Mit Essen aus dem Stimmungstief

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Mit Essen aus dem Stimmungstief

Wenn es ums Essen geht, hört man heutzutage nur allzu oft mahnende Worte: Ausgewogen und nährstoffreich soll der Speiseplan sein, dabei aber fett- und kalorienarm. Außerdem bitte umweltbewusst, also möglichst bio und regional. Fast schämt man sich, wenn an der Supermarktkasse nicht mindestens ein Bund Tomaten oder ein paar Äpfel mit auf dem Band liegen. Dabei hat Essen neben der (natürlich gesunden) Ernährung doch noch eine ganz andere, fast ebenso wichtige Funktion: Es soll uns glücklich machen!

 

Schon der römische Feldherr Lucullus, dessen Name in späteren Jahrhunderten zum Synonym für zügellose Völlerei wurde, wusste: Essen ist eine Quelle der Glückseligkeit. Dabei kommt es keineswegs darauf an, dass das Verspeiste auch gesund ist. So gibt es beispielsweise Menschen, die nur wegen der 50-Zentimeter-Knackwurst und den schokoladeüberzogenen Früchten auf den Weihnachtsmarkt gehen. Ihr Ziel ist das reuelose Schlemmen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Schließlich kennt wohl jeder von uns das Gefühl, einfach mal hemmungslos „reinzuhauen“.

 

Glück zum Essen

Aber auch ganz ohne Zügellosigkeit und Überfluss können wir unsere Laune durch Essen heben. Bekanntestes Beispiel hierfür: Schokolade. Auch der Becher Eis wird gerne vertilgt, wenn die Laune einmal im Keller ist. Weniger bekannte Stimmungsaufheller sind frische Früchte wie Ananas, Bananen und Pflaumen sowie Trockenfrüchte. Die enthalten nämlich ebenfalls die Aminosäure Tryptophan, die für die Bildung des „Glückshormons“ Serotonin benötigt wird. Neben diesem Hormon wird unsere Laune vor allem durch eines beeinflusst: Stress. Und den verkraften wir nachweislich besser, wenn wir uns eiweißarm und zugleich kohlenhydratreich ernähren. Eine kleine Überraschung, oder? Wer hätte schon gedacht, dass Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot unsere Gelassenheit fördern.

 

Lustessen statt Frustessen

Auch wenn die Gesundheit dieses Mal ausnahmsweise nicht der Maßstab der Dinge sein soll: Übertreiben sollten wir es mit dem Schlemmen nicht, zumindest nicht dauerhaft. Ansonsten schlagen wir uns nämlich nicht nur mit Sodbrennen, Fresskoma oder dem Pfund zu viel auf den Rippen herum, sondern schließlich auch mit erhöhten Blutzuckerwerten, einer Fettleber und Arterienverkalkung. Wer aber nur hin und wieder lustvoll eine Currywurst verschlingt, beim Fernsehen eine Tüte Chips wegknuspert oder in höchster seelischer Not nicht das Brot, sondern die Schokoladentafel bricht, der sollte damit auch durchkommen und sich daran freuen! Denn wie wusste schon der Reformator Martin Luther: „Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.“ 

 

 

 

 

 

 

 

 

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