Nachwuchs erwünscht

 

 

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Nachwuchs erwünscht

„… Und dann heirateten sie und bekamen viele Kinder.“ Was am Ende eines Märchens völlig normal, ja geradezu als einzig denkbarer Schluss erscheint, ist es im modernen Alltag bei Weitem nicht. Aber auch 190 Jahre nach den ersten „Grimms Märchen“ bestimmt der Wunsch nach einem Kind das Leben vieler Frauen und Männer.

 

Auch wenn das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes seit Jahren steigt – inzwischen liegt es laut Statistischem Bundesamt bei über 30 Jahren, bei Vätern bei über 33. Und auch wenn heute jede fünfte Frau zwischen 45 und 49 Jahren keine Kinder hat – im Vergleich zu jeder sechsten im Jahr 2018: Die Vorstellung, eigene Kinder zu bekommen, gehört nach wie vor zum Lebensentwurf vieler Frauen und Männer dazu.

 

Für diejenigen, in denen der Wunsch nach einem Kind so groß wird, dass sie Eltern werden möchten, stellt sich dann – neben vielen weiteren – die Frage aller Fragen: „Klappt“ es oder klappt es nicht? Denn auch für Paare, die völlig gesund und uneingeschränkt fruchtbar sind, liegt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des ersten Wunschjahres ein Kind zu bekommen, nur bei 60 bis 70%, betont Dr. Christian Leiber, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA). „Es hilft allerdings, wenn das Paar mehrmals um die fruchtbaren Tage des Eisprungs herum Verkehr miteinander hat“, betont der Urologe, „denn

Samenzellen überleben im weiblichen Genitaltrakt bis zu 48 Stunden.“ Auch der Samenerguss des Mannes spielt eine wichtige Rolle: Je mehr befruchtungsfähige Samenzellen darin sind, desto größer sind die Chancen einer Befruchtung, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Bei täglichem Samenerguss (Ejakulation) befinden sich weniger befruchtungsfähige Samenzellen in der Samenflüssigkeit als nach einigen Tagen sexueller Enthaltsamkeit.“

 

Die Frage nach dem Zeitpunkt

Biologisch gesehen, ist für Frauen zwischen 20 und 30 Jahren das günstigste Alter, um schwanger zu werden. In diesen Jahren ist die Fruchtbarkeit am höchsten und der Körper verträgt eine Schwangerschaft am besten. Ist eine Frau bereits um die 40 Jahre alt, kommt es nicht mehr in jedem Zyklus zu einem Eisprung und auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt steigt. Auch bei Männern nimmt die Fortpflanzungsfähigkeit nach dem 40. Lebensjahr ab, allerdings – anders als bei den Frauen – selten komplett.

Die Fachwelt geht im Übrigen davon aus, dass fast die Hälfte aller Schwangerschaften unbemerkt endet, weil der Embryo nicht überlebensfähig ist und mit der nächsten Menstruation vom Körper abgestoßen wird.

 

Gesundes für den Körper

Hat es denn „geklappt“, verändert sich der Körper einer Frau auf völlig neue Weise. So bildet er zur Versorgung des Nachwuchses ein neues Organ, die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt. Auch lagert der Körper mehr Flüssigkeit ein und im Kreislauf fließt mehr Blut als sonst. Beides macht sich recht schnell am Gewicht bemerkbar. Die Brustdrüsen wiederum bereiten sich auf die Milchproduktion vor. Bindegewebe, Bänder, Sehnen und Muskeln werden nachgiebiger, damit das Kind auf natürlichem Wege geboren werden kann. All diese Veränderungen werden durch Hormone in Gang gesetzt und aufrechterhalten. Zu keiner Zeit produziert der weibliche Körper so viele Hormone wie während der Schwangerschaft.

Klar, dass der Körper dabei jede Menge Unterstützung braucht: durch eine besonders vollwertige Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen – vor allem Folsäure! – , den Verzicht auf Rauchen und Alkohol und durch ausreichend Bewegung für einen leistungsfähigen Kreislauf! 

 

 

 

 

 

 

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