Liebe kennt kein Alter

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Liebe kennt kein Alter

Leider ist Sex im Alter für viele Menschen noch immer ein Tabu. Dabei verschwinden sexuelle Bedürfnisse nicht einfach mit der Zeit. Vielmehr gehören Sex und Intimität für viele ältere Menschen zu einem erfüllten Leben dazu.  

Wir Menschen sind soziale Wesen: Nähe, Bindung und Geborgenheit gehören zu unseren Grundbedürfnissen. Intimitäten und Sex sind dabei häufig die Mittel zum Zweck – und bleiben es häufig auch bis ins hohe Alter. Nur für wenige Menschen verliert Sexualität gänzlich an Bedeutung, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben. Von der Gesellschaft wird dieser Aspekt der Sexualität bzw. des Älterwerdens trotzdem nur selten thematisiert und stattdessen totgeschwiegen.

 

Partnerschaften fördern Intimität

Zählt man die jungen Alten ab 65 dazu, tauschen rund ein Drittel aller Pärchen auch weiterhin Intimitäten aus – wenn auch weniger häufig. Allerdings ändert sich das Sexleben mit den Jahren ohnehin und in vielfältiger Weise. Nicht selten sind irgendwann auch die Körperfunktionen beeinträchtigt: Eine Erektion zu bekommen und zu halten, wird für den Mann schwieriger. Frauen haben hingegen häufiger das Problem, dass ihre Scheide nicht mehr so dehnbar und gut durchblutet ist. Auch das Scheidensekret, das eine Gleitfunktion innehat, fließt spärlicher. Viele chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Rheuma oder Bluthochdruck können die Libido ebenfalls hemmen, genauso wie bestimmte Medikamente. Für zwei hochbetagte Liebende bedeutet das, dass sie sich mehr Zeit füreinander nehmen und auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche ihres Partners oder ihrer Partnerin eingehen sollten. Gegenseitige Vertrautheit und die durch Lebenserfahrung gewachsene Gelassenheit erleichtern das jedoch.

 

Gründe für Lustlosigkeit

Manchmal verliert Mann oder Frau aber auch einfach das Interesse an Sex. Das kann beispielsweise mit schlechten Erfahrungen zu tun haben, die man im Laufe der Jahre eventuell gemacht hat und die es schwer machen, sich auf körperliche Nähe einzulassen. Auch manche Erkrankungen, eigene oder des Partners, können den Spaß am Sex und sexuelle Bedürfnisse in den Hintergrund treten lassen – oder gänzlich unmöglich machen. Daneben gibt es aber auch die ebenso buchstäbliche wie berechtigte Lustlosigkeit. Für die sollte sich niemand schämen, denn sie kann eine ganz normale Folge der altersbedingten Hormonumstellung sein und beide Geschlechter gleichermaßen betreffen. Auch die Partnerlosigkeit kann ein Grund für sexuelle Enthaltsamkeit sein. Schließlich ist die Partnersuche im Alter meist deutlich schwieriger als in jüngeren Jahren. Unter den partnerlosen Älteren sind übrigens überdurchschnittlich viele Frauen. Ein Grund hierfür: die geringere Lebenserwartung des starken Geschlechts.

 

Offen mit dem Thema umgehen

Am wichtigsten ist es für ältere Menschen wohl, sich an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Der Leistungsgedanke, der nicht selten schon in jungen Jahren deplatziert ist, verliert im Alter noch weiter an Bedeutung. Es muss nicht mehr das gesamte Kamasutra nachgestellt werden. Dafür nehmen Streichel- und Kuscheleinheiten mehr Raum ein. Und sprechen Sie über das Thema – mit Freunden, mit Ärzten, aber vor allem mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin. Denn zu Intimität gehört auch das Reden.

 

 

 

 

 

 

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