Glaskörper. Durch einen gut eingestellten Blutzucker und eine rechtzeitige Therapie können Netzhautveränderungen reduziert und teilweise ganz verhindert werden.

 

Prophylaxe durch regelmäßigen Augen-Check

Diabetiker sollten mindestens einmal im Jahr ihre Augen beim Augenarzt untersuchen lassen. Dadurch können Netzhautveränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, d.h. noch bevor Komplikationen auftreten. Je früher eine Behandlung erfolgt, desto besser ist die Prognose.

 

 

 

 

 

 

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