Mundhygiene für das Herz

 

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Mundhygiene für das Herz

In Europa sind etwa 45 % aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Auch in Deutschland sind sie die häufigste Todesursache. Herz-Kreislaufe-Erkrankungen betreffen das Herz und/oder die Blutgefäße. Dazu gehören ischämische Herzerkrankungen (mangelhafte Durchblutung), Schlaganfall, Bluthochdruck, Veränderungen der Herzmuskulatur (Kardiomyopathie) und Vorhofflimmern.

 

Das Risiko steigt mit dem Alter. Ursache ist vor allem ein ungesunder Lebensstil. Was jedoch viele nicht wissen: Die Mundgesundheit kann diese Erkrankungen ebenfalls beeinflussen. Insbesondere die Volkskrankheit Parodontitis erhöht das Risiko für akute Herzinfarkte, Herzversagen und Schlaganfälle. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten deshalb mindestens einmal pro Jahr zur zahnärztlichen Vorsorge gehen.

 

Was ist Parodontitis?

Parodontalerkrankungen betreffen 80 % der Menschen über 35 Jahren. Wenn Zahnbelag nicht richtig entfernt wird, entzündet sich das Zahnfleisch (Gingivitis) und im weiteren Verlauf der gesamte Zahnhalteapparat (Parodontitis). Die Zähne können dann sogar ausfallen.

 

Anzeichen für eine mögliche Parodontalerkrankung:

  • Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch
  • Häufiges Zahnfleischbluten, etwa beim Zähneputzen
  • Dauerhafter Mundgeruch und/oder unangenehmer Geschmack im Mund
  • Das Zahnfleisch zieht sich zurück, die Zähne erscheinen länger
  • Empfindliche Zähne/Zahnhälse
  • Eiter am Zahnfleischrand oder gar lockere Zähne Risiko jetzt testen: https://paro-check.de/#check

 

Auswirkungen auf den ganzen Körper

Die Bakterien aus dem Mund gelangen in die Blutbahn und verbreiten ihre Entzündungsreaktion im ganzen Körper. So besteht eine Verbindung zu diversen chronischen Erkrankungen. Über das Blut gelangen die Bakterien mitunter direkt zum Herz. Beispielsweise bei einer Endokarditis, der Entzündung der Herzinnenhaut, sind in der Regel Mundbakterien beteiligt. Faktoren wie Rauchen, Stress, Übergewicht und Diabetes können sowohl Herzerkrankungen als auch Parodontitis verschlimmern. Das A und O ist daher eine gesunde Lebensweise. Wer Vorerkrankungen hat und Herz- oder Blutdruckmedikamente einnimmt, sollte dies seinem Zahnarzt/seiner Zahnärztin mitteilen. Einige Medikamente verringern die reinigende Speichelproduktion, was das Risiko für Karies und Parodontalerkrankungen erhöht – ein echter Teufelskreis.

 

Mit guter Mundhygiene vorbeugen

Die gute Nachricht: Eine gute Mundpflege kann dazu beitragen, chronischen Erkrankungen vorzubeugen oder sie in Schach zu halten. Es gilt als gesichert, dass sich die erfolgreiche Behandlung einer Parodontitis beim Zahnarzt/bei der Zahnärztin positiv auf Blut und Gefäße auswirkt und das Auftreten von akuten Herz-Kreislauf-Ereignissen verringert. Neben regelmäßigen Zahnarztbesuchen und zweimal täglichem Zähneputzen zur vollständigen Entfernung des Zahnbelags ist die Zahnzwischenraumpflege besonders wichtig. Interdentalbürsten oder Zahnseide sollten zur täglichen Routine gehören. Auch spezielle Zahnpasten und Mundspüllösungen können dabei unterstützen, parodontale Bakterien zu verringern und das Zahnfleisch zu stärken. Wer seine Zähne pflegt, nicht raucht, sich gesund ernährt und aktiv bleibt hat, jedenfalls beste Aussichten, rundum gesund zu bleiben.

 

 

 

 

 

 

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