Sand, Frost und Tod am Hindukusch –
Einsatz in Afghanistan

Welten liegen zwischen den Medienberichten über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan und dem, was der Auslandseinsatz den Menschen dort abverlangt. Was dürre Nachrichten nicht vermögen, schafft der Afghanistan-Roman „Sandseele“ (ET: Oktober 2021). Authentisch verbindet Wolf Gregis in seinem Romandebüt Erlebtes mit Fakten, zieht hinein in das vom langen Krieg zermürbte Land und vermittelt so eine Ahnung der traumatisierenden Belastung vor Ort – und nach der Rückkehr nach Deutschland.

Ein Tagesschau-Bericht über einen Anschlag in Mazar-e-Sharif zerschlägt das seit zehn Jahren mühsam errichtete Schutzschild mit einem Schlag: Hautnah spürt der Ex-Bundeswehroffizier und Afghanistanveteran Martin Küfer Staub, Sand und Elend. Vor allem aber den allgegenwärtigen Tod. Die vermeintliche Normalität seines jetzigen Lebens als Familienvater stürzt von einem Moment zum anderen in sich zusammen.

Martin spürt, dass er sich dem Erlebten stellen muss und durchlebt den Dienst am Hindukusch noch einmal: die unerträglichen Lebensbedingungen der Menschen, die immer lauernde Gefahr im Dienst, die Eintönigkeit dazwischen. Und seine Freundschaft mit dem jungen afghanischen Dolmetscher Abdul, die ihm einen anderen Blick auf das Land ermöglicht, seine zunehmende Skepsis gegenüber den deutsch-afghanischen Machtspielen, die Sehnsucht nach der Einfachheit der afghanischen Weltanschauung.

Mit dem sich zuspitzenden, auch durch Missverständnisse entstandenen Konflikt zwischen den stationierten Deutschen und den afghanischen Verbündeten muss auch Martin erkennen, dass sein Vertrauen missbraucht wurde und ausgerechnet der Kamerad mit seinem Leben bezahlt, der ihn gewarnt hatte.

„Wir haben nicht nur Spuren im Sand hinterlassen, sondern der Sand auch Spuren in uns“. Eine Erkenntnis, die den Weg zurück in ein normales Leben weist? „Sandseele“ ist ein intensiver Roman, der die Erfahrungen und Folgen von Kriegseinsätzen aus der Sicht eines Insiders authentisch vermittelt.

Wolf Gregis
Sandseele
382 Seiten
Softcover
€ 15,00 [D] / 21,90 CHF
ISBN 978-3-75431-6023
Isegrimm Verlag

erscheint im Oktober 2021

Wolf Gregis, 1981 in Wismar geboren, lebt heute in Rostock. Er studierte Germanistik, Geschichte, Bildungswissenschaften und Sprachliche Kommunikation und Kommunikationsstörungen in Rostock. Im Rahmen seiner Dissertation forscht und arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock. Darüber hinaus unterrichtet er Deutsch und Geschichte.

Hinter dem Pseudonym Wolf Gregis verbirgt sich der Afghanistan-Experte Christian Taszarek, der 2008-2009 in Mazar-e-Sharif und Kabul als Offizier die afghanische Nationalarmee begleitete. Seine Erfahrungen als Bundeswehroffizier in Afghanistan thematisierte er bereits in „Afghanistan surreal. Wahrnehmungen eines deutschen Soldaten“ (2013). Für die Arbeit an seinem Romandebüt „Sandseele“ erhielt er 2020 das Literaturstipendium der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.