Mit Diabetes gut durch einen heißen Sommer kommen!

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Mit Diabetes gut durch einen heißen Sommer kommen!

Bei sommerlicher Hitze ist Vorsicht geboten, denn hohe Temperaturen über 30°C können gesundheitliche Probleme verursachen. Neben älteren Menschen und Kindern reagieren insbesondere Diabetiker empfindlich auf Hitze.

 

Sommerliche Temperaturen können u. a. den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Daher empfiehlt es sich, in der warmen Jahreszeit auch ohne Durstgefühl ganz bewusst viel zu trinken, regelmäßig zu essen, den Blutzuckerspiegel häufig(er) zu kontrollieren, Pausen einzulegen und Insulin oder Tabletten auch unterwegs stets kühl zu lagern.

 

Inwiefern beeinflusst Hitze den Blutzuckerspiegel?

Der Flüssigkeitsverlust im Sommer nimmt hier eine zentrale Rolle ein: Wenn es draußen heiß ist, schwitzt man mehr und verliert Flüssigkeit. Deshalb sollte man mehr Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder ungesüßten Tee trinken – mindestens 2 bis 3 Liter täglich, auch wenn man gar nicht durstig ist. Besonders ältere Menschen müssen darauf achten, da mit zunehmendem Alter oft das Durstgefühl abnimmt. Ausreichend trinken ist für Diabetiker besonders wichtig. Denn wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird, dickt das Blut ein – und der Blutzuckerspiegel steigt. Vor allem bei schlecht eingestelltem Diabetes, wenn der Körper durch hohe Blutzuckerwerte mehr Flüssigkeit verliert, ist das Risiko der Austrocknung (Dehydratation) erhöht.

Hinzu kommt die erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren. Zudem verliert der Körper durch vermehrtes Schwitzen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. So ist bei Diabetes die Ausscheidung von Zink über den Harn erhöht und das Risiko eines Zinkmangels dadurch erhöht. Bei großer Hitze sollte zudem auf Alkohol und Koffein besser verzichtet werden.

 

Cool (und aktiv) bleiben auch bei Hitze

Bei hohen Temperaturen haben viele Menschen weniger Appetit. Diabetiker müssen sich aber an einen Ernährungsplan halten, um z. B. eine Unterzuckerung zu vermeiden. Auch sollten Ruhezeiten eingeplant und für Abkühlung gesorgt werden, z. B. durch ein kühlendes Tuch im Nackenbereich. Bei einem diabetischen Fuß sollten kalte Fußbäder jedoch nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden.

Auch bei Hitze ist regelmäßige Bewegung für Diabetiker wichtig, allerdings sollten die Mittagshitze vermieden und schattige Plätze bevorzugt werden. Ideal sind Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen in den kühleren Morgen- oder Abendstunden sowie Training in klimatisierten Räumen.

 

Wärme wirkt sich auch auf Diabetiker-Medikamente und -Geräte aus

Insulin oder Tabletten für Diabetiker dürfen niemals der Hitze ausgesetzt werden, denn dies kann zu einem Wirkverlust führen. Wenn die Wirksamkeit des Insulins unter Hitzeeinwirkung abnimmt, könnte eine Überzuckerung und Ketoazidose die Folge sein. Daher sollte auf die Symptome einer Ketoazidose, wie starker Durst, Müdigkeit, trockener Mund, geachtet werden.

Insulin muss grundsätzlich im Kühlschrank gelagert werden. Unterwegs können Schutzhüllen oder Taschen für die Insulinpens oder auch Kühltaschen mit Akkus verwendet werden. Insulin, das trüb aussieht, sollte nicht mehr benutzt werden.

 

Das Blutzuckermessgerät, die Insulinpumpe, Teststreifen und anderes Equipment sollten nicht im Auto zurückgelassen oder dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

 

Die wichtigste Empfehlung ist: Im Sommer sollten Diabetiker den Blutzuckerspiegel unbedingt häufiger als sonst kontrollieren und die Temperatursensibilität von Insulin beachten. 

 

 

 

 

 

 

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