Schulbesuch mit Diabetes

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Schulbesuch mit Diabetes

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kinder- und Jugendalter: In Deutschland leiden ca. 32.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 19 Jahren unter Typ-1-Diabetes und jährlich erkranken ungefähr 3.100 Kinder und Jugendliche neu daran.

 

Betroffene Kinder können und sollen ein normales Leben führen. Wichtig ist für diese Kinder eine optimale Diabetesschulung – vor allem auch im Schulalltag. Je besser geschult und informiert das Kind, die Eltern und das Umfeld sind, umso geringer ist das Risiko für Komplikationen und Langzeitschäden und umso besser ist auch die Inklusion der Kinder.

 

Diabetes mellitus in der Grundschule thematisieren

Da ein großer Teil des Tages in der Schule verbracht wird, ist es das Ziel, dass betroffene Kinder möglichst ohne Einschränkungen am Schulalltag teilnehmen können. Die Kinder müssen auch in der Schule ggf. mehrmals, evtl. auch während des Unterrichts, den Blutzucker messen und Insulin spritzen.

 

Das bedeutet, dass sie schon sehr früh Verantwortung für ihr Diabetesmanagement während der Schulzeit übernehmen müssen. Daher sind eine adäquate kindgerechte Schulung und ein einfühlsamer Umgang mit den Betroffenen von zentraler Bedeutung. Es geht dabei weniger um aktives Eingreifen als um eine hilfreiche, fürsorgliche Unterstützung der Kinder, wie z. B. Erinnerungen an notwendige Blutzuckermessungen. Auf keinen Fall dürfen die Kinder überfordert werden.

 

Lehrpersonal und Mitschüler mit ins Boot holen

Das Lehrpersonal muss daher u. a. zu möglichen Hilfestellungen im Umgang mit der Insulinpumpe und Verhaltensmaßnahmen im Notfall geschult werden. Es sollten zudem Medikamente und Kohlenhydrate für den Notfall vorrätig sein. Auch die Mitschüler sollten die wichtigsten Anzeichen einer Unter-/Überzuckerung kennen und mögliche Sonderregelungen, die für ein Kind mit Diabetes gelten, akzeptieren.

Ebenso sollte auf die Bedürfnisse der jungen Diabetiker eingegangen werden. Manchen Kindern macht es nichts aus, im Klassenzimmer während des Unterrichts eine Blutzuckermessung durchzuführen, andere Kinder wiederum möchten dafür in einem anderen Raum alleine sein.

 

Struktur und Regelmäßigkeit

Es muss im Rahmen des Schulunterrichts auch beachtet werden, dass Kinder mit Diabetes auf einen strukturierten Tagesablauf mit regelmäßiger Nahrungszufuhr angewiesen sind, um ihren Blutzucker stabil zu halten. Das gilt vor allem beim Mittagessen in der Schule, beim Sportunterricht und auf Schulausflügen. Hier benötigen die Kinder ggf. Hilfe, z.B. bei der Berechnung der Broteinheiten.

 

Klare Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus

Für die Eltern eines diabetischen Kindes ist der regelmäßige Austausch mit den zuständigen Lehrern sehr wichtig, um die medizinische Versorgung in der Schule sicherzustellen.

Auf der anderen Seite muss das Lehrpersonal über grundlegendes Wissen über die Krankheit und deren Behandlung verfügen und ebenso mit den Eltern zusammenarbeiten und die Inklusion des Kindes in der Schulgemeinschaft fördern. Hier können auch Schulärzte und Diabetesberater bzw. sogenannte Diabetes-Nannies unterstützend tätig sein.

Fazit: Gut informierte Bezugsgruppen – Eltern, Lehrer und Mitschüler – können einen enormen Unterschied im Leben von Kindern mit Typ-1-Diabetes darstellen und wesentlich dazu beitragen, dass ein sorgenfreier Schulbesuch auch bei Diabetes möglich ist.

 

 

 

 

 

 

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