Diabetes in der Schwangerschaft

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Diabetes in der Schwangerschaft

Bei Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes handelt es sich um eine Sonderform von Diabetes, der durch erhöhte Blutzuckerwerte erkennbar ist, die erstmals während der Schwangerschaft, meist zwischen dem vierten und achten Monat, festgestellt werden.

 

Auch wenn sich der Blutzuckerstoffwechsel nach der Geburt in der Regel wieder normalisiert, ist die rechtzeitige Diagnose und Behandlung wichtig, da diese Stoffwechselerkrankung mit Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind verbunden ist.

 

Schwangerschaftsdiabetes ist häufig                                                               

Schwangerschaftsdiabetes ist eine häufige Komplikation – hierzulande sind etwa 4 bis 6% aller Schwangeren davon betroffen. Risikofaktoren für die Entwicklung von Schwangerschaftsdiabetes sind u.a. familiäre Vorbelastung mit Typ-2-Diabetes, Alter über 35 Jahre, Übergewicht (Body Mass Index über 25 kg/m²) oder eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.

 

Mögliche Folgen von Schwangerschaftsdiabetes für Mutter …

Die typischen Diabetessymptome, wie starker Durst oder häufiges Wasserlassen, fehlen beim Schwangerschaftsdiabetes meist. Wird die Stoffwechselstörung in der Schwangerschaft jedoch nicht behandelt, kann das gravierende gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben. Dazu gehören Schwangerschaftsvergiftung mit Bluthochdruck, Komplikationen bei der Geburt z.B. durch ein übermäßiges Geburtsgewicht des Kindes sowie häufigere Frühgeburten und Kaiserschnitte. Darüber hinaus erhöht Schwangerschaftsdiabetes bei der Mutter das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln.

 

… und Kind

Neugeborene betroffener Mütter können sehr groß sein und haben oft ein hohes Geburtsgewicht  von über 4 Kilogramm. Weitere mögliche Auswirkungen für das Kind sind Unterzuckerung nach der Abnabelung sowie kindliche Gelbsucht.

Darüber hinaus besteht im weiteren Leben ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Bluthochdruck sowie für die Entstehung von Diabetes.

 

Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes kann mit dem sogenannten oralen Glukosetoleranztest festgestellt werden. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung werden Schwangere zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche damit routinemäßig auf das Vorliegen eines Schwangerschaftsdiabetes untersucht.

Frauen mit erhöhtem Risiko (Alter über 35 Jahren oder Übergewicht) auch schon vor der 24. Schwangerschaftswoche. Die weitere Kontrolle der Blutzuckerwerte ist dann während der gesamten Schwangerschaft, d.h. vom Zeitpunkt der Diagnose bis zur Geburt, notwendig.

 

Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Im ersten Schritt wird versucht, den Blutzuckerspiegel durch Ernährungsumstellung mit möglichst zuckerfreier Kost sowie durch Bewegung zu senken, was in den meisten Fällen (ca. 85%) auch ausreichend ist.

Falls das keine Wirkung zeigt, muss für die Dauer der Schwangerschaft eine Insulintherapie durchgeführt werden. Außerdem müssen die betroffenen Frauen ihre Blutzuckerwerte regelmäßig selbst kontrollieren.

Wird die Stoffwechselstörung rechtzeitig erkannt und behandelt, verläuft die Schwangerschaft im Normalfall gut und das Kind kommt gesund zu Welt. Nach der Entbindung verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes in der Regel.

 

Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen

In der aktuellen Leitlinie Diabetes und Schwangerschaft werden eine gesunde Ernährungsweise und sportliche Aktivitäten vor der 15. Schwangerschaftswoche oder idealerweise schon vor der geplanten Schwangerschaft empfohlen, um einem Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen.

Auch sollte die zusätzliche Energieaufnahme während der Schwangerschaft nicht mehr als 200 bis 300 Kalorien täglich betragen.

 

 

 

 

 

 

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