Immunstörung als Nebenwirkung

 

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UNSER IMMUNSYSTEM  

Immunstörung als Nebenwirkung

Ist die körperliche Abwehr dauerhaft geschwächt, kann das an schweren Krankheiten oder Medikamenten-Nebenwirkungen liegen, manchmal auch an Mangelernährung.

 

Manchmal ist es angeboren, wenn Menschen ein schwaches Immunsystem haben – etwa, wenn bei ihnen die weißen Blutkörperchen beschädigt sind. Mediziner sprechen dann von primären Ursachen. Oft liegt die Ursache aber auch in einer Krankheit, die ein Mensch durchgemacht hat, eventuell auch in einem bestimmten Medikament, oder einfach an einem Mangel lebenswichtiger Nährstoffe. Dann sprechen Mediziner von erworbenen (= sekundären) Ursachen. 

 

So oder so fühlen sich die Betroffenen müde und abgeschlagen, haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und neigen dazu, und fangen sich oft eine Infektion nach der anderen ein, sei es Grippe, Schnupfen oder Magen-Darm-Probleme. Häufig kommt es auch zu Entzündungen des Munds, der Augen oder des Verdauungstrakts. So kann Soor, eine Pilzinfektion im Mund, ein frühes Anzeichen eines Immundefekts sein.

 

Verschiedene Ursachen für sekundäre Immunschwäche

Die Ursachen für erworbene, also sekundäre, Immundefekte lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Zunächst spielt die Lebensführung eine wichtige Rolle. Erworbene Stoffwechselstörungen wie Typ-2-Diabetes schwächen das Immunsystem ebenso wie einseitige Ernährung, Mangel- oder Fehlernährung (vor allem im Alter) und körperlicher wie seelischer Stress. Auch Alkoholmissbrauch und Rauchen sind starke Risikofaktoren. Zweitens gibt es eine Reihe von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, beispielsweise nach Transplantationen oder zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen. Auch Biologika wie beispielsweise Alemtuzumab gegen Multiple Sklerose, Rituximab gegen maligne Melanome oder auch TNF-Blocker gegen entzündliche Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew oder Morbus Crohn und Schuppenflechte (Psoriasis) greifen in das Immunsystem ein. Schließlich bringen Infektionen, etwa mit HIV oder Epstein-Barr-Viren (EBV, Erreger von Pfeifferschem Drüsenfieber), aber auch (Blut-)Krebserkrankungen oft sekundäre Immundefekte mit sich.

 

Um diese zu behandeln, gilt es zu allererst, den Mangel an Antikörpern und Abwehrzellen zu beheben. Bei manchen Menschen reicht es dazu schon aus, frisch und abwechslungsreich zu essen, Übergewicht zu vermeiden, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und sich im Alltag mehr zu bewegen. Notfalls können Mangelsymptome auch erst einmal durch Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden.

 

Bei Immunschwächen durch die Einnahme von Medikamenten kann im Idealfall das auslösende Medikament abgesetzt oder die Dosierung verringert werden. Da diese Medikamente aber meist nur bei sehr schweren Krankheiten angewendet werden, wenn zudem keine besser verträglichen Alternativen zur Verfügung stehen, besteht diese Möglichkeit eher selten. Je nach individuellem Bedarf kann die Behandlung auch durch eine medikamentöse Therapie mit Antikörpern ergänzt werden, in seltenen Fällen kommt eine Stammzelltransplantation infrage, um schwere Formen erworbener Immunschwäche zu beheben. Wichtig ist in allen Fällen, Infektionen möglichst zu vermeiden. So senken gewissenhafte Körper- und Zahnpflege oder Verzicht auf ungenügend gekochte Nahrungsmittel das Risiko, sich eine Bakterieninfektion zuzuziehen, ebenso ein möglichst weiter Abstand zu Personen mit Infektionen.

 

 

 

 

 

 

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