Fragen zu Mund-Nasenschutz-Masken an Dr. Fischer

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Fragen zu Mund-Nasenschutz-Masken an Dr. Fischer

„Damit Atemschutzmasken richtig funktionieren, müssen sie auch richtig sitzen“

Herr Dr. Fischer, im Alltag sah und sieht man noch immer verschiedene Arten des Mund-Nasen-Schutzes. Diese reichen von selbst genähten Stoffmasken bis hin zu medizinischen oder FFP-Masken. Was muss man bei der Schutzwirkung dieser verschiedenen Mund-Nasen-Bedeckungen beachten?

Da es bei all diesen Bedeckungen auf die Filterwirkung ankommt, eignen sich eigentlich nur zwei Varianten für den Infektionsschutz: die OP-Masken und die FFP-Masken. Schals, Halstücher oder selbstgenähte Masken sind dagegen unbrauchbar, weil ihre Filterwirkung viel zu gering ist. Ebenfalls entscheidend für die Schutzwirkung ist die Dichtigkeit der Masken. Hier hat sich gezeigt, dass die FFP2-Maske bei richtiger Anwendung den größten Schutz bietet. Glücklicherweise ist sie mittlerweile fast überall zu bekommen. FFP3-Masken sind noch etwas besser, waren aber lange nur medizinischem Personal vorbehalten. Mittlerweile sind aber auch sie zunehmend erhältlich.

 

Sie haben gerade schon auf die richtige Anwendung hingewiesen. Was muss man als Laie bei der Handhabung von Schutzmasken beachten?

Beispielsweise ist ein kleiner Aluminiumbügel in das Flies eingenäht. Diesen Bügel muss man zudrücken, damit die Oberkante der Maske mit der Gesichtshaut abschließt. Auch an der Wange und am Kinn sollte man darauf achten, dass die Maske möglichst eng anliegt. Früher war der höhere Atemwiderstand dabei für manche Menschen ein Problem. Mittlerweile gibt es jedoch auch Masken, die eng anliegen, dicht sind und das Atmen trotzdem nicht behindern.

 

In den Medien kursierte die Meldung von gefälschten Schutzmasken, die nicht über die gewünschte und versprochene Schutzfunktion verfügten. Wie kann ich als Verbraucher sichergehen, dass ich eine funktionsfähige Schutzmaske nutze?

Eine Maske sollte immer zertifiziert sein. In Deutschland können Verbraucher das an einem bestimmten Aufdruck erkennen: einem sogenannten CE-Kennzeichen und dahinter eine vierstellige Prüfnummer. Natürlich kann man alles irgendwie fälschen. Bei einem aufgedruckten CE-Zeichen kann man sich aber trotzdem relativ sicher sein, eine geprüfte und funktionsfähige Maske zu tragen.

 

In der Medizin sind Masken Einwegprodukte. Privat werden Masken häufig mehrfach getragen. Wie bewerten Sie dieses „Recycling“ aus medizinischer Sicht?

Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, müsste man jede Maske nach einem Tag des Tragens eigentlich entsorgen. Im Alltag ist das natürlich kaum machbar. Wer eine Maske mehrfach benutzt, muss allerdings einige Dinge beachten. Ist die Maske zum Beispiel durchfeuchtet, lässt ihre Filterwirkung deutlich nach. Zudem werden Masken, wenn man sie nicht gerade benötigt, häufig einfach in die Tasche gestopft. Gerade FFP2-Masken werden dadurch schnell unbrauchbar, weil die Ränder nicht mehr sauber schließen. Will man eine Maske dennoch öfter tragen, kann man sie zum Beispiel für eine Stunde bei 80 Grad Celsius in den Backofen legen. Hierdurch werden zumindest alle Covid-Viren wirksam abgetötet, ohne dabei die Funktion der Maske zu beeinträchtigen. Außerdem sollte die Maske nicht in irgendwelche Taschen gestopft werden, wo sie zusätzlich verschmutzt oder feucht werden kann. Habe ich die Maske aber bloß einmal kurz für den Supermarkt gebraucht, kann ich sie am nächsten Tag ruhig noch einmal benutzen. Generell gilt: Besser noch einmal eine gebrauchte Maske als gar keine Maske!

 

Dr. Fischer ist Facharzt für HNO-Heilkunde, HNO-Chirurgie sowie Nasenkorrekturen in Frankfurt a. M.

 

 

 

 

 

 

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